Mittendrin in der Werkzeugbau-Halle der Firma Jehle präsentierten sich die handwerklichen Berufe. Gewerbevereins-Präsident Beat Zumsteg hält das Ambiente für wichtig. «Es ist doch viel besser, Berufe in einer echten Produktionsumgebung kennenzulernen, als in einer sterilen Turnhalle», sagte er. Zumsteg stand am Eingang und verteilte an alle Hereinkommenden einen Übersichtsplan samt Festwirtschafts-Bon. So konnte er auch den Überblick darüber haben, wie viele den Weg zum Jehle-Firmengelände einschlugen, wo an drei Standorten 18 Lehrbetriebe 33 Berufe präsentierten.

Lehrlinge geben Auskunft

Waren die handwerklichen Berufe im Produktionsareal angesiedelt, zeigten sich die Dienstleistungen in der Kantine des Unternehmens. Und weil Jobs wie Maurer, Forstwart und Gärtner sich im Freien abspielen, warteten entsprechende Lehrbetriebe auf dem Aussengelände auf Interessierte. Dabei gab es so manchen «Lockvogel»: beim Bauunternehmen Erne beispielsweise einen «Hau den Lukas» und bei den Forstbetrieben Mettauertal und Gansingen eine velobetriebene Baumsäge.

In der Kantine am Stand von Gastro Aargau stand Nina Boysen (17), Köchin im 2. Lehrjahr im Bären Hottwil. Sie versuchte, die Bedenken von Gleichaltrigen gegen die Arbeitszeiten in ihrem Beruf zu zerstreuen. Als Köchin habe sie nach der Ausbildung nicht nur einen kreativen Beruf, sondern auch die Basis für viele Weiterbildungsmöglichkeiten, erzählte sie. Auch am Stand des Gesundheitszentrums Fricktal war mit 14 Berufen die Vielfalt gross. Wer glaubte, es gäbe dort nur Schwestern und Pfleger, wurde eines besseren belehrt. «Wobei sich hier am Stand nur rund ein Drittel der Jugendlichen für die eigentlichen Pflegeberufe interessiert, zwei Drittel für Berufe wie Medizinische Praxisangestellte und Rettungssanitäter», berichtete Berufsbildungsverantwortliche Eva Strittmatter.

Was Pflege heutzutage alles umfasst, konnten Besucher am Stand des Vereins Altersbetreuung oberes Fricktal, Träger von Alterszentren in Frick und Laufenburg, erfahren. Blutdruckmessen, Hygieneanforderungen, Medikation – in all diese Bereiche gab es praktische Einblicke.

Viele Möglichkeiten offen

Für viele Schüler war die GMS-Berufsschau am Samstag in Etzgen eine erste Annäherung an die noch fremde Arbeitswelt. So mancher wusste schon genau, was er später einmal werden will. Viele aber waren sich noch unschlüssig über ihren künftigen Traumjob. In jedem Falle aber nahmen Eltern wie Nachwuchs mit nach Hause: Im oberen Fricktal sind zahlreiche, spannende und vielschichtige Ausbildungsberufe im Angebot. Und: Auch mit einer Berufslehre steht via Berufsmatura und FH-Studium eine akademische Laufbahn offen.