«Für mich ging ein Traum in Erfüllung», zeigt sich Walter Bräutigam, Initiator und erster Kommandant der Jugendfeuerwehr Rheinfelden, rundum zufrieden. Es freut ihn nicht nur, dass die Formation nun ihr 20-Jahr-Jubiläum bei bester Gesundheit mit einem zweitägigen Fest feiern kann, sondern, dass auch sein grösster Wunsch in Erfüllung ging.

«Ich bin sehr stolz darauf, dass mit Patrick De Bona eines der ersten geworbenen Mitglieder der neuen Jugendfeuerwehr jetzt sogar als engagierter Leiter wirkt», fügt Bräutigam an. Dabei verlief der Start eher etwas harzig.

«Die Idee wurde belächelt und wir wurden nicht ganz ernst genommen», erinnert er sich an die Gründungsphase. Dann war das fehlende Geld ein Gegenargument.

Aber René Wiederkehr, Claudia Rohrer, Philip Mechler, Judith Banz, Stefan Wunderlin und Veronique Jola, die Bräutigam im siebenköpfigen Gründungskomitee unterstützten und Konzept, Strukturen, Reglement und Finanzierung erarbeitet hatten, liessen nicht locker.

Stein losgetreten

Sogar das Gewerbe wurde für Gönnerbeiträge angeschrieben, was den Stein endgültig ins Rollen brachte. «Die 22 Briefe wurden nicht überall goutiert. Unsere Aktion wurde als voreiliges Tun abgetan und wir wurden zurückgepfiffen», schmunzelt Bräutigam über diese Anekdote, welche aber Initianten, Kommando und Behörde vereinten und schliesslich das grüne Licht zur Gründung auslöste.

«Nachdem der Kanton im Boot sass, war die Finanzierung auch kein Problem mehr und unser Reglement wurde schweizweit beachtet», erinnert sich Bräutigam. Als Wermutstropfen erachtet er die damit verbundene reglementierte Ausbildung, bei der er lieber mehr spielerische Elemente gesehen hätte.

«Ich wollte die Jugendlichen primär für eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung animieren, denn der Ansturm beim Ferienpass zeigte uns ein ungeheures Interesse für die Feuerwehr», erzählt Bräutigam.

Am 20. August 1993 wurde die Jugendfeuerwehr Rheinfelden als zweite Aargauer Formation mit 19 Jugendlichen im roten Kombi, gelbem Helm, gelber Öljacke und Handschuhen sowie dem ersten Leiter, Walter Bräutigam, vor dem Rathaus eingeweiht.

Das Emblem mit den sieben Flammen über dem Rheinfeldener Wappen, welche die Gründer symbolisieren, ziert das Korps noch heute. Nach sechs Jahren wechselte die Führung zu Stefan Wunderlin, dann zu Stefan Gehrig und schliesslich zu Patrick De Bona.

«Ich liess mich damals bei einer Informationsveranstaltung der Feuerwehr in der Schule für die Jugendfeuerwehr begeistern», erinnert sich Patrick De Bona.

Zugleich bedauert er, dass heute diese Veranstaltungen an den Rheinfelder Schulen nicht mehr möglich sind. Andernorts machen dies die Feuerwehren, was sich auch im Mitgliederbestand auswirke, denn im Korps wirken nun Jugendliche aus dem ganzen Bezirk mit, erklärt er.

Nächstes Projekt ist konkret

Die «Jugendfeuerwehr Regio Rheinfelden» mit personeller, materieller und finanzieller Beteiligung der regionalen Feuerwehren ist denn auch das nächste konkrete Ziel. «Je eine Abteilung mit Jugendlichen aus den verschiedenen Gemeinden», diese Vision schwebt ihm als Ziel bis 2017 vor.

Denn auch die anderen Feuerwehren erkennen, dass sich die Jugendlichen begeistern lassen und die Formation als Quelle engagierter Feuerwehrleute und sogar für Führungskräfte mit hoher Fachkompetenz sprudelt.

Geboten wird nämlich allerhand. Neben zehn bis 14 interessanten Feuerwehrübungen am Samstag stehen auch Teilnahmen an Wettkämpfen, Lager und Besichtigungen im Programm.

Grosses Echo hat der schon zweimal durchgeführte Berufsfeuerwehrtag ausgelöst, wo die derzeit 21 Mädchen und Knaben im Alter von 12 bis 18 Jahren während 24 Stunden den Einsatztag eines Profis erleben können.