Gipf-Oberfrick
Jetzt hofft Nancy Holten: «Tierschutz und Schweizer Pass, das beisst sich doch nicht»

Nancy Holten will Schweizer Bürgerin werden. Doch ihr Eingagement für Tiere hat dies bislang verhindert. Den Einwohner von Gipf-Oberfrick ist sie zu eigensinnig. Der Regierungsrat sagt, der Einbürgerung steht nichts entgegen. Und so reagiert Nancy Holten.

Thomas Wehrli und Jürg Krebs
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Der Regierungsrat hat der Holländerin Nancy Holten recht gegeben: Die Gemeindeversammlung von Gipf-Oberfrick hätte ihre Einbürgerung nicht ablehnen dürfen. Alle Voraussetzungen für eine Einbürgerung sieht der Regierungsrat "als erfüllt an", wie er am Donnerstag mitteilt.

Im Interview mit der az sagt Nancy Holten: "Ich bin erleichtert, doch ich hätte mir gewünscht, dass der Regierungsrat mit gleich den Pass ausstellt." Diese Kompetenz hat die Aargauer Regierung, doch sie überlässt den Vollzug im Allgemeinen der Gemeinde.

Nancy Holten
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Nancy Holten

Zur Verfügung gestellt

"Wenigstens habe ich recht erhalten und der Einbürgerung steht eigentlich nichts mehr im Wege", so Holten. Ausser die Gemeindeversammlung. Diese muss auf Weisung des Regierungsrats bei nächster Gelegenheit das Einbürgerungsgesuch von Holten erneut behandeln.

Ursache für das Nein vom 27. November 2015 ist Nancy Holtens eigensinnige Art: Die Veganerin setzt sich gegen Zirkus-Tierhaltung aber auch gegen das Tragen von Kuhglocken ein. Und sie macht aus ihrer Einstellung keinen Hehl, demonstriert auch dafür. Das kommt in der Gemeinde nicht immer gut an.

"Ich hoffe, dass seit dem letzten Entscheid genug Zeit verstrichen ist, dass die Leute gemerkt haben: ‹Ich bin keine böse. Ich setze mich einfach für Tiere ein.›", so Holten. "Tierschutz und Schweizer Pass, das beisst sich doch nicht.»

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