Im Fricktal fühlen sich die Wildschweine nach wie vor sauwohl. Dies zeigt die Auswertung der kantonalen Jagdstatistik. Danach wurden im letzten Jahr im ganzen Kanton 1045 Wildschweine geschossen – fast die Hälfte davon im Fricktal.

Der Bezirk Rheinfelden liegt mit 297 Abschüssen an der Spitze der Bezirke, gefolgt von Zurzach mit 266 und Laufenburg mit 194 Abschüssen. Fünf Jagdreviere kommen dabei auf 30 und mehr Abschüsse – mit Magden-Süd (37), Wallbach (34) und Rheinfelden-Ost (31) liegen drei davon im Fricktal. Nur in einem Fricktaler Revier, Schwaderloch, gab es im letzten Jahr keinen Wildschweinabschuss.

Wo sich viele Wildschweine tummeln, ist auch das Schadenpotenzial hoch. Insgesamt regulierte der Kanton im letzten Jahr Schäden von knapp 800 000 Franken; fast 40 Prozent der Schäden lagen in Fricktaler Revieren.

Im Bezirk Laufenburg lag die Schadenssumme bei 144'039, im Bezirk Rheinfelden bei 171'507 Franken. Die kantonsweit höchste Schadenssumme gab es mit 44'086 Franken im Revier Schinznach-Dorf-Oberflachs, gefolgt von Schupfart mit 32'155 Franken.

Rechnet man die Wildschäden auf die Zahl der erlegten Wildschweine um, so kommt das Revier Schinznach-Dorf-Oberflachs – hier wurden im letzten Jahr mit 40 kantonsweit die meisten Wildschweine erlegt – auf einen Schaden von 1102 Franken, was einem eher tiefen Wert entspricht.

Den höchsten Schaden pro erlegtes Wildschwein weist im Fricktal das Revier Etzgen-Mettau mit 6136 Franken aus. Zum Vergleich: Im Revier Unterbözberg wurde im letzten Jahr nur ein Wildschwein erlegt, womit der Schaden pro erlegtes Tier dem Gesamtschaden von 25 285 Franken entspricht.

Meiste Schäden am Wiesland

Wie hoch die Abschusszahlen sind, hängt einerseits mit der Populationsdichte zusammen, andererseits aber auch mit der Waldfläche, die ein Revier bejagt. Der Kanton weist in der Jagdstatistik deshalb auch die «erlegten Sauen pro 100 ha Wald» aus.

Hier schwingen kantonsweit zwei Reviere obenaus: Wallbach mit 23,2 und Oeschgen mit 22,3 erlegten Wildschweinen pro 100 Hektaren Wald. Auch die Positionen drei und vier gehen mit Magden-Süd (12,5) und Zuzgen-Ost (12,1) an Fricktaler Reviere. Mit 650 Hektaren die grösste Waldfläche hat kantonsweit das Revier Sulz-Laufenburg. Hier wurden im letzten Jahr 13 Wildsäue erlegt – 2,0 pro 100 Hektaren Wald.

Den Grossteil der Schäden verursachten die Wildtiere am Wiesland. Knapp 117 000 Franken waren es im Bezirk Laufenburg, was rund 81 Prozent an der Schadenssumme im Bezirk entspricht. Im Bezirk Rheinfelden lag der Anteil rund zehn Prozent tiefer; hier verursachten die Wildtiere am Wiesland Schäden von gut 121'000 Franken.

Geschossen wurden im letzten Jahr kantonsweit 5621 Rehe. 616 oder elf Prozent davon in den 24 Revieren des Bezirks Laufenburg. In den 21 Revieren im Bezirk Rheinfelden erlegten die Jäger zusammen 401 Rehe.

Die höchsten Abschusszahlen im Fricktal weisen dabei die Reviere Sulz-Laufenburg (59) und Möhlin-Nord (52) auf. Sie liegen damit mit 116 respektive 130 Prozent über dem Soll der Abschlussplanung.

Von den 45 Revieren im Fricktal lagen 40 bei 100 und mehr Prozent. Den tiefsten Prozentwert im Fricktal erreichte Olsberg-Süd mit 60 Prozent. In dem 40 Hektaren kleinen Revier waren fünf Abschüsse geplant; drei wurden realisiert.

Zwei Saatkrähen in Kaiseraugst

205 Rehe kamen im Bezirk Laufenburg im letzten Jahr als «Fallwild» ums Leben; 107 davon im Strassenverkehr. Das untere Fricktal verzeichnete 121 Fallwild-Rehe, 55 davon auf der Strasse.

Der Kanton weist in der Jagdstatistik sämtliche Tiere auf, die erlegt wurden oder als Fallwild, beispielsweise bei Unfällen, endeten. Auf ein Tier auf der Liste sind derzeit einige Kaiseraugster gar nicht gut zu sprechen: die Saatkrähen. Insgesamt wurden im letzten Jahr acht Saatkrähen geschossen; zwei davon, das zeigt eine Nachfrage der AZ beim Kanton, in Kaiseraugst.