Fricktal

Jeder Zwanzigste Fricktaler zahlt die Steuerrechnung zu spät

Besonders bei niederigen Einkommen werden Steuerrechnungs-Mahnungen verschickt.

Besonders bei niederigen Einkommen werden Steuerrechnungs-Mahnungen verschickt.

In diesen Tagen wurden die Mahnungen für die Steuerrechnung verschickt. Für diese ist die neue Frist nun der 31. Dezember. Hauptsächlich werden Mahnungen an die Steuerzahler mit niedrigem Einkommen verschickt.

Es ist ein Umschlag, den niemand gerne im Briefkasten hat: eine Mahnung. Dieser Tage aber wurden im Fricktal wieder etliche davon verteilt. Der Grund: Am 31. Oktober lief die Frist für die Begleichung der provisorischen Steuerrechnung ab und die Finanzverwaltungen der Gemeinden machten jene darauf aufmerksam, die bis jetzt noch nicht gezahlt haben.

In Laufenburg etwa waren es in diesem Jahr rund 100 Mahnungen, wie Roland Obrist, Leiter der Finanzverwaltung sagt. Das sind fünf Prozent der Steuerpflichtigen. Damit zahlt in Laufenburg jeder 20. Steuerpflichtige seine Steuern zu spät. Im Vergleich der Vorjahre sei dies «weder überdurchschnittlich viel noch überdurchschnittlich wenig», so Obrist.

Kleiner Betrag, offene Rechnung

Ähnlich tönt es in den anderen angefragten Gemeinden. Eine genaue Anzahl können die meisten Finanzabteilungen zwar nicht nennen – aber eine Einschätzung. «Gefühlt eine leichte Verbesserung», lautet diese in Frick. «Ungefähr gleich wie in den Vorjahren» heisst es in Magden. «Tendenziell je länger, desto mehr» unter anderem in Wegenstetten.

Klar ist hingegen, an wen der Grossteil der Mahnungen verschickt wird: Steuerzahler mit niedrigem Einkommen. «Es sind häufig die tieferen Rechnungen, die zu spät bezahlt werden», sagt Marcel Rohrer, Leiter der Abteilung Finanzen in Magden.

Also jene Beträge zwischen 2000 und 3000 Franken. «Es gibt viele Personen, die in knappen, finanziellen Verhältnissen leben und sich die Steuern zusammensparen müssen», heisst es bei der Fricker Finanzverwaltung. Betroffenen bieten die Gemeinden zwei Lösungen an: die Ratenzahlung oder eine Fristerstreckung.

Beides wird in allen befragten Gemeinden angeboten und genutzt. In Magden etwa zahlen rund 80 Personen ihre Steuern entweder in Raten oder haben bei der Finanzverwaltung eine längere Frist beantragt.

In Frick sind es über 100 Personen. «Wir zeigen uns tolerant, wenn uns jemand erklärt, warum er länger Zeit braucht», heisst es hier. Gleiches sagt Roland Obrist. «Viele nutzen ihren 13. Monatslohn, um die Rechnung zu begleichen. Und die Gemeinde hat keinen Verlust, wenn jemand die Frist verlängert, da er dann den Verzugszins mitzahlt», so Obrist.

Ein Trick gegen Betreibungen

Den Verzugszins müssen auch jene zahlen, die eine Mahnung erhalten haben. Die neue Frist für sie ist der 31. Dezember. Die Finanzabteilungen weisen in den Mahnungen darauf hin, was droht, wenn auch diese Frist ungenutzt verstreicht: eine Betreibung – und zwar schon im Januar.

Damit es nicht soweit kommt, haben sich einige Gemeinden einen Trick einfallen lassen: Sie kriegen von den Betreibungsämtern zwar die Betreibungsbegehren, halten diese aber zurück und verschicken stattdessen eine Kopie.

«Viele erschrecken darob und bezahlen die Rechnung oder melden sich und man findet eine Lösung», sagt Obrist. So müssen nicht gleich die meisten Betreibungen wieder zurückgezogen werden.

Trotzdem: Zu einigen Betreibungen wird es auch in dieser Steuerperiode kommen. Etwa 60 waren es beim Betreibungsamt Möhlin (verantwortlich für das ganze Möhlintal) im letzten Jahr. Und diesen Brief will wirklich niemand im eigenen Briefkasten.

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