Mettauertal
James Bond und die Riesenkrake gaben sich in Etzgen ein Stelldichein

Die Kürbisschnitzer investierten wieder viel Zeit und verzauberten an der 7. Etzger Kürbisbeleuchtung mit ihren leuchtenden Kunstwerken die Besucher.

Peter Schütz (Text und Fotos)
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James Bond auf Stippvisite im Mettauertal.

James Bond auf Stippvisite im Mettauertal.

Peter Schütz

Etzgen im Glück: Nach durchwachsenem Wetter in den zwei letzten Jahren blieb die 7. Kürbisbeleuchtung fast trocken. Ein paar Regentropfen am Freitagabend führten zwar zu besorgten Blicken gegen die Himmel, aber es war alles halb so wild.

«Grosser Aufwand, viele Leute – es ist eine Freude», berichtete Urs Amsler, im vierten Jahr OK-Präsident, in der rappelvollen Beiz des Skiclubs. Auch in den anderen Lokalitäten herrschte an beiden Abenden am Wochenende Hochbetrieb. Das lag zum einen an der Vielfalt und Schönheit der geschnitzten Kürbisse, zum anderen aber auch am kulinarischen Angebot. Verhungern musste niemand.

Allerlei Kürbis-Köstlichkeiten

Die örtlichen Vereine verlegten sich aufs Kochen und servierten Kürbis-Köstlichkeiten en gros: Kürbis-Chili con Carne, Knöpfli mit Kürbissauce, Kürbisbratwurst, Bratkäse und Kürbisschnitze, Kürbiskuchen und -wähen, Kürbisfleischkäse oder Kürbissuppe, Kürbisrisotto, Hamburger mit Kürbis und Chürbis-Chäs-Chüechli, auch als Take-away. Ohne Kürbis ging nichts. Nach 18 Uhr wurden die Häuser verdunkelt und die Strassenbeleuchtung ausgeschaltet, dunkel war es trotzdem nicht wirklich. Rund 1000 geschnitzte, mit Kerzen ausgestattete Kürbisse ergaben ein orangefarbenes Lichtermeer, das seinesgleichen sucht.

Zischender Kühlturm

Bei der Wahl der Motive waren die Kürbisschnitzer frei gewesen, was zu einer grossen Vielfalt führte. Schaurige Fratzen waren dabei, aber auch Dekoratives, Porträts, die Jahreszeiten, Dorfwappen, Tiere wie eine Krake oder ein Krokodil. Gut gemacht, mit viel Liebe zum Detail.

Die Schule Birr hatte eine Menge geschnitzter Kürbisse mitgebracht, ebenso die Schule Mettauertal. Das Hauptsujet mittendrin, ein auf den ersten Blick dunkles Gebilde, das gelegentlich zischende Geräusche von sich gab und sich bei genauerem Hinsehen als Kühlturm des Atomkraftwerks Leibstadt entpuppte. «Für den Turm haben wir 80 Stunden investiert und rund 250 Kürbisse verwendet», so Urs Amsler. Das Zischen stammte von einer Nebelmaschine und sollte den Kühldampf darstellen.

Immenser Aufwand

Hinter der 7. Etzger Kürbisbeleuchtung steckte ein immenser Aufwand. Nach diversen OK-Sitzungen gelangten am 3. Mai die Kürbiskerne in 520 vorbereitete Töpfe, die Kürbissetzlinge wurden am 31. Mai auf dem Feld zwischen Etzgen und Schwaderloch gepflanzt. Am Mittwoch vor der Beleuchtung fand der Schnitznachmittag statt. Danach: Aufstellen, staunen, sich freuen. Doch wie immer: Nach der Kürbisbeleuchtung ist vor der Kürbisbeleuchtung.

Schon bald wollen Urs Amsler und seine OK-Mitstreiter Pascal Kläusler, Viktor Steinacher, Sibylle Hausherr, Peter Buschor und Marie-Christine Vetter sich mit der Frage beschäftigen: nächstes Jahr wieder? Hoffentlich.

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