Frick

Jahresrückblick mit alt bekannten Sorgen: Onlinehandel zehrt am Gewerbe

An der Generalversammlung des Gewerbevereins – hier der Gesamtvorstand – trat Rolf Böller (2.v.l.) zurück, seine Nachfolge tritt Esther Studer (6.v.l.) an.

An der Generalversammlung des Gewerbevereins – hier der Gesamtvorstand – trat Rolf Böller (2.v.l.) zurück, seine Nachfolge tritt Esther Studer (6.v.l.) an.

Der Verein Gewerbe Region Frick-Laufenburg blickte bei seiner Generalversammlung auf ein herausforderndes Jahr zurück.

«Das Unternehmertum bleibt eine Herausforderung», sagte Franziska Bircher, Präsidentin des Vereins Gewerbe Region Frick-Laufenburg an dessen Generalversammlung am Montagabend. Diese fand für einmal ausserhalb des eigentlichen Einzugsgebiets statt.

Mit zwei Cars waren die rund 100 Teilnehmer nach Leibstadt chauffiert worden. Dort konnten sie sich die neuen Hallen des Holzlieferanten Kuratle Jaecker anschauen. «Wir sind ja eigentlich Laufenburger, haben aber aus Platzgründen hier im Zurzibiet unseren neuen Standort aufgebaut», sagte Eigentümer George Kuratle bei seiner Begrüssung.

Bircher sprach in ihrem Jahresrückblick unter anderem das Sorgenbarometer des Aargauischen Gewerbeverbands (AGV) an. Dieses zeige die Befindlichkeit des Gewerbes, so Bircher. «Die kleinen und mittelgrossen Firmen im Kanton sind wieder optimistischer.

Die Auftragslage hat sich im Vergleich mit dem Vorjahr verbessert.» Eine Tendenz, die auch im Verein spürbar sei.

Kontakt zu den Kunden

Aber natürlich bleiben die altbekannten Sorgen ein Thema. Der Mangel an Fachpersonal, in Grenznähe der Einkaufstourismus – und nun auch besonders der Onlinehandel. Hier machte Bircher gar den grösseren Handlungsbedarf aus als beim Einkaufstourismus.

«Die steigende Tendenz des Onlinehandels beschäftigt uns je länger je mehr», sagte sie und appellierte an die Anwesenden: «Als regionale Gewerbler müssen wir mit gutem Beispiel vorangehen und den Konsumenten zeigen, wo man einkaufen soll.»

Wichtig sei ausserdem, den Kontakt zu den Kunden zu suchen und zu pflegen. Als «Highlight» auch in dieser Beziehung bezeichnete Bircher die Gewerbeausstellung Expo 17. 90 Firmen aus der Region präsentierten sich Anfang Oktober in Frick.

Zwar hätten weniger Aussteller teilgenommen, dafür aber konnten «mehr und vor allem interessiertere Besucher» verzeichnet werden. «Das zeigt, wie wichtig der persönliche Kontakt mit potenziellen Kunden ist», so Bircher.

Sie liess durchblicken, dass im Hintergrund bereits wieder die Fäden für eine neue Gewerbeausstellung gezogen werden. Diese soll in rund drei Jahren stattfinden.

«Direkter Kundenkontakt ist der beste Kundenkontakt», befand auch Bernhard Stöckli, OK-Präsident der Expo 17. Eine Umfrage unter jenen Gewerblern, die auf eine Teilnahme verzichteten, soll Verbesserungspotenzial hinsichtlich der nächsten Ausstellung zeigen. «Sagt uns, was wir euch bieten können, damit ihr ausstellt», so Stöckli.

Studer ersetzt Böller

Der Verein steckte über 300 000 Franken in die Expo 17. Sie konnte mit leicht schwarzen Zahlen abgeschlossen werden. Das zeigte die Jahresrechnung. Der Verein verfügt über ein Kapital von fast 180 000 Franken.

Zu einem Wechsel kommt es im Vorstand. Rolf Böller, seit 2010 dabei, tritt zurück. Bircher dankte ihm für «die stets zuverlässige und sachliche Arbeit». Böllers Nachfolge tritt Esther Studer an. Sie arbeitet als Geschäftsführerin und Mediatorin bei der Anwaltskanzlei Studer in Laufenburg.

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