Die meisten Wortmeldungen an der Laufenburger Gemeindeversammlung gab es beim geplanten Nahwärmeverbund Altstadt. Stadtammann Herbert Weiss stellte das Projekt vor, das aus der Initiative einer Interessengemeinschaft entstanden ist. «Der Wärmeverbund würde das Gebiet Wasengasse, Hinterer Wasen abdecken, nicht die ganze Altstadt», betonte er. Und: «Er ist nur realisierbar im Zusammenhang mit dem Alten Grundbuchamt.» Dort könnten nämlich Synergien genutzt werden. Beispielsweise könnte der Keller des Alten Grundbuchamts als Schnitzellager genutzt werden.

Weiss betonte weiter, dass es nicht um eine Subventionierung gehe. «Die Energie wird für die Bezüger nicht günstiger, aber sie kommt aus unserem Wald.» Angedacht sei deshalb eine Genossenschaft mit der Stadt als Genossenschafterin, damit der Wärmeverbund in den Händen der Stadt bleibe und sie mitbestimmen könne.

Genossenschaft problematisch

Aus der Versammlung wurde Kritik an der Organisationsform Genossenschaft laut. In einer Genossenschaft könne die Gemeinde zu leicht überstimmt werden, so mehrere Votanten. Ein anderer Bürger stellte den Antrag, den Kredit zurückzuweisen, die Planungen beim Alten Grundbuchamt zu stoppen und stattdessen dort einen Wettbewerb für eine Wohnüberbauung zu lancieren. Der Stadtrat versprach, die Organisationsform im Rahmen des Projektierungskredites zu prüfen. Und er gab zu, dass ein Wärmeverbund mit jedem Neubau auf dem Areal des Alten Grundbuchamtes gekoppelt werden könnte.

Aber: «Derzeit läuft das Projekt mit den Büroräumlichkeiten für den Gemeindeverband, deshalb möchten wir den Wärmeverbund auch in diese Planungen einbeziehen.» Der Souverän stimmte schliesslich dem gemeinderätlichen Antrag deutlich zu. Auch alle übrigen Geschäfte wurden einstimmig gutgeheissen.

Unter Verschiedenes forderte ein Votant, den Kampf um die Swissgrid nochmals aufzunehmen. Schliesslich stünden bei der Swissgrid Wechsel im Aktionariat und damit verbunden wohl auch Wechsel im Verwaltungsrat an. Zudem sei die Baubewilligung für den Neubau in Aarau noch nicht gesprochen.

Stadtammann Weiss nahm die Forderung entgegen und verwies auf die laufenden Gespräche über das Swissgrid-Areal. «Ich kann den Wegzug-Entscheid auch nicht nachvollziehen», so Weiss, aber ein Umstossen dieses Entscheids sei wohl sehr schwierig.