Eine emotionsgeladene Sommergemeindeversammlung, die in der Rückweisung des Pachtvertrags für den Flugplatz gipfelte, Leserbriefe im Vorfeld der Versammlung vom Freitag: Alles deutete auf weitere Diskussionen um den Flugplatz Schupfart hin.

Das Gegenteil war der Fall. Raphael Erni, der im Namen der Finanzkommission im Juni noch den Rückweisungsantrag gestellt hatte, entschuldigte sich für eine damalige Fehlinterpretation der Flugbewegungszahlen und dafür, dass die Finanzkommission den Gemeinderat nicht vorgängig über ihren Antrag informiert hatte.

Der zuständige Gemeinderat René Heiz gab zu, dass der Gemeinderat mit dem anschliessenden Vorwurf der Amtsanmassung übers Ziel hinausgeschossen sei. Und alle Beteiligten lobten den vom Aero-Club (AEC) in den neuen Verhandlungen eingebrachten Vorschlag des Lärmfonds. Zielführend sei dieser und deutlich weniger aufwändig als die im Sommer vorgesehene Lärmgebühr.

Erni zeigte sich zudem zufrieden, dass der Pachtzins von 28 500 Franken garantiert, dass Schupfart auch bei weniger als 12 000 Flugbewegungen jährlich finanziell nicht schlechter gestellt ist als im alten Vertrag von 1994.

Sanierungen stehen an

Die Ortsbürger hatten keinen weiteren Diskussionsbedarf, zumal die Flugfeldöffnungszeiten gleich bleiben wie im alten Vertrag. 60 der 62 Anwesenden stimmten dem neuen Pachtvertrag zu. Da das Quorum von 43 überschritten wurde, ist der Entscheid nicht referendumsfähig und damit definitiv.

Im Gespräch mit der az zeigte sich Roger Stieger, Präsident der Sektion Fricktal des Aero-Clubs Schweiz, erleichtert. «Wir sind angewiesen auf diesen Vertrag. Es stehen Investitionen in die Infrastruktur an. Und nun können wir die Planungen aufnehmen und mit Banken über Hypotheken verhandeln.» Der Hangar müsse saniert werden, die Tankstelle ebenso. «Die Schätzungen belaufen sich auf rund zwei Millionen Franken», so Stieger. Er betonte, dass es sich um eine «reine Sanierung und keinen Ausbau» des Flugplatzes handelt.

Auch Gemeindeammann Bernhard Horlacher freute sich über den Entscheid. «Ein vertragsloser Zustand wäre unhaltbar gewesen», so der Ammann im Hinblick darauf, dass Schupfart den Pachtvertrag auf Ende 2014 gekündigt hatte, um Neuverhandlungen zu ermöglichen. Der Lärmfonds sei ein gutes Instrument.

Der AEC zahlt künftig jährlich 4000 Franken in den Fonds und kann das Geld für lärmmindernde Massnahmen verwenden. Übersteigt der Fonds 20 000 Franken, geht der Überschuss an die Gemeinde. «Wir wollen allerdings mit dem Fonds nicht Geld verdienen», so Horlacher, «sondern wünschen uns, dass der Lärm wirklich minimiert wird.»