Interview
Ist Oeschgen bereit für so viel Wachstum, Herr Ammann?

Dem Dorf stehen wachstumsreiche Jahre bevor. Ammann Christoph Koch erklärt, was das der Gemeinde bringt – auch an Herausforderungen.

Nadine Böni
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André Urech

Drei grosse Überbauungen sind im Oeschger Mitteldorf, im Müllerai und an der Römerstrasse angedacht. Knapp 90 Wohnungen könnten in den nächsten Jahren entstehen – und über 200 neue Einwohner in das 1000-Seelen-Dorf bringen.

Christoph Koch, sind die Oeschger bereit für so viel Wachstum?

Christoph Koch: Diese Frage stellt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Wir haben in der Nutzungsplanung aufgezeigt, dass Oeschgen auf rund 1200 Einwohner anwachsen wird. Es war daher absehbar, dass es Projekte geben wird. Jetzt kommt halt gleich alles auf einmal.

Kritik am Wachstumsschub scheint es nicht wirklich zu geben.

Gegen die Verdichtung im Mitteldorf ging tatsächlich keine Einsprache ein. Bei der Informationsveranstaltung zum Projekt im Gebiet Müllerai am Donnerstag gab es dann schon kritische Stimmen – allerdings zu Projektdetails und nicht im Grundsatz. Es ist uns klar: Wenn wir eigenständig bleiben wollen, müssen wir wachsen.

Also ist alles eine Frage der Finanzen?

Wenn es in den letzten Jahren um den Finanzausgleich ging, stand Oeschgen immer mit am schlechtesten da. Das hat der Gemeinderat sowohl bei Gemeindeversammlungen als auch bei einer Informationsveranstaltung deutlich gemacht und aufgezeigt, dass Wachstum eine gewisse Entlastung bringen könnte. In der Bevölkerung spüre ich durchaus Verständnis für die Situation.

Wachstum birgt aber auch Herausforderungen – etwa bei der Infrastruktur. Wie ist Oeschgen aufgestellt?

Zu betonen gilt es, dass die Projekte in Etappen umgesetzt werden. Es kommen also nicht auf einen Schlag 200 Einwohner dazu. Aber natürlich haben wir Abklärungen in diese Richtung getroffen. Gerade im Bereich Kindergarten und Schule.

Und wie sieht es aus?

Beim Kindergarten sind wir mit dem im letzten Jahr eröffneten Neubau sicher gut aufgestellt. Derzeit haben wir rund 20 Kindergärtler, der Neubau böte Platz für 30. Und auch bei der Schule haben wir mit dem Pavillon genügend Möglichkeiten. Es wird sich aber erst noch zeigen, wie die Demografie der Neuzuzüger überhaupt aussieht – sprich: Wie viele Familien mit Kindern nach Oeschgen kommen. Vorgesehen sind ja auch viele kleinere Wohnungen.

Was bedeutet das?

Wir haben die Hoffnung, dass in die neuen Überbauungen nicht nur Neuzuzüger, sondern auch Nicht-weg-Züger einziehen. Also junge Oeschgerinnen und Oeschger, die hier eine Wohnung finden, statt beispielsweise nach Frick abzuwandern. Das ist ein Angebot, das in der Gemeinde derzeit so gut wie gar nicht vorhanden ist. Die Projekte bieten hier eine Chance.