Mumpf/Wallbach

Ist dieser Gipser schon bald ein Europameister aus dem Fricktal?

Lukas Berger mit einer selbst gemalten Schweden-Flagge, die ihm sein Ziel, die «EuroSkills», täglich vor Augen führte.

Lukas Berger mit einer selbst gemalten Schweden-Flagge, die ihm sein Ziel, die «EuroSkills», täglich vor Augen führte.

Lukas Berger tritt als Gipser an den «EuroSkills» in Göteborg an – und hofft dort auf einen Podestplatz.

Spachteln, Verputzen und Konstruieren. Alles auf Zeit aber trotzdem genau und sauber. Die Europameisterschaft «EuroSkills» in Göteborg, vom 1. bis zum 3. Dezember, ist eine Herausforderung für die begabtesten Gipser. Lukas Berger aus Mumpf hat sich acht Monate auf den Wettkampf vorbereitet und ist vorgestern in Schweden eingetroffen. «Gestern habe ich meinen Platz in der Wettkampf-Halle eingerichtet. Dabei konnte ich mich nochmals mental vorbereiten», so Lukas Berger. Die Aufregung halte sich noch in Grenzen.

Die «EuroSkills 2016» ist die fünfte Europameisterschaft der Berufsleute. In Göteborg treten 488 Kandidaten sowie 20 Teilnehmer in Präsentationsdisziplinen an. 44 Disziplinen werden auf 40 000 Quadratmetern Wettbewerbsfläche ausgeübt. «In der Kategorie Gipser habe ich neun Gegner», sagt Berger.

«Der Flug nach Göteborg war entspannt, ich gehe das Ganze ruhig an. Schliesslich habe ich viel trainiert», so Berger. Der 22-Jährige hat vor allem an der Geschwindigkeit arbeiten müssen. Auf Genauigkeit und Sauberkeit zu achten ist für den Gipser kein Problem: «Ich habe ursprünglich Maler gelernt und danach eine Zusatzlehre als Gipser absolviert», erklärt Berger. So könne er das Know-how aus beiden Berufen kombinieren. In Trainingswochenenden lernte er zudem, unter Druck einen kühlen Kopf zu bewahren. Berger beschreibt sich selbst als sehr bodenständig und daher nicht schnell aus der Ruhe zu bringen. «An den ‹SwissSkills› in Bern hat es auch geklappt», sagt der Bronzegewinner der Schweizermeisterschaften 2014.

Ziel ist das Podest

Momentan arbeitet der Mumpfer bei der Alfons P. Kaufmann AG in Wallbach und bekommt von seinem Arbeitgeber mehr als genug Unterstützung. Dank Freistellungstagen, Platz und Werkzeug zum Üben sollte der junge Gipser/Maler sein Ziel – die «EuroSkills» in Göteborg – täglich vor Augen haben. «Unser Ziel ist ein Platz möglichst weit oben auf dem Podest», so Arbeitgeber Alfons Paul Kaufmann. Wertvolle Tipps vermittelt auch Bergers Malerkollegin, die an den «WorldSkills» 2013 eigene Erfahrungen gesammelt hat. Tipps, Tricks und Übung hin oder her, Lukas Berger weiss: «Wenn es zählt, muss ich effizient sein. Jeder Handgriff muss absolut sitzen. Routine zu haben ist dabei das Wichtigste.» Der Schlüssel zum Erfolg sei bei gleichbleibender Qualität schnell und ergiebig zu arbeiten.

Was den jungen Mann an seinem Beruf so fasziniert ist, dass man am Ende eines Arbeitstages das Ergebnis und den Fortschritt – das eigene Werk – betrachten kann. «Die Früchte meiner Arbeit zu sehen ist für mich immer wieder ein schönes Erlebnis.» Diese Faszination besteht bei Berger schon von klein auf, er ist in einer Handwerker-Familie aufgewachsen. «Die Liebe zum Handwerk habe ich meinem Vater zu verdanken. Seit Kindertagen werkelte und bastelte er mit uns Kindern. Das hat mich geprägt», so Berger.

Eine intensive Zeit

Die ganze Familie hat ihn in dieser intensiven Zeit unterstützt und ist nun mit dem Europameister-Kandidaten in Göteborg. «Sie sind alle stolz auf mich. Es ist ein schönes Gefühl wenn man so getragen und unterstützt wird.» Das motiviert ihn noch mehr, er möchte ein gutes Fundament schaffen für weitere Karrieremöglichkeiten, um dann aus dem Vollen schöpfen zu können. «Ich kann eine Teilnahme an einer Berufsmeisterschaft nur empfehlen, ich habe bereits bei den ‹SwissSkills› sehr viel dazu gelernt und bin an mir selbst gewachsen.» Acht weitere Schweizer von verschiedenen Branchen werden in den kommenden Tagen Erfahrungen an den «EuroSkills» sammeln.

Ein Podestplatz würde im Leben des Kandidaten nicht viel verändern. Die Liebe zu seinem Beruf lasse sich kaum noch steigern. Berger: «Ich wäre höchstens noch ein wenig mehr berufsstolz, als ich es sowieso schon bin.»

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