Rheinfelden
Ist das Essen die Essenz des Rhyfälder Herbstmärts?

Am Wochenende verwandelte sich die Rheinfelder Altstadt in einen grossen, bunten Markt. Der Rhyfälder Herbstmärt lockte die Besucher in Scharen an. Doch was ist es jetzt genau, das den Markt ausmacht?

Catarina Martins
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In Rheinfelden fand ein Herbstmärt statt.
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Herbstmärt Rheinfelden
An den Ständen gab es viel zu probieren und zu kaufen.
Der Racelettekäse machte die Besucher gluschtig.
Durch die Vielfallt an Ständen gab es für jeden etwas.
Das Angebot am Herbstmärt in Rheinfelden war riesig.
Ob Spezialitäten oder Traditionelles, kulinarisch kam man auf seine Kosten.
Auch für Spass für die jüngeren Besucher wurde gesorgt.

In Rheinfelden fand ein Herbstmärt statt.

Catarina Martins

Was macht den Rhyfälder Herbstmärt aus? Was ist seine Essenz? Die Suche beginnt in der Kupfergasse. Ledertaschen, lateinamerikanische Accessoires, fernöstliche Leckereien, dazwischen sitzt die Keramikdesignerin Christine Burch an einer Drehscheibe und stellt vor ihrem Laden live eine Eierschale her. Weiter vorne laufen Christian Pelaez, Inhaber der Bar National, und seine Arbeitskollegen in bayerischen Trachten herum. Es ist eine kunterbunte Mischung von Ständen auf einer Länge von rund 80 Meter.

In der Marktgasse verkaufen freiwillige Helfer der Stiftung MBF Brote und Kuchen, die von den Buurefraue Fricktal gebacken wurden. Auch in diesem Jahr erliess die KaufStadt Rheinfelden gemeinnützigen Organisationen wie die MBF 40 Prozent der Marktgebühr.

Viel Zeit fürs Beraten

Folgt man weiter seiner Nase, stösst man auf Käseschnitten, Kürbisse, Dörrfrüchte und Gewürze. Wobei sich bei Letzterem die Frage stellt, was ein typisches Herbstgewürz ist. Die Damen vom «Gwürzegge» aus Aesch erklären, dass Raclette- und Wildgewürze besonders im Herbst grossen Anklang finden. Vielleicht ist das die Essenz des Märts: das Essen. Allen voran Raclette. Und siehe da, an einigen Ständen blubbern halbe Käselaibe vor sich hin und warten auf den Verzerr.

Aber, ist das wirklich die Essenz des Märts? Was ist mit den Kleidern-, Accessoire und Dekorationständen, die sich unter den fast 200 Läden befinden? Am Stand «s'Tüechli-Huus», den vielen Besucher schon seit 30 Jahren kennen, erklärt Roswitha Peter, was sie am Markthandel schätzt: «Die Beziehung zum Kunden ist am Markt viel intensiver. Man hat mehr Zeit ihn zu beraten. Ich finde es toll, wenn ich jedes Jahr ein paar Gesichter wiedererkenne, wie es zum Beispiel in Rheinfelden der Fall ist.»

Alte Bekannte treffen

Ist der Rhyfälder Herbstmärt vielleicht genau das, ein Zusammenkommen von alten Bekannten? Etwas weiter vorne lockt der Duft von frischem Magenbrot. Isabelle Rohner, Geschäftsführerin der Bäckerei Rohner, gibt eine heisse Spur. «Ich kenne ehemalige Rheinfelder, die extra an den Herbstmärt kommen, um alte Bekannte zu treffen», erläutert Rohner.

In der Tat, sie hat recht. Wenn man um sich blickt, beobachtet man ein kleines Phänomen. Manchmal bleiben Menschen mitten auf der Strasse stehen, lachen auf, herzen sich und gehen dann gemeinsam weiter. Beim noch genauerem Hinsehen kriegt man die Essenz des Herbstmärt am Schwanz zu fassen und stellt fest, dass der Märt nicht nur ein «Klassentreffen», sondern auch eine kleines Stück Tradition in einer sich stetig wandelnden Welt ist, der die Generationen während zwei Tagen vereint.