AEW Energie AG mit ihren Experten und dem Know-how signalisierte Bereitschaft, mit der Stadt eine Aktiengesellschaft für das neue Projekt zu gründen.

«Dies entspricht auch unserer energiepolitischen und damit strategischen Zielsetzung, den Anteil erneuerbarer Energieträger sowie von Abwärme am Wärmebedarf bis ins Jahr 2020 auf 40 Prozent zu erhöhen», verdeutlicht Stadtammann Franco Mazzi. Heute liege der Wert gerade mal bei 20 Prozent.

Rathaus oder Schulen anschliessen

Grossen Wert legt er auf kommunales Engagement: «Wir haben Mitsprachemöglichkeiten und können eigene Liegenschaften wie Rathaus oder Schulen im Altstadtbereich mit anschliessen.» Folglich kommt an der Versammlung der Einwohnergemeinde vom 20. Juni der Antrag, eine Kapitalbeteiligung mit 2,5 Millionen Franken an der noch zu gründenden Wärmeverbund Rheinfelden AG zu genehmigen.

Ferner geht es um 5 Millionen für die Gewährung eines Aktionärsdarlehens: «Das wird gut verzinst und mittel- bis langfristig zurückgezahlt.» Die finanziellen Risiken seien kalkulierbar. Mit den gleichen Beträgen werde sich die AEW finanziell in der AG engagieren, so Mazzi. Deren Verwaltungsrat habe am 8. Mai das Rheinfelder Projekt bereits abgesegnet, nun sei die Einwohnergemeinde am Zug.

15 Millionen Franken Erstinvestition

Die Erstinvestition in den Wärmeverbund beläuft sich nach derzeitigem Planungsstand auf 15 Millionen Franken. Seitens des Kantons seien 700000 Franken in Aussicht gestellt, heisst es nun in der Botschaft an die Einwohnergemeinde. Falls Zustimmung erfolge, liessen sich Ausführungsplanung und die Arbeitsvergaben noch bis Ende dieses Jahres erledigen. Und im Frühling 2013 könnte mit dem Zentralenbau auf dem Areal von Feldschlösschen sowie einzelnen «Wärmeverbundetappen» begonnen werden. «Bis Mitte 2015 soll das Projekt abgeschlossen und die vollständige Betriebsaufnahme gewährleistet sein», lässt sich aus der Botschaft eine ehrgeizige Zielvorgabe herauslesen.

Die Experten nennen mittlerweile «Eckdaten» für den Wärmeverbund: 6 Megawatt Leistung pro Jahr, was der Versorgung von 600 Einfamilienhäusern entspricht; 3,5 Kilometer Leitungsnetz; Anschluss von rund 70 Liegenschaften; Einsparung von 1,2 Millionen Liter Heizöl oder 1,27 Millionen Kubikmeter Erdgas.

Stadtammann Franco Mazzi skizziert ein langfristiges Ziel. Als da wäre ein Zusammenschluss aller bestehenden Wärmeverbünde, beispielsweise Engerfeld mit Holzschnitzelanlage oder Rheinfelden-Ost mit Abwärme aus der Saline. Er setzt jedenfalls auf die Partnerin AEW Energie AG: «Die betreiben heute schon 50 Wärmeverbünde, das gibt Sicherheit.»