Frick

Isolierstation für Asylsuchende am Werkhof bewährt sich – bislang 7 Infizierte

Pia Maria Brugger und Stephan Müller vom kantonalen Sozialdienst vor der Eröffnung der Station.

Pia Maria Brugger und Stephan Müller vom kantonalen Sozialdienst vor der Eröffnung der Station.

Bislang wurden 19 Asylsuchende im Werkhof in Frick untergebracht. Sieben davon waren mit Corona infiziert. Der Kanton zieht eine positive Bilanz.

Kaum war die Unterkunft geschlossen, ging sie wieder auf: Bis Mitte März diente der ehemalige A3-Werkhof in Frick als kantonale Asylunterkunft. Gut zwei Wochen später ging sie wieder auf – diesmal als Isolierstation: Seit dem 7. April wohnen im Container-Dörfli, wie die Asylunterkunft auch genannt wurde, Asylsuchende, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden oder die Verdachtsfälle sind.

Nach den ersten drei Betriebswochen der Isolierstation zieht der Kanton auf Anfrage der AZ eine positive Zwischenbilanz. «Der Betrieb läuft rund, ohne nennenswerte Vorkommnisse», sagt Manfred Speckert von der Medienstelle des Gesundheitsdepartements. Die stationierten Personen würden sich gut an die Verhaltensregeln und Hygienemassnahmen halten. Auch die Zusammenarbeit zwischen Zivilschutz, Securitas und dem Kantonalen Sozialdienst sei konstruktiv und gut eingespielt.

Die Bewohner der Isolierstation sind angehalten, auf ihren Zimmern zu bleiben. Gestattet sind Spaziergänge auf dem Gelände des ehemaligen Werkhofes; das Areal zu verlassen, ist nicht erlaubt. «Bisher sind alle Patienten sehr gut mit der besonderen Situation umgegangen», sagt Speckert. Die Regeln innerhalb der Isolierstation würden eingehalten. «Da der Aussenraum relativ grosszügig ist, können draussen die Abstandsregeln gut eingehalten werden.»

Dabei hilft, dass die Isolierstation nicht ausgelastet ist. Bis zu 50 Bewohner könnten untergebracht werden; aktuell leben fünf im Werkhof. Insgesamt waren laut Speckert seit der Eröffnung 19 Personen in Frick untergebracht, darunter drei Familien.

Bislang sieben positive Coronafälle

Vier Personen davon kamen positiv getestet, die restlichen als Verdachtsfälle in die Isolierstation. Bei drei Verdachtsfällen fiel der Test im Nachhinein positiv aus. «Bei positiv getesteten Eltern – Vater oder Mutter – wurde jeweils die gesamte Familie nach Frick gebracht», sagt Speckert. Dies, weil bei einem positiv getesteten Elternteil alle Familienmitglieder als Verdachtsfälle behandelt werden.

Insgesamt mussten bislang zwei positiv getestete Asylsuchende hospitalisiert werden. Keine davon direkt aus der Isolierstation in Frick. «Beide Personen konnten das Spital inzwischen verlassen», sagt Speckert.

Vor Ort haben die Asyl­suchenden tagsüber zwei, nachts einen Ansprechpartner. «Zusätzlich stellt der Zivilschutz immer zwei Personen, die den Zutritt zum Areal kontrollieren», so Speckert. Die Verpflegung der Patienten wird ebenfalls durch den Zivilschutz sichergestellt. Die Mahlzeiten werden dabei durch das Betreuungspersonal in Einweggeschirr geschöpft und allen Personen zum Zimmer gebracht.

Ein- bis zweimal pro Tag ist Gesundheitspersonal vor Ort und kontrolliert den Zustand aller Bewohner. «Bevor es zu einem Austritt aus der Isolierstation kommt, wird ein Coronatest durchgeführt», sagt Speckert. Fällt dieser negativ aus, kann der Asylsuchende zurück in seine angestammte Unterkunft.

Rückmeldungen aus der Bevölkerung sind beim Kanton bislang keine eingegangen. Auch bei der Gemeinde gab es laut Gemeindeschreiber Michael Widmer nur eine Anfrage organisatorischer Natur. «Der Betrieb verläuft geordnet und ruhig», bilanziert Widmer.

Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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