Laufenburg

Ins kalte Wasser geworfen und auf Anhieb schwimmen gelernt

Hier herrscht Teamgeist: (hinten von links) Stadträte Thomas Argast, Christian Rüede, André Maier und Gemeindeschreiber-Stellvertreter, Marco Waser, (vorne von links) Gemeindeammann Herbert Weiss und Vizeammann Meinrad Schraner. sh

Hier herrscht Teamgeist: (hinten von links) Stadträte Thomas Argast, Christian Rüede, André Maier und Gemeindeschreiber-Stellvertreter, Marco Waser, (vorne von links) Gemeindeammann Herbert Weiss und Vizeammann Meinrad Schraner. sh

Vier der fünf Stadträte sind neu im Amt. Mit grossem Engagement nimmt das Team die vielen Aufgaben wahr. Besonders das Sparen bei den Gemeindefinanzen stellt das Team vor eine knifflige Aufgabe.

Sitzungstermin im Laufenburger Rathaus. Kurz nacheinander betreten die fünf Stadtratsmitglieder das Besprechungszimmer, nehmen sehr gezielt auf den um den Tisch verteilten Stühlen Platz. Es scheint eine feste Sitzungsordnung zu geben. Stadtammann Herbert Weiss setzt sich nach kurzer, aber herzlicher Begrüssung zuoberst an den Tisch.

Er ist zwar der «Chef» in der Runde, gleichwohl ist kein Hierarchiedenken im Gesamtgremium spürbar. Fast scheint, hier sitzen sich langjährige Ratsmitglieder gegenüber. Aber eben nur scheinbar. Mit der neuen Amtsperiode haben in Laufenburg gleich vier neue Stadträte begonnen. Einziger Bisheriger ist Herbert Weiss, bis Ende 2013 Vizeammann, jetzt Stadtammann der Fusionsgemeinde.

Wie ist der Findungsprozess im Rat bisher verlaufen? Darauf Stadtrat Thomas Argast mit sichtlicher Zufriedenheit: «Wir haben bereits an der zweiten Sitzung unsere Strukturen gehabt, die Ressorts verteilt. Ich habe das Gefühl, wir sind schon ewig zusammen.» Vizeammann Meinrad Schraner kann dem nur beipflichten, betont: «Wir funktionieren gut. Sind relativ gut eingestiegen. Dies nicht erst seit dem 1. Januar, wir haben bereits vorher mit der Zusammenarbeit begonnen.»

Teamfindung

Im zurückliegenden Jahr haben die vier Neuen in Lenzburg einen Einsteigerkurs für neue Gemeinderäte besucht. Doch auch sonst bereits aktiv am Geschehen der Stadt mit den Ortsteilen Laufenburg, Sulz und Rheinsulz mitgearbeitet. Unter anderem an den Workshops zur Stadtentwicklung, sagt Stadtrat Christian Rüede. Dass der Findungsprozess zwar noch nicht abgeschlossen, aber auf gutem Wege ist, freut auch Stadtrat André Maier. «Wir sind ein überraschend gutes Team. Das kann man sich ja nicht aussuchen.»

Für den einzig bisherigen Stadtrat Herbert Weiss war die Situation mit vier Neuen eine ganz besondere Herausforderung. Er sagt denn auch: «Ich hatte zuerst schon einige Bedenken, wie macht man das, wie findet man zusammen.» Weiss ist voller Lob für seine Amtskollegen: «Alle sind willig, viel zu leisten. Ein das kann ich nicht, nein das will ich nicht gab es bis jetzt nie. Es spielt keine Rolle, ob Tag- -oder Nachtzeit, alle zeigen Leistungsbereitschaft, setzen sich ein.» Weiss führt weiter aus, dass für das Zusammenfinden unter anderem auch ein gemeinsamer Tag damit verbracht wurde, in der Gemeinde herumzufahren. «In den Ortsteilen haben wir unsere Liegenschaften und Infrastrukturen angeschaut. Dabei haben wir nicht nur das Gebiet, sondern auch uns besser kennen gelernt. Festgestellt, wird reden alle die gleiche Sprache.»

Knifflige Aufgabe

Geht es bei den Gemeindefinanzen insbesondere ums Sparen, bedeutet das für den Gemeinderat eine knifflige Aufgabe. Eine solche haben sich die fünf Laufenburger Exekutivmitglieder bereits gestellt. An der Wintergemeindeversammlung hatte der neue Stadtrat der Bevölkerung im Zuge der Steuerfusserhöhung von 104 auf neu 108 Prozent versprochen, das Budget 2014 mit dem Ziel 500 000 Franken einsparen zu können zu überarbeiten. Für den Gemeinderat in der neuen Zusammensetzung war diese intensive Auseinandersetzung mit dem Voranschlag, das Vordringen in jeden noch so kleinen Budgetposten der Fusionsgemeinde eine aufwendige wie auch spannende Herausforderung. «Eine Riesenarbeit, aber ein guter Prozess», so Herbert Weiss. Seine neuen Amtskollegen bestätigen das.

In Bezug auf das Arbeitsvolumen stellen die vier Neuen einstimmig fest, dass das Stadtratsamt viel Arbeit erfordert, mehr als erwartet. Zwischen den im Zweiwochenrhythmus stattfindenden ordentlichen Stadtratssitzungen treffen sich die Ratsmitglieder regelmässig, um sich auch mit den verschiedensten Themen ausserhalb der Traktandenliste zu befassen.

Im Gespräch mit den fünf Stadträten wird auch deutlich, dass der Wechsel vom alten zum neuen Stadtrat ohne Reibungsverlust verlaufen ist. So sind beispielsweise mit der noch im letzten Jahr verabschiedeten Entwicklungsplanung oder Leitbild Projekte für die Zukunft aufgegleist worden. Die Umsetzung der damit verbundenen einzelnen Projekte wird von den Ratsmitgliedern als spannende Aufgabe bezeichnet. Aufgaben, denen man sich bereits angenommen hat. Als Beispiel für das Vorwärtsschaffen nennt Meinrad Schraner das alte Grundbuchamt.

An ihrer zurückliegenden Wintergemeinde hatten die Laufenburger für das alte Gebäude einen Planungskredit von 390 000 Franken für Umbau, Sanierung und Neubau verabschiedet. Der Gemeindeverband Bezirk Laufenburg platzt zurzeit aus allen Nähten, wäre daher sehr interessiert, sich nach erfolgten Umbau in der Liegenschaft einzumieten.

Wie Schraner erklärt, habe man bereits mit den Interessenten, neben Gemeindeverband sollen auch weitere Institutionen in dem Gebäude künftig beheimatet werden, Kontakt bezüglich deren Platzbedürfnisse aufgenommen. Das alte Grundbuchamt ist nur ein Teil der verschiedenen Sachgeschäfte, mit denen sich das Stadtratsgremium zurzeit auseinander setzt. Dazu gehören unter anderem Altstadtgestaltung, die Schulraumplanung oder die Vermarktung der neuen Stadthalle sowie vieles andere. Über konkrete Entscheide zu den verschiedenen Projekten wird der Stadtrat an der kommenden Gemeindeversammlung informieren.

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