Pilotprojekt

In zwei Fricktaler Apotheken erhält man nun die Grippeimpfung

Arzt Beat Rickenbacher impft erstmals in der Kapuziner Apotheke in Rheinfelden eine Kundin gegen die Grippe.

Arzt Beat Rickenbacher impft erstmals in der Kapuziner Apotheke in Rheinfelden eine Kundin gegen die Grippe.

Die Storchen Apotheke in Frick und die Kapuziner Apotheke in Rheinfelden machen beim Pilotversuch der Aargauer Apotheken mit. Seit Montag kann man sich in den beiden Apotheken die Grippeimpfung verpassen lassen. Ein Augenschein.

Die ältere Frau setzt sich auf die Bank, krempelt den linken Ärmel hoch und entblösst den Oberarm. Arzt Beat Rickenbacher tupft eine kleine Stelle am Oberarm mit einem Alkoholpad ab und zückt dann die Spritze mit dem Impfstoff gegen die Grippe. Ein kurzer Stich, ein Pflaster drauf und dann ist die erste Kundin in der Kapuziner Apotheke in Rheinfelden gegen die Grippe geimpft.

Noch vor der Impfung musste sie einen Fragebogen ausfüllen. Gemäss diesem entscheiden dann die Apotheker, ob die Person in der Apotheke geimpft werden darf oder ob sie an einen Arzt verwiesen werden muss. Chronisch kranke oder alte Menschen werden in den Apotheken nicht geimpft.

Für 18 bis 65 Jahre alte Menschen

Es ist ein Pilotversuch, den die Aargauer Apotheken am Montag gestartet haben. In zehn Apotheken im ganzen Kanton können sich Menschen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren impfen lassen (die az berichtete). Zwei Apotheken im Fricktal bieten diesen Service ebenfalls an: die Kapuziner Apotheke in Rheinfelden und die Storchen Apotheke in Frick.

«Wir wollen das Bestreben des Bundesamts für Gesundheit unterstützen», erklärt Apothekerin Katrin Ellgehausen Forrer von der Kapuziner Apotheke. «Wir möchten helfen, die Impfquote zu erhöhen.» Denn auch ansonsten gesunde Menschen können zur Gefahr werden, wenn sie jemanden mit der Grippe anstecken.

«Man hat doch eine Verantwortung seinem Umfeld gegenüber», findet sie. Für Arzt Beat Rickenbacher, der in der Gruppenarztpraxis gleich oberhalb der Kapuziner Apotheke arbeitet, war rasch klar, dass auch er seinen Beitrag dazu leisten will. Er wird dann gerufen, wenn sich ein Kunde in der Apotheke impfen lassen will. «Die Wege hier sind kurz», sagt er.

Innert Minuten ist er in der Apotheke, kann die Impfung mal zwischen zwei Patienten machen. Und falls er keine Zeit hat, springen seine Arztkollegen von der Gruppenpraxis ein.

Grippeimpfungen gibt es neu auch in der Apotheke

Grippeimpfungen gibt es neu auch in der Apotheke

Keine Sicherheitsbedenken

Sicherheitsbedenken, wie sie der kantonale Ärztepräsident Hans-Ulrich Iselin äusserte, hat Rickenbacher nicht. «Wir sind mit allem, was wir brauchen, ausgerüstet», sagt er. Sauerstoff, Defibrillator, Adrenalin, ein Ventolin Spray und ein Notfallset bestehend aus einem Antiallergikum und Prednison liegen bereit, sollte es zu einem der seltenen Zwischenfälle kommen; beispielsweise zu einem anaphylaktischen Schock.

Auch den Vorwurf von Iselin, dass die Privatsphäre nicht gewährleistet ist, kann Ellgehausen zurückweisen. Der Raum, wo geimpft wird, ist vom Rest der Apotheke abgeschirmt. Und sie betont, dass Risikopatienten nicht zur Zielgruppe gehören.

«Wir impfen nur ansonsten gesunde Menschen oder solche, die keinen Hausarzt haben», sagt sie. «Chronisch kranke Leute schicken wir zum Arzt.» Damit weist sie auch gleich die Vorwürfe von sich, dass die Apotheken so den Hausärzten die Patienten wegnehmen.

Für 30 bis 50 Patienten hat Ellgehausen Forrer Impfstoff bestellt. Sollten sich 10 bis 20 Kunden für eine Impfung in der Apotheke entscheiden, wäre dies für die Apothekerin schon ein Erfolg. Anmelden müssen sich die Impfwilligen nicht.

In der Storchen Apotheke in Frick haben sich für nächsten Samstag bereits acht Personen für die Grippeimpfung angemeldet, sagt Apothekerin Margrit Tscheulin. «Es braucht jetzt am Anfang sicher etwas Zeit. Aber der Erfolg in den Basler Apotheken zeigt, dass dieses Impfangebot ein Bedürfnis befriedigt», ist sie sich sicher.

In Rheinfelden muss die erste geimpfte Kundin nach dem Pikser noch zehn Minuten auf dem Sofa warten, bis sie wieder gehen darf. Sie ist zufrieden und froh, dass sie die Impfung spontan noch vor den Ferien machen konnte. Das Angebot hat sie 29 Franken gekostet.

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