Während 20 Jahren sorgte Festivalmitgründer und Präsident Hanspeter Müller mit seinen Kolleginnen und Kollegen vom OK sowie unzähligen Helfern dafür, das Schupfart Festival s sich der anfänglich kleine Anlass zu einem national bekannten Musikevent entwickelte.

Diese Entwicklung ging auch weiter, als vor zehn Jahren Tochter Yvonne Müller zur grossen Überraschung und noch grösseren Freude ihres Vaters das von diesem zur Verfügung gestellte Präsidentenamt übernahm.

Hat sie diesen Entscheid je bereut? Dem etwas zögerlichen Nein folgt umgehend die Erklärung: «Gleichzeitig mit der Überlegung, soll ich dem OK künftig vorstehen, hatte ich ein sehr verlockendes, berufliches Angebot im Kanton Thurgau.

Beides liess sich nicht vereinen, denn der neue Job hätte einen Wohnortswechsel mit sich gebracht. Es galt also, eine für mich nicht ganz einfache Entscheidung zu treffen.» Das Festival-Präsidium machte das Rennen.

Das OK hat sich in den letzten zehn Jahren durch verschiedene Wechsel verjüngt. Mit Hanspeter Müller, Peter Kym und Sepp Beck gehören dem Vorstand noch drei Männer der ersten Stunde an.

Yvonne Müller weiss, dass solche langjährigen Vorstandstätigkeiten immer seltener werden. Beruf und Familie verlangen Zeit, das Engagement für eine Vereinstätigkeit steht oft hinten an.

Ein grosses Helferteam

Dennoch kann sich das Schupfart Festival über mangelnde Mithilfe nicht beklagen. Für alle, die mithelfen, im OK vertreten sind oder sich sonst in irgendeiner Form dafür einsetzen, ist es in erster Linie ein Hobby, weiss Yvonne Müller und fügt an: «Sie machen es unentgeltlich und entsprechend auch mit sehr viel Herzblut.»

Dieser grosse Einsatz von ganz vielen Personen ist es auch, der für das Festival trotz jährlich international bekannten Top Acts und einer sehr guten Infrastruktur günstige Eintrittspreise zulässt.

OK-Mitglied zu sein, bedeutet das ganze Jahr hindurch mit genügend Aufgaben rund um den mehrtägigen Musikanlass versorgt zu sein. «An den Festivaltagen muss alles organisiert und bereit sein», weiss Yvonne Müller aus Erfahrung.

So sind die Vorbereitungsarbeiten für die Jubiläumsveranstaltung vom 20. bis 23.September mehrheitlich abgeschlossen. Die Präsidentin wirkt zufrieden.

Zufrieden insbesondere deshalb, weil es das OK bisher immer auch geschafft hat, während des aktuellen Festivals bereits für die Durchführung des Folgejahres begehrte Bands verpflichten zu können. Dies sei der schwierigste Organisationsteil, so die Festivalpräsidentin.

Publikumsgeschmack

Bekannt zu sein, genügt alleine für die Auswahl und Verpflichtung einer Band nicht. Ob es «passt» bestimmt letztlich das Publikum. Ist dessen Geschmack getroffen, stimmen auch die Besucherzahlen.

Yvonne Müller setzt bei der Auswahl auf Nachfragen bei treuen Festivalbesuchern, auf die bewährte Zusammenarbeit von verschiedenen Managements und auch immer auf die notwendige Portion Glück. Den richtigen Riecher und eben auch Glück scheint das OK bei der Bandauswahl für das Jubiläumsfestival vom 20. bis 23. September gehabt zu haben.

Bereits ausverkauft ist der Schlagersonntag. Auf der Zielgeraden befinden sich der in diesem Jahr zusätzlich stattfindende Donnerstag sowie der Rock-Freitag mit je 5000 verkaufen Billetts. Der Samstag (Country) ist ebenfalls auf gutem Wege.

Festival beginnt am Donnerstag

Der vierte Festivaltag bei der diesjährigen Jubiläumsaustragung ist einerseits ein Geschenk an die vielen treuen Fans, aber auch ein schon länger diskutiertes Thema im OK. «Die Infrastruktur steht am Donnerstag schon stets bereit, weshalb diese nicht auch nutzen?», erklärt Yvonne Müller. Ob der Donnerstag auch in Zukunft beibehalten wird, wird sich zeigen.

Heuer auf jeden Fall verspricht er mit dem Auftritt der Band Gotthard einen wahren Ohrenschmaus. Doch auch die anderen drei Tage stehen mit Top Acts dem ersten Konzerttag in nichts nach.