Wahlen
In Stein ist Beat Käser neu Ammann und die SVP zieht in den Gemeinderat ein

Die FDP verliert einen Sitz im Steiner Gemeinderat. Ihr neuer Kandidat Serge Güntert unterliegt im Kampf um den freien Sitz dem SVP-Kandidaten Hans Rudolf Schlatter. Die Freisinnigen stellen aber weiterhin den Ammann.

Marc Fischer
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Beat Käser (links) ist Ammann. Bernadette Ankli (oben links), Andrea Porriciello, Walter Zumstein und Hans Rudolf Schlatter wurden in den Gemeinderat gewählt.

Beat Käser (links) ist Ammann. Bernadette Ankli (oben links), Andrea Porriciello, Walter Zumstein und Hans Rudolf Schlatter wurden in den Gemeinderat gewählt.

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Erstmals in der Geschichte der Partei hat die SVP Stein den Einzug in den Gemeinderat geschafft. Ihr Kandidat Hans Rudolf Schlatter holte im ersten Wahlgang 409 Stimmen – 14 Stimmen mehr als der neue FDP-Kandidat Serge Güntert. Nur ganz knapp schaffte der langjährige CVP-Gemeinderat Walter Zumstein die Wiederwahl. Er lag nur gerade 16 Stimmen vor Schlatter und nur gerade 30 Stimmen vor Güntert. Die übrigen Bisherigen – Beat Käser (FDP), Bernadette Ankli (CVP) und Andrea Porriciello (SP) – wurden deutlich wiedergewählt.

Die Freude beim neuen SVP-Gemeinderat Hans Rudolf Schlatter ist nach dem knappen Wahlsieg entsprechend gross. «Ich bin sehr zufrieden, dass es geklappt hat. Für die Partei ist dies ein Meilenstein», so Schlatter. Das Resultat zeige auch, dass «die Arbeit, die wir in den zwölf Jahren seit der Parteigründung gemacht haben, nicht falsch sein kann». Für die Partei sei es wichtig, im Gemeinderat vertreten zu sein, führte Schlatter weiter aus. «Wir sind nun auf Augenhöhe mit den anderen Ortsparteien und haben gleichzeitig die gleichen Informationen.»

«Ein bisschen eine Lotterie»

Bei den beiden Vakanzen im vergangenen Jahr hatten die SVP-Kandidaten Kurt Hofmann und Heike Rehmann gegen Beat Käser beziehungsweise Andrea Porriciello jeweils noch den Kürzen gezogen. Eine Begründung, warum es gerade jetzt mit dem Gemeinderatssitz für die SVP geklappt hat, hat Schlatter am Wahltag noch nicht. Bei Grossratswahlen und Abstimmungen in Sachfragen habe die Partei in jüngerer Vergangenheit bereits gut abgeschnitten, sagt er. «Und in meinen Augen hatten meine beiden Parteikollegen letztes Jahr die gleichen Voraussetzungen. Auch sie sind in Stein aufgewachsen.» Umso mehr freue es ihn, dass die Stimmberechtigten nun so entschieden hätten.

Anders ist die Gemütslage bei Serge Güntert. «Es ist sehr schade für die Partei, dass sie diesen Sitz abgeben muss», so Güntert. Er führt die Niederlage in erster Linie darauf zurück, dass «der Anspruch der SVP auf einen Sitz immer mehr gewachsen ist». Am Ende sei das knappe Resultat mit drei Kandidaten innerhalb von nur 30 Stimmen «aber auch ein bisschen eine Lotterie» gewesen. Persönlich sei er ebenfalls etwas enttäuscht, so Güntert, der als Einsatzleiter bei der Aargauer Kantonspolizei tätig ist, weiter. Immerhin sein Chef habe aber wohl Freude am Wahlausgang. «Denn wäre ich gewählt worden, hätte ich mein Pensum reduzieren und den Job wechseln müssen.»

Gutes Resultat wird getrübt

Während die FDP im Gemeinderat ihren zweiten Sitz an die SVP verlor, bleibt der Posten des Gemeindeammanns auch nach der 24 Jahre dauernden Ära Hansueli Bühler in der Hand der Freisinnigen. Beat Käser war als einziger Ammann-Kandidat ins Rennen gegangen und schaffte die Wahl mit 476 der 596 gültigen Stimmen. Zudem erzielte er das beste Resultat bei den Gemeinderatswahlen.

«Ich freue mich sehr über meine Wahl zum Ammann», so Käser. Gleichzeitig sei die Nicht-Wahl seines Parteikollegen Serge Güntert aber ein grosser Wermutstropfen. Dieses Resultat und die Auswirkungen auf die Gemeindepolitik gelte es, in nächster Zeit zu analysieren. Er selber übernimmt nun nach nur anderthalb Jahren im Gemeinderat bereits den Posten des Ammanns. «Ich freue mich auf diese Herausforderung und nehme sie gerne an», so Käser. Die grossen Fussstapfen von Hansueli Bühler füllen zu wollen, «wäre aber etwas vermessen». Er sehe sich selber immer noch in einem Lernprozess.

In den kommenden Jahren stünden Stein einige Herausforderungen bevor, weiss der neue Ammann und spricht das Projekt Rheinuferweg ebenso an wie Strassensanierungen, die Umstrukturierung bei der Schule und Projekte in Sachen Wasser und Abwasser.