Möhlin
In Möhlin steht die modernste Holzschnitzelheizung der Schweiz

Die neue Heizzentrale Aeschemerbündte in Möhlin läuft seit November 2012 auf vollen Touren. Inklusive Versorgungsnetz wurden 3,8 Millionen Franken investiert. Am Samstag durfte die Bevölkerung die schweizweit modernste Anlage bestaunen.

Peter Rombach
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Besuchergruppen am Tag der offenen Türen interessieren sich für die Arbeitsweisen rund um die neue Heizzentrale
10 Bilder
Gemeindeammann Fredy Böni (links) begrüsst die Gäste
Tag der offenen Tür in der modernsten Holzschnitzelheizung der Schweiz
Der Greifarm schiebt einen stattlichen Baumstamm in die Häckselmaschine
Der Schredder wartet auf den nächsten Baumstamm
Superscharfe Messerrollen nagen an dem Baumstamm und zerschnitzeln ihn
Transportschnecke vor dem Lager der Hackschnitzel
Blick in die Brennkammer des kleinen Ofens in der Heizzentrale
Das Spezialfahrzeug saugt den nach dem Verbrennungsprozess vorhandenen Feinstaub aus dem geschlossenen System ab
Die Gemeinderätinnen Bernadette Kern (links) und Marina Zimmermann lassen sich die neue Heizzentrale erklären

Besuchergruppen am Tag der offenen Türen interessieren sich für die Arbeitsweisen rund um die neue Heizzentrale

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Das Projekt realisierte die Wärmeverbund Möhlin AG, im Juni 2009 gegründet. Sie gehört zu gleichen Teilen der Einwohnergemeinde Möhlin und der AEW Energie AG, Geschäftsführer ist Hans Schibli, Verwaltungsratspräsident Fredy Böni in seiner Eigenschaft als Gemeindeammann.

Der für den Forstbetrieb verantwortliche Urs Steck bestätigte zu Beginn der Rundgänge, dass die Holzschnitzelproduktion in Wäldern vor Ort und der Region auf Jahrzehnte hinaus gesichert sei. Der Bedarf für die fünf Wärmeverbünde in Möhlin liege derzeit bei jährlich rund 10 000 Kubikmeter Holzschnitzel, die neue Anlage benötige 5300 Kubikmeter.

«Wir verhacken nicht alles»

Forstmann Steck erwähnte, dass der jährlich genehmigte Hiebsatz derzeit bei 5900 Festmetern Holz liegt: «Natürlich verhacken wir nicht alles, die guten Stämme werden verkauft.» Was Schnitzelmaterial werden soll, bleibt etwa Jahr lang zum Austrocknen liegen. «Das verbessert die Schnitzelqualität.» Und sollte das eigene Material nicht ausreichen, setzt die Logistik auf benachbarte Forstbetriebe, die weniger Holzschnitzel benötigen. «Da reicht ein Anruf bei den Kollegen.»

«Wir haben genug Ressourcen in der Schweiz, um Wärme aus Holz zu erzeugen», meinte der Unternehmer Kurt Kym, dessen Firma aus Bennwil ihre gigantischen Fahrzeuge hinaus in den Wald schickt, um mit modernster Technik anfallendes Holz zu verhäckseln. Als Praktiker meinte Kym, der übrigens in Möhlin wohnt, dass bei optimaler Hausisolierung sowie Solar- und Holznutzung die Schweiz auf teuere Erdölimporte verzichten könnte: «Alles Geld für Energie würde bei uns bleiben.»

Mit dem Innenausbau der neuen Heizzentrale am Orchideenweg wurde im Herbst 2011 begonnen. Dort stehen ein 1200 Kilowatt-Kessel für einen Dauerbetrieb während der kalten Jahreszeit sowie ein 450 Kilowatt-Kessel mit automatischer Zündung für den Spitzen- und Schwachlastbetrieb im Sommer für die Warmwasseraufbereitung. Intelligent an der Anlage ist ferner, dass der zwangsläufig durch den Verbrennungsprozess anfallende Feinstaub mittels zweier Elektrofilter eliminiert und später von einem Spezialfahrzeug abgesaugt werden kann.

Obermatt wird angeschlossen

Das Prunkstück des Wärmeverbunds Möhlin versorgt gegen 280 Haushalte, zwei Schulhäuser, Turnhalle und Kindergarten; von diesem Sommer an wird das Wärmenetz Obermatt, weil dort keine Feinstaubfilter eingebaut werden können, im Sinne von Projektoptimierung an die neue Zentrale angeschlossen. «Ein wichtiger Beitrag zur Erreichung des Labels Energiestadt», ist Geschäftsführer Hans Schibli überzeugt.

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