Laufenburg
In Laufenburg verstecken sich einige Highlights

Ein kurzer Blick nach Laufenburg lässt das Städtchen fast ausgestorben wirken. Doch ein zweiter Blick lohnt sich wie ein Rundgang zeigt. Beim Augenschein durch die Altstadtidylle kommt das eine oder andere zum Vorschein.

Sandra Bös
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Die Laufenburger Altstadt: Hier geht es meist sehr ruhig zu.

Die Laufenburger Altstadt: Hier geht es meist sehr ruhig zu.

Als ich durch ein Tor in die Altstadt von Laufenburg gelange, kommt mir dies zwar sehr idyllisches, aber auch wie ein etwas verlassener Ort vor. Ein Ort, indem man nicht besonders viel anstellen kann. Hier und da gibt es ein Restaurant, das ein paar Stühle und Tische draussen stehen hat, damit sich die Kunden im Sommer draussen niederlassen können.

Immer wieder entdecke ich geschlossene Läden und leere Schaufenster. Ich wundere mich stark über diesen scheinbar vergessenen Ort, denn er ist wirklich schön, mit seinen alten Häusern und dem wunderbaren Ausblick auf den Rhein und auf die deutsche Seite von Laufenburg.

Auffallend viele Kunstgalerien

Was einem in dieser Altstadt schnell auffällt, sind die vielen Kunstgalerien. Sie tragen Namen wie «Augenblick», «zum Lichthof» oder «Das Bildfenster». Doch warum sind es so viele? Meine Neugier zieht mich in eine dieser Galerien. Ich treffe auf die Künstlerin Edita Soldati, die ihre Kunstgalerie in ihrem eigenen Haus hat. In ihrer Galerie «Das Bildfenster» sehe ich die verschiedensten Bilder. Soldati stellt auch Bilder von anderen Künstlern aus, nicht nur von sich selbst. Sie erzählt mir, dass sie selbst nicht aus Laufenburg ist. So wie die meisten hier, die eine Galerie besitzen.

Wer eine Kunstgalerie in Laufenburg eröffnet, macht dies ohne das Wissen, ob das Geschäft laufen wird oder nicht. Für viele ist dies jedoch kein Risiko, denn sie leben nicht von den Einnahmen ihrer Galerie. Soldati und ihr Mann leben ebenfalls nicht von der Galerie, was auch gar nicht möglich wäre. Sie nutzten in Laufenburg die Möglichkeit, sich einen Traum zu erfüllen, ohne davon gross profitieren zu wollen.

Wer konkurriert, verliert

Wenn man viele Kunden haben möchte, muss man sich grosse Mühe geben. Durch Kontakte erreicht man natürlich auch mehr, man muss sich mit den anderen Kunstgalerien vernetzen, mit ihnen zusammenarbeiten. Sie sprechen sich ab und stellen Werke vom jeweils Anderen in der eigenen Galerie aus. Edita Soldati betont ganz klar, wer hier versucht mit den anderen zu konkurrieren, der verliert. Sie hat andere Galerien gesehen, die zu viel erwartet haben und versucht haben zu konkurrieren, was nicht lange gut lief und sie mussten schnell wieder schliessen.

Immer mehr Laufenburger ziehen weg, aus Gründen wie zum Beispiel fehlender Modernität, dadurch fehlt ihnen und den anderen die Laufkundschaft. Inzwischen leben in der Altstadt gerade mal etwa 700 Menschen mit über 30 verschiedenen Nationalitäten. Edita Soldati erzählt mir, dass auch immer wieder mal Kunden aus Deutschland kommen, doch sie bestaunen die Kunstwerke meist nur und kaufen sie nicht, denn die Schweizer Preise sind ihnen oft einfach zu hoch.

Edita Soldati und ihr Mann machen auf sich aufmerksam durch Veranstaltungen wie «die Kulturnacht», Mundpropaganda oder Anzeigen in der Zeitung.

Ein unbeliebter Wohnort

Viktor Jehle ist in Laufenburg aufgewachsen und verbringt schon sein ganzes Leben lang in der Altstadt. Er erzählt mir, dass zwar immer wieder Neuzuzüger in die Altstadt kommen, jedoch ziehen sie meistens schnell wieder von dort weg. Meist sind dies junge Leute, die auf Mobilität angewiesen sind, doch in der Altstadt ist es nicht möglich, Wohnungen mit Parkiermöglichkeiten zu mieten. Ein weiterer Grund für die vielen Wegzüger ist die Tatsache, dass man in der Altstadt sehr nahe nebeneinander wohnt. Das Zimmer des Nachbarn ist praktisch nebenan und für viele ist diese Situation eher unangenehm.

Viktor Jehle erzählt mir, dass die Einwohner sich ihre Kleidung und Lebensmittel wo anders holen, wie zum Beispiel in Frick oder auf der deutschen Seite von Laufenburg. Ein Geschäft nach dem anderen musste schliessen, die Kunst jedoch scheint in Laufenburg Begeisterung zu finden.