Laufenburg

In Laufenburg geht es Stufe für Stufe Richtung Pastoralraum

Thomas Frey fühlt sich schon nach kurzer Zeit in Laufenburg sehr wohl. Beruflich und privat nutzt er die Zeit intensiv, um Menschen und Region besser kennen zu lernen.

Thomas Frey fühlt sich schon nach kurzer Zeit in Laufenburg sehr wohl. Beruflich und privat nutzt er die Zeit intensiv, um Menschen und Region besser kennen zu lernen.

Der neue Gemeindeleiter Thomas Frey bereitet sich seit anfangs Monat gemeinsam mit sechs Pfarreien den künftigen Pastoralraum 21 vor. Auch wenn es noch nicht lange ist, so hat er bereits viel erledigt.

Die Aussicht vom katholischen Pfarrhaus in Laufenburg reicht über die Dächer der Altstadt, hinunter zu den sanften Windungen des Rheins bis hinüber zum benachbarten Deutschland.

Dass sich Thomas Frey für das Laufenburger Gebäude und nicht für das ebenfalls angebotene Pfarrhaus in Kaisten als Zuhause für sich und seine Familie entschied, hat allerdings weniger mit der idyllischen Lage als vielmehr mit der Zweckmässigkeit zu tun.

«Hier bin ich zentral und kann mich in alle Richtungen orientieren», so der 53-jährige Seelsorger. Diese verschiedenen Richtungen muss er in in Zukunft auch stets im Visier haben.

Denn Frey ist seit 1. August neuer Gemeindeleiter von Laufenburg und als solcher zudem zuständig für den Schynbergverband (diesem gehören die Pfarreien Laufenburg, Sulz, Kaisten und Ittenthal an).

Die Familie entschied mit

Eine wichtige Aufgabe kommt ihm als Wegbereiter für den Pastoralraum 21 zu. Neben dem Schynbergverband mit seinen vier Gemeinden gehört zu diesem auch der Verband Mettauertal mit den Pfarreien Mettauertal und Gansingen.

Veränderungen in der Gesellschaft haben den Bischof schon vor längerem dazu bewogen neue Strukturen zu schaffen. Mit der Bildung von Pastoralräumen werden Pfarreien anhand von erarbeiteten Konzepten langfristig und vor allem übergreifend zusammenarbeiten.

«Bischof Felix Gmür hat mich gefragt, ob ich beim Konzept für den Pastoralraum 21 mithelfen möchte», sagt Thomas Frey. Frey fand die Idee gut. Doch bevor er mit den Kirchenpflegepräsidenten der vier beteiligten Pfarreien einen entsprechenden Vertrag unterschreiben konnte, musste zuerst einmal ein Familienrat abgehalten werden.

Schliesslich betraf die berufliche Veränderung und der damit nötige Wohnortwechsel auch seine Ehefrau und die beiden Söhne (13- und 16-jährig). Gemeinsam fiel der Entscheid für den neuen Wirkungsort.

Bereits Erfahrung gesammelt

Seinem Heimatland Deutschland – das er nun auf der anderen Rheinseite in Laufenburg zu seiner Freude täglich vor Augen hat – hat der Theologe beruflich schon länger den Rücken gekehrt. 18 Jahre war er in der Freiämter Gemeinde Dottikon als Gemeindeleiter tätig.

Hier hat er Erfahrungen mit der Bildung des Pastoralraum Wohlen gesammelt. Denn: «Sie sind rund ein halbes Jahr weiter als hier im geplanten Pastoralraum 21.» Diesen kleinen Vorsprung an Wissen bringt er gerne ein, wenn ab 2016 die rund eineinhalb Jahre dauernde Projektphase für den Pastoralraum 21 beginnt. Die sechs Pfarreien sind dann mit ihren Seelsorgern, Kirchenpflegern und Pfarreiräten in den verschiedenen Arbeitsgruppen vertreten.

Thomas Frey ist sich bewusst, dass das Zusammenbringen von sechs Pfarreien zu einem Pastoralraum nicht nur einfach sein wird. «Sie alle sind es gewohnt, eigenständig zu sein. Es gibt viele Unsicherheiten. Auch Verlustängste gehören dazu.» Es ist ihm deshalb ein grosses Anliegen, die Leute motivieren und für das Positive begeistern zu können.

Eigenständigkeit bleibt

Bei der Bildung des Pastoralraums gehe es nicht darum, Eigenständigkeit zu verlieren, sagt er. Die Pfarreien mit ihren Seelsorgern und ihren Kirchenpflegen bleiben wie bisher bestehen.

Im Fokus steht vielmehr das gemeinsame Bewirken von etwas. «Ein Pastoralraum kann beim religiösen Leben die Vielfalt zeigen», so Frey. «Jede Pfarrei hat ihre Eigenarten, ihre speziellen Sachen.» Und daran sollen künftig alle im Pastoralraum teilhaben können.

Als wichtiges Argument für die neue Organisationsform nennt Frey zudem, dass gerade bei dem herrschenden Pfarrermangel die Leute dank der neuen Einheit auch in zehn Jahren darauf setzen können, dass in der grösseren Einheit ein Seelsorger für sie zuständig ist.

Thomas Frey ist erst seit Monatsbeginn im Amt. Die Zeit hat er aber bereits intensiv genutzt. Hat in allen vier Pfarreien bereits Gottesdienste durchgeführt und dabei erste «sehr schöne» Kontakte knüpfen können.

Mit seiner Familie hat er zudem auch die Gegend schon etwas erkundet. Und ein Bad im Rhein hätten sie alle auch schon genossen, schmunzelt der 53-Jährige. Ganz besonders freut er sich, schon bald wieder in einem Club in der Region aktiv Fussball spielen zu können. Ein Ort, an dem dann für einmal nicht die Kirche Thema sein wird, sondern das runde Leder den Ton angibt.

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