«Frisch und fröhlich» lautete Elseners Wetter-Prognose. Tatsächlich ging es gut zwei Stunden lang im nicht ganz ausverkauften Kulturellen Saal in Eiken genauso her: frisch und fröhlich, frech und komisch dazu. «Comedy in Eiken» erfüllte erneut alle Erwartungen.

Michael Elsener, zurzeit in der Schweiz mit seinem dritten Soloprogramm «Mediengeil» unterwegs, stellte in Eiken sein Talent als charmanter, spontaner und skurriler Alleinunterhalter unter Beweis. Ein Spektakel versprach die Bühneneinrichtung und Elseners äussere Erscheinung ja nicht gerade. Der Mann war wie zum Ausgang elegant und locker gekleidet, seine Requisiten bestanden aus einem grossen dreidimensionalen E, einem Schemel und einem Stuhl. Zwei, drei verschiedene Jacken kamen noch ins Spiel, eine Mütze da, eine Mütze dort.

Furiose Parodien und ein dankbares Publikum

Umso furioser waren seine Parodien über Medientalk, Schlagzeilen, Zeitungswelt und Schweizersein im Allgemeinen. Elsener traf in Eiken auf ein dankbares Publikum. Keine Selbstverständlichkeit, wie er mit Blick auf seinen letzten Auftritt in Aarau berichtete, «wo die Leute wahrscheinlich erst hinterher im Auto lachten». Nein, in Eiken versteht man und frau zu lachen, alle haben sich sogar herausgeputzt für den Samstagabend. Aber was ist am Sonntag los? «Nüt», lautete die Antwort eines Herrn. Woraus Elsener den Schluss zog, dass, wenn am Sonntag in Eiken «nüt» los ist, es keinen Grund zum sich Herausputzen gibt und somit nichts angezogen wird. Und die Frau macht natürlich auch mit, ist doch klar.

Später stellte Elsener fest, dass er es mit einem intellektuellen Publikum zu tun hat, weil diesem zum Informiertsein 20 Minuten am Tag nicht reichen. So ging das den ganzen Abend: Elsener gab Tipps, wie ein erstklassiges Hochzeitsmenu für 186 Franken zu machen ist, erklärte den Unterschied zwischen Pfarrer und Koch («Wenn du einen falschen Pfarrer hast, merkst du es nicht, wenn du einen falschen Koch hast, spürst du es»), gab den Röbi von der Kindertagesstätte, liess ein Schlagzeilenmantra von der Leine, gab sich erleuchtet und fand heraus, dass das Finden nicht selbstverständlich ist, weil man nach der Geburt alles verliert: Die Milchzähne, später in der Pubertät die gute Laune, danach die Haare, die Zähne und die gute Figur sowieso, «deshalb sind wir immer am Suchen».

Die grössten Probleme kamen auch zur Sprache, zudem das Tolle am Schweizer Militär («Mit Panzer in den Bergen Murmeli verschrecken»). Seine Parodien kamen ebenso gut an wie seine Lieder. Ja, der Mann kann auch singen. Richtig gut sogar. Den dicken Applaus gab es jedenfalls nicht aus purer Höflichkeit, nur weil Samstagabend war und am Sonntag nichts mehr los ist. In Eiken, wo man und frau noch gerne lachen.