Rheinfelden
In der Zivilschutzanlage hätten 100 Flüchtlinge Platz

Die Zivilschutzanlage unter dem Schulhaus Augarten in Rheinfelden steht auf einer Liste des Kantons mit möglichen Unterkünften. Der Stadtrat steht dieser Notlösung offen gegenüber, wartet aber noch mit Vorbereitungen.

Nadine Böni
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Die Zivilschutzanlage unter dem Augarten-Schulhaus wird vom Kanton als Asylunterkunft in Betracht gezogen.

Die Zivilschutzanlage unter dem Augarten-Schulhaus wird vom Kanton als Asylunterkunft in Betracht gezogen.

Nadine Böni

Birmenstorf, Windisch, Lenzburg, Rheinfelden, Merenschwand und Spreitenbach. Das ist die Liste, welche die «Schweiz am Sonntag» publik gemacht hat. Darauf stehen jene Orte, an denen der kantonale Flüchtlingsstab in einer Notsituation Zivilschutzanlagen als Asylunterkünfte nutzen will.

Im Hintergrund laufen die Planungen dazu schon seit einiger Zeit: Im Dezember wurden die Regionalen Führungsorgane des Bevölkerungsschutzes im ganzen Kanton beauftragt, alle Zivilschutzanlagen auf eine Eignung als Asylunterkunft hin zu prüfen. Im Januar dann traf der Kanton eine Auswahl und besichtigte die Anlagen – auch die jetzt ausgewählte Bereitstellungsanlage unter dem Schulhaus Augarten an der Waldhofstrasse.

«Lösung ist opportun»

Während anderenorts Politiker nach der Publikation der Liste lospolterten, gibt sich der Stadtrat in Rheinfelden der Idee gegenüber offen: «Letztlich handelt es sich um eine Notlösung, die bei einer sich verschärfenden Situation aus Sicht der Stadt opportun ist», sagt Stadtschreiber Roger Erdin.

Allerdings betont Erdin auch, dass es sich um eine Eventualplanung des Kantons handle: «Ein Bezug der Zivilschutzanlagen erfolgt ausdrücklich nur in einer Ausnahmesituation im Rahmen einer vom Kanton zu erlassenden Notverordnung und wäre befristet.» Ausserdem ist Rheinfelden nach Birmenstorf, Windisch und Lenzburg erst die vierte Zivilschutzanlage, die bezogen würde. «Es ist deshalb offen, ob die Eventualplanung des Kantons je zum Tragen kommt», sagt Erdin. Vorerst würden daher auch keine weiteren Vorkehrungen getroffen.

Die Anlage im Schulhaus Augarten verfügt über standardmässige Einrichtungen mit Liegestellen, Aufenthaltsräumen und Sanitäranlagen. Bei einer Nutzung als Notunterkunft – laut Angaben des Kantons hätten 80 bis 100 Personen Platz – würden Duschen, eine Brandmeldeanlage sowie Waschmaschinen und Wäschetrockner installiert.

Vor einem Bezug würde der Kanton mit der Gemeinde eine Nutzervereinbarung abschliessen. Ebenso würde ein Betreuungs- und Sicherheitskonzept erstellt. «Und auch eine öffentliche Informationsveranstaltung wäre geplant», so Erdin.