Fricktal
In den Ferien wollen die Kinder zur Polizei

1710 Schüler besuchen die drei Ferienspass-Programme – Spurensicherung und Glace stehen hoch im Kurs.

Dennis Kalt
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Im Ferienspass-Programm der Region Frick können Kinder Einblicke in die Arbeit der Regional- und Kantonspolizei erhalten.

Im Ferienspass-Programm der Region Frick können Kinder Einblicke in die Arbeit der Regional- und Kantonspolizei erhalten.

Nur noch ein paar Mal die Schulbank drücken, dann beginnen für die Kinder und Jugendlichen die ersehnten Sommerferien. Doch in der fünfwöchigen Schulferien, die am 9. Juli beginnen, kann die Ferienfreude schnell in Langeweile umschlagen. Im Fricktal wollen dies die Organisatoren der Ferienspass-Programme der Regionen Frick, Rheinfelden und Laufenburg verhindern.

40

Jahre alt wird in diesem Sommer das Ferienspass-Programm der Region Rheinfelden.

Dass das Ferienangebot auch in diesem Jahr auf ein starkes Interesse stösst, weiss Silke Büttiker, Kursprogrammleiterin in Rheinfelden. «Wir haben 765 Anmeldungen, 15 mehr als im letzten Jahr.» Auch die Anzahl der Kurse sei um rund 20 auf 265 gestiegen. Besonders begehrt sind die zwei Erlebnistage mit Fahndung und Spurensicherung bei der Regional- und Kantonalpolizei. «Insgesamt 36 Schüler können an den zwei Kursen teilnehmen, rund doppelt so viele haben sich angemeldet», sagt Büttiker.

Doch nicht nur der Besuch bei der Polizei, auch andere Kurse waren schnell ausgebucht. Hierzu gehören unter anderem «Wursten» und der «Besuch beim Tierarzt». Zwar ist die Anmeldefrist schon abgelaufen, dennoch können sich Nachzügler per E-Mail noch für die freien Plätze anmelden.

630

Kinder haben sich dieses Jahr für die 183 Kurse des Ferienspass-Programmes der Region Frick angemeldet.

Viele der Teilnehmer belegen am 14-tägigen Ferienprogramm nicht nur einen, sondern gleich eine Handvoll Kurse. «Wir haben etwa zwölf Teilnehmer, die zehn Kurse und mehr besuchen», sagt Büttiker. Dies wäre vor zehn Jahren, als Büttiker zum ersten Mal als Organisatorin dabei gewesen war, undenkbar gewesen. Ein Grund dafür war, dass es damals viel weniger Kurs gab. Ein zweiter, dass man sich nicht elektronisch in die Kurslisten eintragen konnte, sondern ein Kärtchen aus der Ferienspass-Broschüre heraustrennen, mit seinen drei Kurswünschen versehen und an die Organisatoren schicken musste.

«Die Kinder sind neugierig»

Im Ferienspass-Programm der Region Frick stehen Kurse rund um die Kulinarik hoch im Kurs. «Besonders beliebt ist der Kurs, in dem die Teilnehmer in der Fricker Gelateria von Federico Hochreuter selbst Glace herstellen können», sagt Präsidentin Angela Deiss. Zwei Kurse à 12 Plätze wurden angeboten, insgesamt wollten 95 Schüler teilnehmen. «Kinder lieben einfach Glace und sind neugierig darauf, wie sie hergestellt wird», sagt Deiss. Schnell ausgebucht waren auch die Kurse «Kochen im ‹Pöschtli› in Bözen» und «Pizza selber machen im ‹La Palma› in Oeschgen».

156

Kurse werden im Ferienspass-Programm der Region Laufenburg angeboten.

Insgesamt nehmen 630 Kinder – so viele wie im letzten Jahr – an 183 Kursen teil. Ein Kurs, der mangels Teilnehmer abgesagt werden musste, ist «Fussball für Mädchen ab 12 Jahren». Dies läge aber nicht am Kursinhalt selbst, sondern vielmehr am Alter. So sei generell zu beobachten, dass ab der Oberstufe das Interesse von Jugendlichen, am Ferienspass-Programm teilzunehmen, sinkt. «Ab einem gewissen Alter hat man schon alle Kurse durch, die einen interessieren», sagt Deiss. Zudem würden die Jugendlichen mit zunehmendem Alter eigenständiger. «Da trifft man sich mit Freunden und geht zusammen in die Badi», sagt Deiss.

Keine Lust auf das Schullabor

Im Ferienspass-Programm der Region Laufenburg besuchen 315 Teilnehmer die 156 angebotenen Kurse. «Kurse mit Tieren sind beliebt, aber auch diejenigen, welche die Kreativität und Abenteuerlust der Teilnehmer ansprechen», sagt Kursorganisatorin Jolanda Wachter. So sind bei den Mädchen Kurse wie «Coiffeuse spielen» oder Cupcakes dekorieren beliebt, während die Jungen eher zum «Bogenschiessen im Wald» und zum «Stand-up-Paddling» tendieren. Für Wachter ist es verständlich, dass die Kinder und Jugendlichen in den Ferien nicht wirklich die Nähe zur Schule suchen. Vor diesem Hintergrund sei es verständlich, dass beispielsweise der Kurs «Englisch, Spiel und Spass», bei dem die Teilnehmer ihre Sprachkenntnisse aufbessern können, aufgrund des geringen Interesses abgesagt werden musste. Gleiches gilt für den Kurs «Vakuum», bei dem die Teilnehmer im Schullabor experimentieren können.