Laufenburg
In 25 Jahren machte er mehr als nur ein Theater

1990 hatte er beim Freizeitverein Herznach – heute Theaterverein Staffeleggtal – erstmals mitgewirkt. Das Theaterschaffen wie auch das schriftstellerische Tun halten den Laufenburger Martin Willi seit 25 Jahren in Bann.

Susanne Hörth
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Martin Willi in der Wiwa-Theaterproduktion «Jakes Frauen». ZVG

Martin Willi in der Wiwa-Theaterproduktion «Jakes Frauen». ZVG

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Auch wenn sein Vater schon seit frühester Jugend Theater gespielt hatte, war es nicht so, dass Sohn Martin Willi dieses Gen gleich mit in die Wiege gelegt bekam. «Als Kind oder auch als Jugendlicher sagte mir das Theater wenig», so der Laufenburger. Das hat sich grundlegend geändert.

Vor 25 Jahren, 1990, hat er beim Freizeitverein Herznach – heute Theaterverein Staffeleggtal – erstmals mitgewirkt. Er hatte die Produktionsleitung von «D’Langfinger-Zunft» inne.Ein Stück, bei dem auch der Vater mitgespielt hatte. Jetzt war es um Martin Willi geschehen, er hatte sich mit dem Theatervirus infiziert. Sich davon wieder befreien, war für ihn kein Gedanke. Im Gegenteil. Heute führt der umtriebige Mann, der tagsüber zu 80 Prozent als Briefträger angestellt ist, sein eigenes kleines Theater:

Als das Theater Wiwa vor über zehn Jahren gegründet wurde, standen zwei Männer – Martin Willi und Ueli Waltert – hinter dem Projekt. Letzterer stieg aber kurz nach der Gründung aus. «Für mich war klar, dass ich weitermache und ich habe ja dann auch das Glück gehabt, in Laufenburg eine theatralische Heimat zu finden», erklärt Martin Willi. Diese Heimat – die Kultschüür – befindet sich an einem historischen Altstadthaus.

Nach der ersten Produktionsleitung in Herznach wusste der damals Mittzwanziger, dass er auch als Schauspieler auf der Bühne stehen wollte. Produktionsleiter, Regisseur und Schauspieler sind «nur» ein Teil von Martin Willis Kulturschaffen. «Das Verfassen von Geschichten, sei es fürs Theater oder als Roman, ist für mich fast das Liebste meiner kulturellen Tätigkeiten», geht der Laufenburger auf seine Schriftstellerei ein. Er ist zuversichtlich, dass er bis Ende Jahr seinen neuen Roman «Das Ende des Laufstegs» fertig geschrieben hat.

Martin Willi ist ein Perfektionist, einer, der nichts dem Zufall überlassen will. Eine Herausforderung für ihn persönlich, aber auch für jene, mit denen er eng zusammenarbeitet. Mit der nunmehr 25. Theaterproduktion in der Kultschüür damit ein weiteres Jubiläum, will das Team den hohen Ansprüchen des Publikums wiederum gerecht werden. Diese Ansprüche sind durch die gelungenen Produktionen der letzten Jahre entstanden. «Wir haben uns mit den bisherigen anspruchsvollen Stücken selbst eine sehr hohe Messlatte gelegt. Mein Ziel ist es, jede Produktion noch besser als die vorherige zu machen», sagt der Laufenburger Theatermann. Er gesteht aber auch ein, dass das irgendwann gar nicht mehr zu schaffen sei. «Aber zumindest den gleichen Level wollen wir beibehalten können.» Das «Wir» sticht im Gespräch mit Martin Willi immer wieder hervor. «Eine Theaterproduktion kann nur gelingen, wenn das Team intakt ist.»

1998 hat er das Kindertheater Stafikids gegründet. Es war und ist für ihn wichtig, auch Kinder für das Theaterspielen begeistern zu können. Hier kommt wiederum der Teamgedanke zum Tragen. So sei es doch bereits für Kinder eine wichtige und schöne Erfahrung, wenn sie zusammen etwas ganz Tolles erreichen können. «Bis heute sind für mich Produktionen, in denen Kinder, Jugendliche und Erwachsene zusammen spielen, immer etwas ganz Besonderes.» Und er fügt noch an: «Zu sehen, wie Kindergartenkinder und Pensionäre gemeinsam an einem Ziel arbeiten und sich dabei absolut akzeptieren und respektieren, ist gerade in der heutigen Zeit etwas nicht ganz Alltägliches.»

In den Jahren 2002 bis 2004 hat Willi in Zürich die Ausbildung zum Theaterpädagogen absolviert. «Ich wollte mich selbst weiter entwickeln. Im Spiel und in der Leitung. Zudem kann ich das Erlernte immer wieder bei meinen Kursen und Workshops einbringen.»

Die grösste Motivation für Martin Willi ist in seinem Kunstschaffen der begeisterte Publikumsapplaus.