Kaisten

In 19 Jahren bauen Bagger 1,1 Millionen Kubikmeter Kies ab

Das Gesuch ist aktuell, auf dieser Fläche in Kaisten Kies abzubauen. – Foto: chr

Das Gesuch ist aktuell, auf dieser Fläche in Kaisten Kies abzubauen. – Foto: chr

Während Jahren prägt das Bild die Landschaft: Kiesgrube um Kiesgrube auf der Ebene zwischen Kaisten und Laufenburg. Inzwischen sind die Löcher aufgefüllt und rekultiviert. Nun soll die Ausbeutung weiterer Kiesvorkommen fortgesetzt werden.

Noch bis zum 25. März liegt in der Gemeindekanzlei Kaisten das Gesuch für den Materialabbau mit Umweltverträglichkeitsbericht (UVB) öffentlich auf. Zeitgleich erfolgt auch die Auflage der Nutzungsplanung Kulturland: Teiländerung Kulturlandplan Materialabbauzone mit Planungsbericht. Denn gemäss der rechtskräftigen Kaister Planung liegt das vorgesehene Abbaugebiet Langenacher in der Landwirtschaftszone und ist somit zonenfremd. Bevor die Abbaubewilligung erteilt werden kann, ist das Land in eine Materialabbauzone umzuteilen.

Das vorgesehene Abbaugebiet mit den mächtigen Kiesschichten befindet sich am Dorfrand an der Kantonsstrasse und am Waldrand im Gebiet des Kaister Schiessplatzes – Fläche zwischen Schützenhaus und Scheibenstand – und erstreckt sich weiter östlich davon bis zum Landwirtschaftsbetrieb der Familie Michael Schnetzler.

Abbaufläche von 7,2 Hektaren

Die vorgesehene Abbaufläche beträgt 7,2 Hektaren. Es soll jeweils eine maximale offene Fläche von 1,5 Hektaren geben. Die geplante Abbautiefe beträgt rund 30 Meter. Die Dauer des Materialabbaus erstreckt sich über einen Zeitraum von 19 Jahren. Während dieser Zeitspanne sollen 1 123 000 Kubikmeter Kies abgebaut werden, was 60 000 Kubikmetern pro Jahr entspricht. Die Auffüllung ist um 3 Jahre zeitverschoben vorgesehen. Denn nach dem Abbau ist eine Rekultivierung des Geländes für erneute landwirtschaftliche Nutzung vorgesehen.

In total 6 Etappen soll von West nach Ost im Direktumlagerungsverfahren mit möglichst kleinen Gruben abgebaut werden. Für den Materialtransport zum Kieswerk Münchwilen wird mit 57 Lastwagenfahrten pro Arbeitstag gerechnet. Um Fahrten durch das Dorf und somit durch Wohngebiet zu vermeiden, wird speziell eine Piste über das Chaisterfeld erstellt mit Unterquerung der Kantonsstrasse und des Radwegs. Die durchgeführte Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) hat ergeben, dass der Materialabbau durchgeführt werden kann.

Rohstoff für Kies und Beton Münchwilen AG

Eingereicht wurde das Gesuch für den Kiesabbau im Kaister Gebiet Langenacher von der Kies und Beton Münchwilen AG, welche momentan einen jährlichen Bedarf von etwa 120 000 Kubikmetern an Komponenten aus Wandkies und Recyclingbaustoffen aufweist. Diese dienen zum Teil als Ausgangsmaterial für die eigene Betonproduktion und werden teilweise an Drittbetriebe verkauft.

Die eigenen Wandkiesreserven der Kies und Beton Münchwilen AG sind erschöpft. Das Material muss zurzeit zugekauft werden. Um den Betrieb zu sichern, müssen deshalb neue Abbaumöglichkeiten erschlossen werden.

Da ein beabsichtigter Abbau in Münchwilen und Sisseln aufgrund der ablehnenden Haltung mehrerer Grundeigentümer derzeit nicht infrage kommt, will die Unternehmung Wandkies in Kaisten abbauen.

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