Rheinfelden
Immer wieder sonntags fährt kein Bus

Der Stadtbus fährt am Sonntag nur über den Kapuzinerberg – das sorgt im Kohlplatz-Quartier für Unmut.

Thomas Wehrli
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Am Sonntag fährt der Stadtbus nur über den Kapuzinerberg; Kohlplatz und Dianapark werden nicht bedient.archiv/nbo

Am Sonntag fährt der Stadtbus nur über den Kapuzinerberg; Kohlplatz und Dianapark werden nicht bedient.archiv/nbo

Nadine Böni

Klaus Heilmann aus Rheinfelden ärgert sich gewaltig. «Am Sonntag fühlen wir uns auf dem Kohlplatz so richtig verkohlt», verschafft er sich in einem Leserbrief Luft (az von gestern). Der Grund für seinen Verdruss: Seit einem Jahr wird der Stadtbus gesplittet. Einmal pro Stunde fährt er über die alte Strecke, also via Dianapark und Kohlplatz; einmal pro Stunde fährt er neu über den Kapuzinerberg.

Damit könnte Heilmann leben. Dass der Stadtbus nun aber am Sonntag, wo er aufgrund der geringeren Nachfrage ohnehin nur noch im Stundentakt fährt, ausschliesslich über die neue Schlaufe verkehrt und somit das Quartier Dianapark/Kohlplatz links liegen lässt, findet er nicht in Ordnung. Man habe schriftlich interveniert und gehofft, dass auf den Fahrplanwechsel hin auch der Sonntagsfahrplan gesplittet werde, schreibt er. Vergeblich, wie sich nun gezeigt hat.

Stadtschreiber Roger Erdin kann den Unmut verstehen, «nachdem ein lieb gewonnenes Angebot reduziert wurde». Gleichzeitig müsse die Stadt aber auch dem Bedürfnis des Quartiers Kapuzinerberg/Engerfeld nach einer Grundversorgung an den öffentlichen Verkehr Rechnung tragen.

Von der Idee, den Kurs am Sonntag wie unter der Woche zu splitten, hält Erdin derzeit wenig. Denn dies würde dazu führen, dass die beiden Quartiere je nur noch alle zwei Stunden bedient werden. «Erfahrungsgemäss nimmt unter dieser Taktfrequenz die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs nochmals ab, sodass mit einem Verlust an Fahrgästen zu rechnen wäre», sagt Erdin.

Er relativiert gleichzeitig das «Abhängen eines ganzen Quartiers», wie es Heilmann formuliert. Die Gebiete Kohlplatz und Dianapark seien neben dem Stadtbus mit den Postautolinien 88 und 100 an den öffentlichen Verkehr angebunden. «In vertretbarer Gehdistanz befinden sich die Haltestellen Töpferweg der Linie 88 und Spitalstrasse der Linie 100», so Erdin. Die Postautos verkehren auf diesen Linien auch am Sonntag je im Stundentakt. Auch deshalb werde der grenzüberschreitende Stadtbus am Sonntag im Stundentakt über den Kapuzinerberg geführt. «Dadurch sind weiterhin beide Quartiere mit einem Grundangebot versorgt.»

Sonntagsfrequenzen beobachten

In Stein gemeisselt – oder treffender: auf dem Asphalt fixiert ist dieses Sonntagsregime indes nicht. «Den Sonntagskurs werden wir im Auge behalten und Vergleiche zu den Sonntagsfrequenzen der alten Linienführung im Jahre 2015 ziehen», sagt Erdin. «Die Stadt wird sodann über eine allfällige Änderung beraten.»

An der Liniensplittung allerdings dürfte kaum gerüttelt werden. Diese wurde vor einem Jahr als zweijähriger Versuch gestartet. «Die Zwischenauswertung nach zehn Monaten ist erfreulich und besser als erwartet ausgefallen», sagt Erdin. In Zahlen: Der Bus verzeichnete auf Schweizer Seite durchschnittlich 563 Ein- und Ausstiege pro Tag. Dies entspricht einem Minus von zwei Prozent gegenüber der alten, ungeteilten Linienführung.

Für Erdin ist klar: «Sofern die Frequenzen der Kapuzinerberg-Schlaufe unter der Woche nicht wieder einbrechen, ist der Versuch erfolgreich verlaufen und die neue Linienführung würde beibehalten.»