Unteres Fricktal
Immer mehr Fricktaler sammeln Plastik separat

Seit drei Monaten sammelt der Abfallverband GAF auch Kunststoff. Aber wie viel davon kann tatsächlich rezykliert werden?

Nadine Böni
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Der Kunststoff wird in Säcken gesammelt und abgeholt. (Symbolbild)

Der Kunststoff wird in Säcken gesammelt und abgeholt. (Symbolbild)

ZVG

Glas wird separat entsorgt, genauso Papier, Batterien, Alu oder Grüngut – und jetzt auch Plastik. Seit gut drei Monaten läuft im unteren Fricktal ein Pilotprojekt zur Kunststoffentsorgung. In den 16 Gemeinden des Gemeindeverbands Abfallbewirtschaftung (GAF) können Einwohner ihre Plastikabfälle in separaten Säcken sammeln. Alle zwei Wochen werden diese abgeholt.

Für Zahlen sei es noch zu früh, sagt GAF-Präsidentin Gisela Taufer. Aber: «Bis heute kann man sagen, dass das Angebot gut angenommen worden ist. Der Start entspricht unseren Erwartungen – zumal bei jeder Sammlung die Anzahl der Säcke, die eingesammelt werden, steigt.»

Noch kämpft das Projekt mit kleineren Startschwierigkeiten. So würden die Säcke teilweise zu spät oder am gleichen Tag wie der Kehricht vor die Tür gestellt. «Die Kunststoffsammlung ist an einem anderen Tag», sagt Taufer. Ausserdem komme es vor, dass keine offiziellen GAF-Säcke benutzt würden. «Das sind Schwierigkeiten, wie es sie bei jedem Pilotprojekt gibt», so Taufer.

«Das Ziel sind 70 Prozent»

Das Pilotprojekt ist auf zwei Jahre ausgelegt. Es wird von der Fachhochschule Nordwestschweiz wissenschaftlich begleitet. Ob die Kunststoffsammlung nach der Versuchszeit definitiv weitergeführt wird, hängt nicht nur von der Anzahl Einwohner ab, die mitmachen, sondern auch vom Nutzen. Angestrebt wird eine optimale Recyclingquote. Denn nicht alles, was in den gelben Säcken landet, kann auch widerverwertet werden.

Laut dem Dachverband Swiss Recycling fallen in der Schweiz rund 125 Kilogramm Kunststoffe pro Kopf und Jahr an, etwa 45 Kilogramm sind Verpackungen. Da viele solcher Verpackungen – wie etwa jene von Take-away-Gerichten oder Fertig-Salaten – aus sogenannten Verbundstoffen bestehen oder stark verschmutzt sind, können sie gemäss Swiss Recycling «nicht sinnvoll rezykliert werden».

Nach der Abholung wird der Kunststoff aus dem GAF-Gebiet daher vorsortiert. Der verwertbare Teil geht über den Rhein in eine Anlage bei Rheinfelden (D), wo diverse Granulate hergestellt werden. Daraus entstehen beispielsweise Kunststoffrohre und Kabelisolierungen. «Ziel ist es, rund 70 Prozent der stofflichen Wiederverwertung zuzuführen», sagt Taufer.

Die Reststoffe werden wie Kehricht aus dem GAF-Gebiet der KVA Basel zugeführt. «Die da entstehende Wärme wird zur Produktion von Strom benutzt und dem Wärmeverbund der Stadt Basel zugeführt», erklärt Taufer.