Fricktal

Immer mehr Drohnen: Nun regeln die ersten Gemeinden den Gebrauch

In Ueken gab es jüngst Reklamationen wegen Drohnenflügen im Siedlungsgebiet. Chris Iseli/Archiv

In Ueken gab es jüngst Reklamationen wegen Drohnenflügen im Siedlungsgebiet. Chris Iseli/Archiv

Gemeinden haben Bestimmungen zu Drohnen erarbeitet – vereinzelt fühlen sich Bürger trotzdem gestört.

Drohnen können tolle Luftaufnahmen machen. Drohnen können aber auch die Privatsphäre beeinträchtigen und stören. So geschehen kürzlich in Ueken. «Wir haben Reklamationen aus der Bevölkerung erhalten», sagt Gemeindeschreiberin Beatrice Zahnd. Mit Drohnen seien private Grundstücke überflogen worden. Es handle sich zwar bislang um Einzelfälle, so Zahnd, sie sagt aber auch: «Das wird uns wohl künftig vermehrt beschäftigen.» Ein Blick auf Online-Shops mit Technik-Gadgets bestätigt denn auch, dass das Angebot stetig grösser und technisch ausgereifter wird.

Auf Bundesebene ist deshalb bereits eine Diskussion im Gang, ob alle Drohnen ab einem Gewicht von 500 Gramm mittels Chip registriert sein sollen. Doch auch die Gemeinden des Oberen Fricktals blieben nicht untätig. Anfang des Jahres hat die Drohnen-Problematik bereits Eingang ins neue Polizeireglement des Oberen Fricktals gefunden. Unter dem Titel Immissionsschutz ist in Paragraf 7 vermerkt: «Veranstaltungen oder Handlungen, die durch übermässige Immissionen oder grosses Verkehrsaufkommen das Wohlbefinden der Bevölkerung stören können, sind bewilligungspflichtig.» Als Beispiel werden explizit auch Drohnen angeführt.

Grundbestimmungen erarbeitet

«Diese generelle Regelung ist etwas gar eng ausgelegt, weshalb wir in der Gemeinde Gipf-Oberfrick, gestützt auf eine konkrete Anfrage, die rechtliche Situation eingehend abgeklärt haben», sagt Gemeindeschreiber Urs Treier. «Danach haben wir in Rücksprache mit der Regionalpolizei die Grundbestimmungen für unsere Gemeinde definiert.» Diese seien von den meisten Gemeinden des Bezirks übernommen worden.

Erlaubt und bewilligungsfrei sind demnach Flüge mit Drohnen bis zu 30 Kilogramm auf «privaten, eigenen Grundstücken» sowie «ausserhalb des Siedlungsgebiets, abseits von bewohntem Gebiet und von regelmässig befahrenen Strassen».

Im Siedlungsgebiet haben die Gemeinden einen gewissen Handlungsspielraum. «Es steht ihnen frei, bestimmte Plätze zu benennen, wo unter Einhaltung von Auflagen ohne spezielle Bewilligung mit einer Drohne geflogen werden kann, oder die Drohnenflüge zu rein privaten Zwecken grundsätzlich zu verbieten», erklärt Werner Bertschi, Chef der Regionalpolizei Oberes Fricktal.

Gipf-Oberfrick hat sich für das generelle Verbot entschieden. In Kaisten dagegen sind Drohnenflüge im Boll gestattet, sofern der Platz nicht genutzt und keine Anwohner und Dritte gestört werden. Gleiches gilt in Ueken beim Sportplatz. «Grundsätzlich und zwingend» gilt in allen Gemeinden, dass nicht über Menschengruppen geflogen und keine Personen gefilmt werden dürfen, ohne dass diese einverstanden sind oder unkenntlich gemacht werden.

Keine Verzeigungen

Für kommerzielle Zwecke –  etwa Luftaufnahmen durch Immobilienmakler oder Landvermessungen – kann der Gemeinderat Bewilligungen erteilen. Diese Möglichkeit wird in kleinem Umfang genutzt. Sowohl Frick als auch Gipf-Oberfrick hat dieses Jahr je zwei entsprechende Bewilligungen erteilt.

Die privaten Fricktaler Drohnenflieger halten sich bislang –  Ausnahmen bestätigen die Regel – an die Spielregeln. «Bei der Polizei gehen lediglich vereinzelt Meldungen bezüglich Drohnenflüge ein. Bis dato mussten wir noch niemanden diesbezüglich verzeigen», so Werner Bertschi.

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