2019 wird für Simone Schmid ein spezielles Jahr. Mit «Zwingli» und «Der Manager» kommen gleich zwei ihrer Filme in die Schweizer Kinos. «Ich bin total aufgeregt», sagt die Drehbuchautorin mit Wurzeln im Fricktal. Los geht es schon in wenigen Tagen mit der Vorpremieren-Tour zum Film über den Zürcher Reformator Zwingli. Diese führt Schmid am kommenden Sonntag in die alte Heimat, ins Fricktal: Im Kino Fricks Monti wird der Film als Vorpremiere gezeigt. Dabei sind auch die Macher der historischen Produktion, die sich den Fragen des Publikums stellen. «Ich bin sehr gespannt, wie der Film beim Publikum ankommt», sagt Schmid.

«Zwingli» spielt im Jahr 1519 in Zürich, in der Zeit der Reformation. Erzählt wird die Geschichte aus Sicht der jungen Wittwe Anna Reinhart – jener Frau also, die der junge Priester Huldrych Zwingli im Grossmünster öffentlich heiratete. Damals ein ungeheurer Akt in einer Kirche, in der Priester keine Ehe eingehen durften.

Der Film zeigt ein anderes Bild

«Der Film zeigt Zwingli nicht als jenen strengen und lustfeindlichen Mann, wie ihn sich ein Grossteil der Menschen heute vorstellt», sagt Simone Schmid. «Ich glaube, es gibt eine grosse Diskrepanz zwischen seinem Werk und Wesen und der heutigen Wahrnehmung.» Das hat sie – selbst reformiert, aber «keine grosse Kirchengängerin», wie sie sagt – in den ausführlichen Recherchen zum Film selber festgestellt. «Die Figur Zwingli hat mich gereizt. Gleichzeitig spürte ich in mir aber auch grosse Widerstände, weil ich zunächst dachte, ich könne mit ihm nicht viel anfangen», so Schmid. Dieses Gefühl hat sich rasch gelegt. Jetzt kann sie es kaum erwarten, zu erfahren, ob es dem Publikum gleich ergeht. 

Youtube: «Zwingli» – der Trailer zum Film

Die Vorführung im Fricks Monti wird für Simone Schmid aber auch in anderer Hinsicht speziell. Sie sei der Region stark verbunden, auch wenn sie mittlerweile in Zürich und im Tessin lebt. «Ich bin in Ueken aufgewachsen, mein Vater lebt heute noch dort», so Schmid. Und, so fügt sie mit einem Lachen an: «In Frick habe ich als Kind meinen ersten Kinofilm gesehen.» Vor rund 30 Jahren war das, der Film hiess «Pinocchio».

Die Neugier ist geblieben

Nichts deutete damals darauf hin, dass Schmid dereinst mit einem eigenen Film ins Kino zurückkehren würde. «Ich war schon immer neugierig. Ich wollte wissen, wie die Welt funktioniert», sagt Schmid. Diese Neugier führte sie zunächst zu einem Geografie-Studium. «Bei der Mitarbeit an einem Dokumentarfilm-Projekt entdeckte ich dann meine Leidenschaft fürs Filmemachen», sagt Schmid. Sie wechselte in den Journalismus und sammelte nebenbei Ideen für Figuren und Drehbücher, um sich auch «fiktiv auszutoben». 2014 absolvierte sie die Drehbuchwerkstatt in München und Zürich. Zuletzt war Schmid bei der Schweizer ErfolgsKrimiserie «Der Bestatter» als Co-Autorin tätig. Aktuell arbeitet sie unter anderem an der Kino-Adaption des Pedro-LenzRomans «Di schöni Fanny».

Geblieben ist die Neugier auf die Welt. Ein wichtiges Element auch bei der Arbeit an «Zwingli». «Ich wollte verstehen, wie sich eine ganze Stadt derart verändern kann, wie es während der Reformation in Zürich geschah», erklärt sie. Der Film sei Fiktion und Realität in einem. «Bei der Ausarbeitung der Figuren und ihrer Interaktion ist natürlich Fiktion dabei, aber alles basiert auf Fakten», sagt sie.

2019 wird für Simone Schmid ein spezielles Jahr. Wegen «Zwingli» und «Der Manager» – aber auch, weil sie bald zum ersten Mal Mutter wird. Sie lacht und scherzt: «Es kommen also quasi gleich drei meiner Babys zur Welt.»

«Zwingli» im Kino Fricks Monti: Sonntag, 13. Januar, 11 Uhr