Magden
Im Steinbruch ist der Bunker mit Kanone versteckt

Die einst streng geheime Sperranlage Ängi Ost in Magden ist nicht mehr im Verteidigungsdispositiv der Armee und jetzt öffentlich zugänglich. An der Einweihung des Felsenwerks konnte die Festung von der Bevölkerung besichtigt werden.

Walter Christen
Merken
Drucken
Teilen
Einweihung des historischen Felsenwerks Ängi Ost in Magden: Bunkerkanone in der aus dem Zweiten Weltkrieg stammenden Festung wird bestaunt. – Fotos: chr

Einweihung des historischen Felsenwerks Ängi Ost in Magden: Bunkerkanone in der aus dem Zweiten Weltkrieg stammenden Festung wird bestaunt. – Fotos: chr

Soldaten des Grenz-Füsilierbataillons (Gz Füs Bat) 244 waren nach der Mobilmachung in Magden eingerückt und begannen im Oktober 1939 mit dem Bau der Bunkeranlage im Steinbruch beim Engnis, das sich zwischen Magden und Rheinfelden befindet.

Sicht vom Kanonenstand aus dem Bunker
25 Bilder
Selbstkocher für die Essenszubereitung
Verteilanlage mit Verkabelung
Richten des Maschinengewehrs
Platz für die Munitionsvorbereitung
Lüftung und Notstromdieselmotor
Luftversorgung bei Schiessbetrieb mittels Schlauch
Munition für die Kanone
Munitions- beziehungsweise Materialmagazin
Kanone im Bunker in Stellung
Kanone mit Zielverzeichnis
In der Festung Ängi Ost in Magden Militärhistoriker Max Rudolf, rechts neben ihm Kreiskommandant Oberst Rolf Stäuble
Gemeindeammann Brunette Lüscher, Kreiskommandant Rolf Stäuble und Bunkervereinspräsident Peter Schneider
Historisch-nostalgische Toilette im Bunker
Festwirtschaft im Steinbruch beim Bunker
Gemeindeammann Brunette Lüscher und Militärhistoriker Max Rudolf
Die neue Spindeltreppe im Bunker Ängi Ost in Magden
Detailansicht der Bewaffnung
Die Kanone wurde eingeschossen, hier das Schiessbüchlein
Der Eingang zum Felsenwerk wird bewacht
Der obere Ausstieg des Bunkers mündet im Wald oberhalb des Steinbruchs
Der Kreiskommandant betrachtet das fotografische Schiesspanorama des Geländes
Bunkervereinspräsident Peter Schneider vor dem Eingang zur Festung
Blick von innen zum Bunkerausgang
Blick in den Eingangsbereich der Festung

Sicht vom Kanonenstand aus dem Bunker

Walter Christen

Nachdem diese Festungsanlage aus dem Zweiten Weltkrieg für das Verteidigungsdispositiv der Armee nicht mehr benötigt wurde, bot der Bund der Gemeinde Magden das Felsenwerk Ängi Ost im Jahr 2012 zum Kauf an. Der Gemeinderat beantragte der Ortsbürger-Gemeindeversammlung vom Juni 2012, das Grundstück mit 1778 Quadratmetern zu einem Franken pro Quadratmeter zu erwerben. Gleichentags wurde der Einwohner-Gemeindeversammlung ein Kredit über 82 000 Franken beantragt, um die Anlage für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dabei ging es insbesondere um den Ersatz der Leiter durch eine Spindeltreppe innerhalb der mehrgeschossigen Anlage. Weiter war die Anlage neu zu elektrifizieren. Zusätzliche Ausgaben betrafen die Erschliessung als auch die Sicherheit sowie die originalgetreue Möblierung und Ausrüstung. Das Projekt wird aus dem Lotteriefonds des Kantons Aargau mit einem Beitrag von 5000 Franken unterstützt.

Bereits 2006 konnte die Ortsbürgergemeinde die deutlich kleinere Befestigungsanlage Ängi West erwerben. Diese Anlage kann nach Voranmeldung ebenfalls besichtigt werden.

Militärhistorischer Zeitzeuge

Der Gemeinderat übertrug inzwischen dem gegründeten gemeinnützigen Bunkerverein Magden mittels Leistungsvereinbarung den Unterhalt und Betrieb der Anlage(n) sowie die Organisation von Führungen. Der Bunkerverein wird durch alt Gemeinderat Peter Schneider präsidiert. Der Gemeinderat ist im Vorstand durch Gemeinderat Rudolf Hertrich vertreten, wie von Gemeindeschreiber Michael Widmer zu erfahren war. Ziel ist der Erhalt der Festungsobjekte als militärhistorische Zeitdokumente für die Nachwelt.

Die imposante Bunkeranlage Ängi Ost, die sich im Fels über zwei Etagen erstreckt, mit Waffen (Kanone, Maschinengewehre, Karabiner) ausgestattet und mit verschiedenen militärischen Utensilien versehen ist, konnte nun eingeweiht und besichtigt werden. Gemeindeammann Brunette Lüscher hielt in ihrer Begrüssung an der Eröffnungsfeier fest, dass sich der Gemeinderat dazu entschlossen habe, die Anlage vor der Zubetonierung zu bewahren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Festung vom Bunkerverein instand gestellt

Im Beisein der Bevölkerung erläuterte der Militärhistoriker Max Rudolf die Lage der Dinge aus damaliger Sicht, während Peter Schneider, Präsident des Bunkervereins Magden, auf die Instandstellungsarbeiten in der Anlage Ängi Ost einging, bevor schliesslich die staunenden Besucher gruppenweise durch die Anlage geführt wurden.