Rheinfelden
Im Sole Uno läuft sonst in der kalten Jahreszeit das Hauptgeschäft - wäre da nicht Corona

Traditionell läuft im Sole Uno in Rheinfelden das Hauptgeschäft in der kalten Jahreszeit, aber mit Corona wird es zur Herausforderung.

Hans Christof Wagner
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Wenn es draussen kalt und ungemütlich ist, steigt die Lust aufs Baden in der warmen Sole.

Wenn es draussen kalt und ungemütlich ist, steigt die Lust aufs Baden in der warmen Sole.

zVg

In «normalen» Jahren verbucht das Sole Uno in Rheinfelden rund eine halbe Million Besucher. Im Coronajahr, das haben die Verantwortlichen schon jetzt überschlagen, werden es wohl nur 300000 sein. Und die Hochsaison steht jetzt ins Haus. Diese zu meistern, nennt Thomas Kirchhofer, CEO des Parkresort Rheinfelden, eine «Challenge».

«Wir können unseren Gästen auch mit Corona ein sicheres und schönes Badeerlebnis bieten», ist Kirchhofer überzeugt. Die Facts des Schutzkonzepts: maximal 300 Gäste gleichzeitig in der Gesamtanlage (zuvor 475), Maskenpflicht im Kassenbereich, auf dem Weg zu den Umkleiden und bei den Garderoben, Obergrenzen an Personen in den Solebecken und den Saunakabinen. In den Gängen und Umkleiden gibt es Kirchhofer zufolge keine Probleme.

In bestimmten Arealen, vor allem beim Sole-Sprudelbecken im Innenbereich, in dem sich statt wie früher 25 jetzt nur noch zwölf Besucher tummeln dürfen, habe das Personal aber schon Mühe, die Leute zur Einhaltung der Auflagen zu ermahnen. Bei einer Wassertemperatur von 36 bis 38 Grad sei das Becken eben sehr beliebt. Doch das Sole Uno verlasse sich nicht nur auf den Augenschein der Mitarbeiter. Kirchhofer berichtet von elektronischen Zählsystemen, welche zudem gewährleisteten, dass die Obergrenze von einem Gast pro vier Quadratmeter Wasserfläche nicht überschritten werde. Auf der Website des Sole Uno ist Volker Thiel, Virologe an der Universität Bern, mit der Aussage zitiert: «Sie können ohne Bedenken ein Thermalbad besuchen. Viren werden durch Wärme und Hitze eher abgetötet.» Laut Kirchhofer könne die professionelle Wasseraufbereitung des Wellness-Resorts das Covid-19-Virus leichter abtöten als Kolibakterien. So tönt Kirchhofer bestimmt, wenn er sagt: «Wir können mit 100 Prozent Sicherheit ausschliessen, dass das Virus im Badewasser überlebt.»

Bei 110 Grad keine Chance fürs Virus

Spitzenreiter bei der Temperatur im Sole Uno ist im Aussenbereich die Erdsauna mit rund 110 Grad Celsius, gefolgt von der Feuersauna, wo es mit 100 Grad kaum weniger heiss hergeht. Schlechte Überlebenschancen für ein Virus – möchte man schlussfolgern. Kirchhofer spricht von «nur einigen Sekunden Überlebensdauer» in einem derart heissen Milieu. Was auch für die Russische Banja gelte, mit 70 bis 80 Grad weniger heiss als in der finnischen Sauna und mit deutlich höherer Luftfeuchtigkeit. Wobei die Ansteckungsgefahr deshalb nicht null sei. Aber in Kombination mit den auch in den Sauna-Kabinen bestehenden Mindestabständen sei man auf der sicheren Seite. Aufgüsse fänden zwar statt, doch auf das Verwedeln der Dämpfe durch das Personal werde verzichtet.

1500 statt 2500 Besucher pro Tag

Winter heisst für das Sole Uno in Rheinfelden: Hauptsaison. Laut Kirchhofer kommen im ersten und im vierten Quartal eines jeden Jahres, also in den Monaten Januar bis März und Oktober bis Dezember, 60 Prozent der Besucher. Bisher sei es möglich gewesen, an Super-Wintertagen 2500 Besucher insgesamt zu begrüssen. Kirchhofer: «Mit den Corona-Auflagen schaffen wir noch höchstens 1500. Das schmerzt natürlich.»