Das Sisslerfeld, verteilt auf die Gemeinde Sisseln, Eiken, Münchwilen und Stein, war jahrelang als grösste Industriebrache der Nordwestschweiz bekannt. Als sich Gemeinden, Grundeigentümer und Kanton gemeinsam mit einem Planungsbüro zusammengesetzten, um mit der Arealentwicklung Sisslerfeld gemeinsam das grosse Potenzial des Geländes auszuschöpfen, ging es gezielt um das rund 20 Hektaren grosse Filetstück westlich der DSM in Sisseln.

«Das Areal eignet sich hervorragend für Firmen aus dem Life-Science-Umfeld. Arealnachbarn sind Produktions-, Entwicklungs- und Forschungseinheiten der internationalen Konzerne Syngenta, DSM und Novartis», beschreibt denn auch Aargau Service, der Standortförderer des Kantons, die idealen Bedingungen.

Obwohl es im letzten Jahr zu Veränderungen bei den Grundeigentümern gekommen war und neue Bauvorhaben bekannt wurden, steht der Gedanke, Betriebe aus dem Hightech- und Life-Science-Bereich anzusiedeln, nach wie vor im Zentrum. Von der einstigen Idee, eine einzige grosse Firma hier ansiedeln zu können, ist man weggekommen.

Besitzerwechsel

Im Juni 2014 geriet das Vorhaben kurzfristig ins Stocken. Die Aargauische Kantonalbank hatte ihr 4,7 Hektaren grosses Industrieland an die Erne AG Holzbau verkauft.

Das Laufenburger Unternehmen möchte auf dem neu erworbenen Gelände eine Produktionshalle erstellen. Sie kommt auf einem Teil der Senke zu stehen, die noch aufgefüllt werden muss. Insgesamt 454 000 Kubikmeter sauberes Aushubmaterial werden dafür benötigt.

Im oberen Fricktal fehlt es zurzeit an solchen Sauberaushubdeponien. Das Sisslerfeld würde somit auch einem aktuellen Bedürfnis in der Region Rechnung tragen. Bevor aber aufgefüllt werden kann, braucht es einen Eintrag im kantonalen Richtplan.

«Die Gemeinden Münchwilen und Sisseln haben diesen Eintrag, unterstützt vom Planungsverband Regio Fricktal, beim Kanton beantragt, das läuft jetzt», erklärt Hansueli Bühler, Präsident des Planungsverbandes.

Zwei der Grundeigentümer, die Erne AG Holzbau und Schwarb AG, sind zurzeit ebenfalls daran, ein Konzept für das Auffüllen zu erarbeiten.

Von den einst acht Eigentümern sind noch sieben an Bord der Arealentwicklung Sisslerfeld. Unter ihnen auch die Erne AG Holzbau. Für den geplanten Hallenbau beansprucht sie nur einen Teil ihres Landes.

Bei Aargau Service zeigte man sich im Herbst des vergangenen Jahres davon überzeugt, dass das Laufenburger Unternehmen für einen Schub bei der Entwicklung des gesamten Areals sorgen könne.

Die anderen Grundeigentümer haben zudem erklärt, dass sie nicht für sich selber bauen wollen. Nicht mehr dabei ist die Firma Ziegler mit rund 4 Hektaren Land.

Vorwärtsgehen soll es jetzt nicht nur mit den nötigen Bewilligungen für das Auffüllen der Senke. Aargau Service ist ebenfalls gefordert, und zwar mit der Vermarktung des nördlichen Areals des Sisslerfeldes.