Oeschgen

Im «Schwanen» logieren nur noch Kurzaufenthalter

Aus dem traditionsreichen Gasthof Schwanen in Oeschgen ist mittlerweile ein Haus mit Zimmern für Kurzaufenthalter geworden, die in der Region für einige Zeit eine Arbeit gefunden haben.

Aus dem traditionsreichen Gasthof Schwanen in Oeschgen ist mittlerweile ein Haus mit Zimmern für Kurzaufenthalter geworden, die in der Region für einige Zeit eine Arbeit gefunden haben.

Vor zwei Jahren schloss die letzte Gaststätte in Oeschgen. Heute ist die Zukunft des «Schwanen» ungewiss und die Beschwerde gegen die Spezialzone nach wie vor hängig.

Seit Jahrhunderten ist der «Schwanen» in Oeschgen als Gasthof in der Region und weit darüber hinaus bekannt. Nachdem der Pachtvertrag mit dem letzten Wirt nicht verlängert wurde, ging die Ära der traditionsreichen Gaststätte Mitte Juni 2012 zu Ende und die Gemeinde verlor das einzige Restaurant im Dorf.

500 Unterschriften gesammelt

Der Gemeinderat verhandelte mit dem Besitzer E. R. (69) und eine von 500 Einwohnerinnen und Einwohnern unterschriebene Petition für den Erhalt des «Schwanen» als Gasthof wurde eingereicht – alles vergeblich: Der Beisitzer des Anwesens gehört und der im Kanton Zürich wohnt, wollte nichts von einer Weiterführung des Hauses als Gastwirtschaftsbetrieb wissen.

Es wurde daraufhin still um den ehemaligen Landgasthof Schwanen, wo jetzt Zimmer an Kurzaufenthalter vermietet werden, die in der Region für einige Zeit eine Arbeit gefunden haben und dort logieren, derweil in Oeschgen die Gesamtrevision der Nutzungsplanung Siedlung und Kulturland an die Hand genommen wurde. Der Regierungsrat hat inzwischen diesem Planungswerk zugestimmt, wie die Gemeinde diese Woche mitteilte – mit Ausnahme der Spezialzone Schwanen.

Denn auf Antrag des Gemeinderats wurden die Ausscheidung dieser Spezialzone und die Änderung des Gestaltungsplanpflichtperimeters Mitteldorf im Bauzonenplan sowie die Aufführung des Gasthofs Schwanen als Kulturobjekt im Anhang zur Bau- und Nutzungsordnung von der Genehmigung zurückgestellt; es muss separat darüber entschieden werden, weil das Beschwerdeverfahren des «Schwanen»-Besitzers noch hängig ist. Und zwar soll die der Dorfkernzone überlagerte Spezialzone Schwanen – nebst den anderen in der Grundzone zulässigen Nutzungen – zwingend für einen öffentlich zugänglichen Gastwirtschaftsbetrieb mit mindestens 150 ganzjährig nutzbaren Sitzplätzen mit der notwendigen Infrastruktur reserviert werden. Der Betriebskern muss mindestens im Erdgeschoss des bestehenden Gasthofs Schwanen belassen werden, wie es im betreffenden Paragrafen heisst.

Keine Auskunft vom Besitzer

Die Aargauer Zeitung erkundigte sich bei dem Besitzer nach der Zukunft des ehemaligen Gasthofs Schwanen, zu dem die (Dorf-)Schüür, die frühere Kelterei und ein grosses Stück unüberbauten Landes gehört. Die schriftlich eingereichte Anfrage blieb jedoch unbeantwortet.

Dabei wäre es für die Öffentlichkeit interessant, aus erster Hand über die Pläne mit dem «Schwanen» zu erfahren, ob das Gebäude weiterhin zimmerweise an Kurzaufenthalter vermietet wird, ob mit dem Wohnhaus bei der ehemaligen Kelterei dasselbe geschehen soll und ob im «Schwanen»-Garten mit einer Überbauung zu rechnen ist. Was zumindest das Gebäude des «Schwanen» anbelangt, hat der Besitzer keine freie Hand, denn nach Auskunft von Gemeindeschreiber Roger Wernli ist die Liegenschaft Schwanen bei der kantonalen Denkmalpflege im Bauinventar von 2011 enthalten.

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