Zeiningen
Im Rebberg trieben Brandstifter ihr Unwesen: «Es war für alle ein Schock»

Nach dem Brand eines Gartenhauses im Rebberg sucht die Polizei weiter nach den Brandstiftern. Die Besitzer sind geschockt.

Nadine Böni
Drucken
Teilen

Zur Verfügung gestellt

Es ist kein schönes Bild, das sich am frühen Sonntagmorgen am Grieshaldenweg in Zeiningen bietet. Von einem Gartenhaus sind nur noch ein paar angesengte Holzlatten und ein Haufen Schutt und Asche übrig. Das Gartenhaus war in der Nacht zuvor in Brand geraten und komplett niedergebrannt (die AZ berichtete). «Die Nachricht war für die ganze Familie ein Schock», sagt die Tochter des Besitzers.

Mit dem Gartenhaus sind viele schöne Erinnerungen verbunden. An Familienfeste und Silvester-Feiern etwa, aber auch an die gemeinsame Weinlese im Herbst, das «Herbschte». «Die Arbeit im Rebberg und das Zusammenhocken mit den Helfern beim Zvieri im Häuschen waren immer sehr schön», so die Tochter. Das Gartenhaus war über Jahrzehnte im Besitz der Familie. Der Vater hatte es einst selbst zusammengezimmert und im Rebberg aufgestellt. Nachdem die Familie die Reben an einen Weinbauern verpachtete, wurde es nur noch selten genutzt.

Fotos bleiben als Erinnerung

Einige Male im Jahr besuchten die Familienangehörigen das Gartenhaus und schauten zum Rechten; letztmals vor einigen Wochen. «Damals hat meine Schwester zum Glück noch ein paar Fotos vom Häuschen gemacht. Sie bleiben uns jetzt als Erinnerung», so die Tochter des Besitzers.

«Das Zusammenhocken mit den Helfern beim Zvieri im Häuschen war immer sehr schön.»

Tochter des Besitzers

Die Kantonspolizei hat inzwischen die Ermittlungen aufgenommen. Sie geht nach den ersten Erkenntnissen davon aus, dass es sich bei der Brandursache um Brandstiftung handelte. In einem anderen Gartenhaus in unmittelbarer Nähe wurde in derselben Nacht eingebrochen und ein Gaskocher sowie eine Gaslampe entwendet. Diese Gegenstände wurden laut Kapo mutmasslich verwendet, um das Nachbarshaus in Brand zu setzen. «Auch ob der Brand absichtlich gelegt wurde oder es sich um ein Versehen handelte, ist Gegenstand der Ermittlungen», sagt Kapo-Sprecher Roland Pfister. Erfahrungsgemäss seien Gartenhäuser beliebte Ziele für Einbrecher. Brände und Brandstiftung seien hingegen selten.
Die Polizei setzt bei ihren Ermittlungen unter anderem auch auf die Bevölkerung. Einerseits werden Anwohner befragt, andererseits auch Hinweise aus der Bevölkerung entgegen genommen. Noch am Sonntag veröffentlichte die Kapo einen entsprechenden Zeugenaufruf. Bis am Montagnachmittag sind allerdings noch keine Hinweise eingegangen.

Zukunft noch offen

Der beim Brand entstandene Sachschaden beläuft sich auf rund 15'000 Franken. Die Besitzerfamilie wird Anzeige gegen Unbekannt einreichen. In den kommenden Tagen wird sie sich ausserdem um das Aufräumen an der Brandstelle kümmern müssen. «Es ist ein trauriger Anblick», sagt die Tochter des Besitzers. Wie es danach weitergeht und ob das Gartenhaus wieder aufgebaut wird, ist derzeit noch offen. «Das werden wir in Absprache mit der ganzen Familie und mit etwas Abstand beurteilen.»