Frick
Im Rampart strahlt der Smiley um die Wette – doch Tempo 30 ist kein Thema

555 Fahrzeuge wurden im Rampart gemessen. Das Schnellste fuhr 41 km/h. 85 Prozent waren mit maximal 30 km/h unterwegs.

Thomas Wehrli
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Alles im grünen Bereich: Bei der Verkehrsmessung hielten sich alle ans Tempolimit. zvg

Alles im grünen Bereich: Bei der Verkehrsmessung hielten sich alle ans Tempolimit. zvg

Er hat gut lachen, der grüne Smiley im Fricker Rampart: Sämtliche Automobilisten halten die Geschwindigkeit ein. Dies zeigte eine Verkehrsstatistikmessung Ende Dezember. 555 Fahrzeuge fuhren innerhalb der Messwoche in die oder aus der Sackgasse. «Die höchste gemessene Geschwindigkeit lag bei 41 km/h», sagt Gemeindeschreiber Michael Widmer. 85 Prozent der Fahrzeuge fuhren maximal 30 km/h, «350 der gemessenen 555 Fahrzeuge fuhren gar nur 25 km/h oder langsamer».

Die Tempofrage erleben die Anwohner allerdings etwas anders. Vor allem gestresste Eltern, die ihre Kinder in die Kindertagesstätte bringen, und verspätete Kirchgänger drückten bisweilen schon aufs Gaspedal.

Widmer räumt ein, dass die Tagesstätte im Messzeitraum nur an vier Tagen in Betrieb war. «Da auch in diesem Zeitraum keine einzige Übertretung festzustellen war, werden die Auswertungen dennoch als repräsentativ beurteilt.» Und weiter: «Die Statistik belegt die Hypothese schnell fahrender Eltern nicht.»

Eine Aufklärungskampagne, wie sie von Rampart-Anwohner Beat Kraushaar in der az angeregt wurde, hält Widmer angesichts des tiefen Geschwindigkeitsniveaus nicht für erforderlich. Dafür hat die Gemeinde temporär ihren «Speedy» montiert, der mit lachend-grünem oder traurig-rotem Gesicht den Autofahrern anzeigt, ob sie korrekt oder zu schnell fahren.

Ein lachendes Gesicht vom Rampart gäbe es für den Gemeinderat, wenn er im Quartier Tempo 30 einführen würde. «Eine 30er-Zone im Rampart wäre weder übertrieben noch eine Überregulation», sagte Kraushaar im November gegenüber der az.

Schon damals winkte Gemeindeammann Daniel Suter ab. Auf einer rund 200 Meter langen Stumpenstrasse ohne Durchgangsverkehr Tempo 30 einzuführen, nannte er als «über das Ziel hinausgeschossen». Er appellierte vielmehr an den gesunden Menschenverstand.

Daran hat sich seither nichts geändert. Für Widmer könnte Tempo 30 im Rampart dann geprüft werden, wenn eine Temporeduktion für das ganze Quartier – also vom Juraweg über den oberer Rainweg bis hin zur Ortsgrenze zu Gipf-Oberfrick – aktuell würde. «Derzeit bestehen keine solchen Pläne.» Für Widmer machen Tempo-30-Zonen nur dann Sinn, wenn sie mindestens quartierweise eingeführt werden. «Es ist für den Automobilisten wichtig, dass von der Einfahrt ab einer Hauptverkehrsachse in eine Gemeindestrasse im ganzen Quartier die gleiche Höchstgeschwindigkeit gilt.»

Tempo 30 im Gänsacker

Eine solche Tempo-30-Zone wird das Gebiet Gänsacker-Königsweg-Kirchmattweg werden. Hier wird die Temporeduktion auf Wunsch der Anwohner eingeführt. In einer Umfrage sprach sich eine Mehrheit für Tempo 30 aus – unter der Bedingung, dass die sieben Baumbuchten, die den Verkehr beruhigen sollen, wegkommen. Zwei müssen wegen der Neubauten im Gänsacker ohnehin entfernt werden, die restlichen fünf Bäume sollen fallen, wenn Tempo 30 eingeführt wird.

Die Frage ist: Kann Tempo 30 überhaupt ohne bauliche Massnahmen eingeführt werden? Ja, sagt die Gemeinde. Sie liess dazu ein Fachgutachten erstellen. Dieses zeigt auf, «dass Tempo 30 auch ohne bauliche Massnahmen genehmigungsfähig ist», so Widmer. Das Gutachten liegt derzeit beim Kanton zur Vorprüfung.

«Sofern der Kanton zum gleichen Schluss kommt, erarbeitet unsere Abteilung Bau und Umwelt ein entsprechendes Baugesuch, worin auch das Entfernen der Baumbuchten enthalten sein wird.»

Realisiert werden kann die Tempo-30-Zone erst, wenn Baugesuch und Signalisation rechtskräftig sind. Das wird noch dauern. «Ob die baulichen Anpassungen noch dieses Jahr erfolgen, ist noch unklar und hängt vom weiteren Verfahrensablauf, der Höhe der Kosten und Budget-Fragen ab», so Widmer.