Rheinfelden

Im Museum Fricktal stehen Menschen und ihr Leben im Fokus – ob von vor 200 Jahren oder von heute

Vernissage zur Ausstellung «Rheinfelden - anno dazumal und heute. Menschen und Orte».

«Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft» – das wusste schon vor 200 Jahren der Gelehrte, Staatsmann und Bildungsreformer Wilhelm von Humbold. Rheinfelden hat eine reiche Geschichte und eine spannende Gegenwart, die es zu bewahren gilt, fand auch das Team des Fricktaler Museums mit seiner Leiterin Katrin Schöb.

Es gestaltete und organisierte mit vielen Helfern in langer Vorbereitungszeit deshalb die neue Ausstellung «Rheinfelden anno dazumal und heute. Menschen und Orte». Bei der Eröffnung der Ausstellung in der Stadtkirche betonte Katrin Schöb, dass Ansichten, Dinge und Menschen verloren gehen, wenn die Erinnerungen daran verschwinden.

So ist diese Ausstellung auch wider das Vergessen. Sie ging weiter darauf ein, was im einzelnen alles gezeigt wird, unterstrich im Besonderen den wunderschönen textilen Teppich, mit dem der gesamte Boden des Ausstellungsraumes ausgelegt ist. Er wurde angefertigt nach der Sigfried Karte Rheinfeldens von 1880 mit der Bebauung und dem Umfeld von damals sowie dem, was neu hinzukam.

Sie wies hin auf die interessante Idee der Litfasssäulen mit alten und neuen Ansichten und den dazugehörigen Hörstationen. Es werden Geschichten von Menschen erzählt, von deren Leben, Träumen und Sehnsüchten, wahr oder vielleicht nur Legende, wer weiss.

Ziel der Ausstellung sei, zu dokumentieren, ein Bewusstsein für das noch vorhandene zu schaffen, für das, was leider schon verloren ging, zu sensibilisieren für Veränderungen, Erinnerungen weiterzugeben, das regionale Gedächtnis ein wenig zu festigen, zwischen Vergangenheit und dem Heute zu vermitteln. Die Ausstellung wird bis zum Ende des Jahres zu sehen sein und von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet werden.

Berichte in Bild und Text

Musikalisch umrahmte die Cellistin Chisaki Kito die Vernissage. Die zahlreichen Gäste durften im eigenen Tempo und in eigener Regie eintauchen in die Ausstellung, sich anhand der Exponate erinnern, manchmal sogar persönlich, sich austauschen mit anderen Besuchern. Zu sehen ist zum Beispiel ein wahrer Schatz an verschiedenen Daguerreotypien - Bildträger eines fast 200 Jahre alten Verfahrens, Fotografien auf Glasplatten, Fotonegative, herrliche alte Post- und Ansichtskarten, einmalige Stadtansichten. Es wird berichtet in Bild und Text von Leben am Ufer des Rheins, vom Batzenhäusel, dem Ochsen in der Kurve, von Hopfen und Malz, lauschigen Gassen, altehrwürdigen Häusern, von der Poesie und Melodie einer wunderbaren Stadt. Technische Erfindungen wie Dampfmaschinen und Telefon hielten natürlich auch Einzug, die Industrialisierung nahm seinen Lauf, Fabriken entstanden damals, die zum Teil noch heute da sind. Dargestellt werden die enormen Veränderungen, der Wandel der Zeit. Ein Magnet der Ausstellung ist dabei auch das Modell der Altstadt, das immer wieder aktualisiert wird.

So ist der Besuch eine spannende Reise in eine bewegte Geschichte, die immer wieder zu einem Vergleich zu heute anregt. Viele Exponate dieser Ausstellung werden aus dem reichen Fundus des Museums erstmalig öffentlich gezeigt.

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