Zwei auch international bekannte Künstler stellen derzeit einen Teil ihrer Werke im Kornhauskeller Frick aus: Franziska Gloor, Bilder, sowie Mathies Schwarze eine Vielzahl von Keramik-und Porzellanexponaten. Beide leben in Oeschgen, haben dort auch seit 1997 ihr Gemeinschaftsatelier. Und beide sind künstlerische Schwergewichte.

Die Bilder von Franziska Gloor faszinieren den Betrachter sofort mit ihren ausdrucksstarken Farbkompositionen, sie lösen Emotionen aus, berühren, vermitteln Stille, Nachdenklichkeit und Harmonie. Die Vasen, Schalen, Teller und Gefässe von Mathies Schwarze mit ihren eigenwilligen, ausgefeilten Formen und aussergewöhnlichen Glasuren sind Meisterwerke, die ihresgleichen suchen.

Zart eingefangenes Licht

Thomas Stöckli, Präsident der Kulturkommission und Gemeinderatsmitglied, führte in die sehr gut besuchte Ausstellung ein. Die Bilder von Franziska Gloor seien romantisch, mal leuchtend warm, aber auch kühl, spontan, unbestimmt in der Form, in der sich Licht und Schatten wie der Lauf eines Tages abwechseln, meinte er. Die Unikate von Mathies Schwarze mit ihren perfekten Glasuren seien teils rotes Magma, dann wieder schwarz erstarrte Lava oder auch zart eingefangenes Licht. Seine Gefässe glichen Blüten-und Knospenformen, sind grazil, bauchig, immer formvollendet.

Alte Keramiktechniken

Mathies Schwarze, Keramikmeister seit mehr als 50 Jahren, wollte nie etwas anderes als Töpfer werden. Nach Ausbildung und Studium folgten Lehr-und Wanderjahre in ganz Europa. In seinen eigenen Werkstätten bildete er junge Leute aus, 2002 gründete er in Oeschgen seine Keramikschule.

Er übernimmt noch heute Techniken aus der 1000-jährigen Keramikgeschichte anderer Kulturen, entwickelt sie weiter, lässt sich inspirieren, experimentiert und perfektioniert. Souverän lässt er klare Silhouetten aus Ton und Porzellanerde entstehen. Auch in dieser Ausstellung sind einige wenige Porzellanexponate zu sehen, aussen unbehandelt, innen glasiert mit feiner Randbemalung. «Mit Porzellan auf der Töpferscheibe zu arbeiten ist nicht ganz leicht, das Material ist sehr sensibel» erklärt er dazu.

Spass und Leidenschaft

Die Acrylbilder von Franziska Gloor lassen dem Betrachter jede Menge Freiheit zum Interpretieren. Kräftig rote oder blaue Farben mit tiefenräumlicher Wirkung regen zum Philosophieren an, lassen das letzte Licht im Meer fast explodieren, eine Landschaft in dunkler Nacht entschwinden, deuten einen wunderbaren Gesang aus dem Feuerofen an.

Franziska Gloor malt schon seit Kindertagen mit Spass und Leidenschaft. Nach ihrer Ausbildung als Primarlehrerin besuchte sie Malkurse, studierte an der Malschule «École a´Art Martenat», die eine ganzheitliche Methode lehrt. Beim Malen bevorzugt sie eine Mischtechnik mit Dingen, die eine plastische Struktur ergeben.

«Bilder sind meine Sprache, Gefühle fliessen immer ein. Doch jeder soll sich beim Anschauen seine eigene Geschichte machen» findet sie. Und weiter: «Malen ist für mich ein absolutes Muss. Es gibt nichts Schlimmeres, als eine weisse Leinewand.» Zu Beginn hat sie keinen konkreten Plan, das Thema entwickelt sich dann Schritt für Schritt.

Musikalisch umrahmte Claudia Abraham, Lehrerin an der Musikschule Frick und neues Mitglied in der Kulturkommission, auf ihrer Gitarre die Vernissage.

Öffnungszeiten Kornhauskeller Frick, Hauptstrasse 31: Samstag, 14. November, 11–18 Uhr, Sonntag, 15. November, 14–18 Uhr, Samstag, 21. November, 11–18 Uhr, Sonntag, 22. November, 14–18 Uhr. Die beiden Künstler sind jeweils sonntags ab 15 Uhr in der Ausstellung anwesend.