Hornussen

Im Kloster hat Daniel Maag das Handwerk fürs Töffdesign gelernt

Daniel Maag mit der Sieger-Trophäe von 2005 und dem mittlerweile weltberühmten Sieger-Motorrad.

Daniel Maag mit der Sieger-Trophäe von 2005 und dem mittlerweile weltberühmten Sieger-Motorrad.

Der Zürcher Daniel Maag hat sich im Fricktal eine Werkstatt mit kleinem Ausstellungsraum eingerichtet. Der 47-jährige, gelernte Elektromechaniker hat seit dem Kindesalter eine grosse Leidenschaft für Motorräder. Heute ist er weltbrühmt.

Die Website «crazy-drive» machte neugierig. Da werden, wie der Name sagt, verrückte Motorräder und Oldtimer gezeigt, die mit viel Kreativität umgebaut, getunt, designt und restauriert wurden. Mit dem «Pure Metal Bike» gewann Daniel Maag 2011 an der grossen Rats Hole Show in Daytona USA in der Kategorie «Aussergewöhnlichste Fahrzeuge» den ersten Preis. Das ganze Motorrad mit aufwendigen Verzierungen wurde bis auf die Vordergabel aus Aluminium gehämmert. Höchste Zeit also, an der Hauptstrasse in Hornussen nachzufragen, wie es zu diesem Erfolg kam.

Leidenschaft zum Beruf gemacht

Der Zürcher Daniel Maag hat sich im Fricktal eine Werkstatt mit kleinem Ausstellungsraum eingerichtet. Der 47-jährige, gelernte Elektromechaniker mit Zusatzausbildungen hat seit dem Kindesalter eine grosse Leidenschaft für Motorräder. 1992 eröffnete er seine erste eigene Garage. Maag verfügt über grenzenlose Kreativität, wenn es darum geht, Fahrzeuge in Unikate zu verwandeln.

Zum Blechtreiben kam er durch eine Reisepanne. Der militärhistorisch Interessierte wollte in Asien den Ho Chi Minh Trail abfahren. In Thailand erfuhr Maag aber, dass das in Kambodscha reservierte Motorrad nicht bereitstand. Als Alternative kontaktierte er Bekannte, die bereit waren, ihm die dreidimensionale Blechtreibtechnik beizubringen. Der Schweizer war begabt, denn er half seinem Grossvater schon früh bei Schmiedearbeiten. Im Kloster verfeinerte er in den Wintermonaten von 2003 bis 2007 die Technik und lernte auf einer Thailand-Reise an einem Kurs seine spätere Frau Lai kennen. Der Tüftler entwickelte seinen eigenen Stil und setzt ihn nun für die Verzierung von Motorrädern ein. Heute wird er von Lai beim Handwerk unterstützt.

Erfolge in den USA

Ab 2005 gings steil aufwärts. «Ich holte an der weltgrössten Show in Amerika den ersten Preis mit meinem verrückten Motorrad«, erzählt Maag, «das war eine grosse Überraschung, weil es Hunderte Konkurrenten hatte.» Nach seinem ersten Erfolg überlegte sich der Preisträger immer wieder ein neues Motto für seine Projekte. Bei der zweiten Teilnahme holte er 2008 an der Daytona-Boardwalk-Show den zweiten Jury-Preis mit dem historischen «Washington-Independence»-Motorrad aufgrund seiner Idee und seiner Handwerkskunst.

Das neuste Projekt ist das «Tiger Bike». Der Spezialumbau mit einem neu aufgebauten Harley-Davidson Motor aus den 1950er-Jahren ist dem Aussterben des Tigers gewidmet. Maag erarbeitet das Konzept, sucht Sponsoren und tüftelt an den Details. «Es wird wieder etwas ganz Spezielles geben», sagt er und will die Technik noch nicht verraten, «es geht um Glanz, Eleganz und Kraft, wie das der Tiger verkörpert.» Wenn alles nach Plan läuft, nimmt er mit dem «Tiger Bike» nächstes Jahr wieder an Ausstellungen teil.

Das letztes Jahr preisgekrönte «Pure Metal Bike», das mit wenigen Handgriffen in verschiedene Versionen umgebaut werden kann, widmete er dem aussterbenden Handwerk. Es zeigt prominent einen Drachen, der dem Feuer entsteigt. Und genau dieses Feuer fürs Blechtreiben möchte Maag den Jungen weitergeben. «Vom oberen Zürichseeufer bis nach Baden schrieb ich alle Schulen an und erhielt keine einzige Antwort», erzählt der Handwerker sichtlich enttäuscht.

Hindernisse in der Schweiz

Einige seiner verrücktesten Motorräder sind in der Schweiz nicht verkehrstauglich. «Ich finde das bedenklich, was den Leuten alles vorgeschrieben wird», sagt Maag, «Verbote hindern die Leute, selber zu denken.» Der Töffdesigner lässt sich seine Kreativität nicht nehmen. Manchmal denkt er ans Auswandern. In ein Land, wo seine Motorräder mit Krallen und Drachenköpfen auf der Strasse zugelassen sind.

In Hornussen arbeitet Daniel Maag in der Regel am Freitag, Samstag und Montag. Den Sommer hindurch will seine Frau am Samstag Spezialitäten vom Grill anbieten. Die restlichen Tage arbeitet er im Atelier in Fahrweid.

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