Frick

Im Hundesalon gibt es schon mal einen Irokesenschnitt

Hier fühlt sich Hündin Jayo wohl: Petra Schneider (vorne) und Ursula Picard kümmern sich im Fricker Hundesalon Vanessa gerne um sie. sbö

Hier fühlt sich Hündin Jayo wohl: Petra Schneider (vorne) und Ursula Picard kümmern sich im Fricker Hundesalon Vanessa gerne um sie. sbö

Im Hundesalon Vanessa in Frick wurden früher auch Waffen verkauft. Heute erfüllt Besitzerin Ursula Picard seit Jahren fast jeden Wunsch der Hundebesitzer etwa vor Hochzeiten.

Was am beim Eingang zum Hundesalon Vanessa in Frick auffällt, ist ein Schild, auf dem «Zum Waffechäller» steht. Ist das etwa der Eingang zu einem Waffengeschäft? Tritt man in den Salon ein, wird einem schnell klar, dass da keine Waffen verkauft werden: Spielzeug für Hunde, Futter, Halsbänder, Mäntel für kalte Zeiten und noch mehr gibt es im Angebot, eben alles, was das Hundeherz begehrt.

«Angefangen hat ursprünglich aber alles dennoch mit einem Waffenladen», erfuhr die Aargauer Zeitung von Besitzerin Ursula Picard. Sie und ihr Mann René Picard eröffneten vor 22 Jahren ein Waffengeschäft im Kornhaus in Frick. Etwa 2 Jahre später hatte sie den Wunsch, im gleichen Geschäft auch einen Hundesalon einzurichten. Mit ihrem Anliegen ging sie zum Hausherrn und genau in dem Moment lief Ursula Picards kleine Tochter Vanessa auf die beiden zu. «Mit dem Eröffnen des Hundesalons bin ich nur einverstanden, wenn sie ihn nach ihrer Tochter benennen, weil sie so hübsch ist», meinte der Hauseigner. So kam es, dass das Ehepaar 20 Jahre lang ein gemeinsames Geschäft hatte, das gleichzeitig Hundefutter und Waffen verkaufte.

Spezielle Wünsche der Kunden

Ursula Picard führte aus: «Vor ungefähr 8 Jahren wollte uns die Gemeinde aus dem Kornhaus raushaben und nun sind wir hier am Widenplatz. Die Bewilligung der Gemeinde für die Weiterführung des Waffengeschäfts am neuen Ort haben wir leider nicht bekommen. Nur wenn wir schwere Gitter vor die Fenster hätten einbauen lassen, wäre die Bewilligung erteilt worden. Das Gebäude gehört aber der Gemeinde und es ist gar nicht erlaubt, Gitter einzubauen. Deswegen ist der Hundesalon heute unsere Haupteinnahmequelle.» Weil ihr Mann im oberen Stockwerk noch Pfeile, Bogen, Schiesshandschuhe und Werkzeug von der Firma «Waffechäller» für die Jagd verkaufe, stehe das Schild «Zum Waffechäller» immer noch am Eingang.

Im Hundesalon Vanessa gibt es viel zu tun. Ein grosser Teil der Kundschaft will, dass ihre Vierbeiner optisch perfekt aussehen. «Das sind dann aber eigentlich mehr die Frauen. Männer sind diesbezüglich eher praktisch veranlagt, aber natürlich gibt es auch hier Ausnahmen. Wir hatten in der Vergangenheit auch schon sehr lustige Wünsche von ein paar Kunden. Einmal wollte jemand, dass wir seinen Hund so scheren, dass er am Ende aussieht wie ein Löwe. Und ich erinnere mich an ein Mädchen, das eine Irokesenfrisur hatte und wollte, dass wir ihrem Hund die gleiche Frisur verpassen», sagt Ursula Picard schmunzelnd. Es gibt aber auch ein paar Dinge, die der Hundesalon Vanessa ablehnt. Dazu zählen zum Beispiel das Färben der Haare und das Lackieren der Krallen. Auch verkauft Ursula Picard keine Hundeparfüms. «Ein Hund soll Hund bleiben. Diese Dinge brauchen die Tiere einfach nicht, deswegen bieten wir sich auch nicht an.»

Ansonsten sind sich die Tierpflegerin und ihre Mitarbeiterin Petra Schneider aber für nichts zu schade: Die Hundehaare werden geschnitten, gewaschen, gefönt, gefilzt und getrimmt. Zähne und Ohren werden ordentlich geputzt. Auf die Krallen kommt zwar kein Lack, um ihre Pflege kümmern sich die beiden Hundefreundinnen aber trotzdem. «Bei einem Grosspudel dauert die ganze Prozedur etwa drei bis vier Stunden. Bei einem kleinen Pudel zwei bis drei Stunden. Bei ganz kleinen Hunden, wie einem Yorkshire Terrier, benötigen wir etwa anderthalb Stunden.».

Viele Stammkunden kommen wöchentlich

Doch nicht für alle Hunde sei diese Pflege regelmässig nötig. Einige Kunden brächten ihren Hund nur vor bestimmten Anlässen vorbei, wie zum Beispiel vor einer Hochzeit. Andere, vor allem Leute mit grossen Hunden, kämen vielleicht drei bis vier Mal im Jahr. Die meisten seien aber Stammkunden und brächten ihren Hund sogar wöchentlich in den Salon.

Ursula Picard erzählt: «Manchen Hunden ist jedoch eine lange Pflegedauer nicht zumutbar. Das müssen wir den Besitzern dann auch klar machen, und meistens sind sie diesbezüglich auch sehr einsichtig. Wir hatten einmal einen sehr bösen und unruhigen Westie bei uns. Es war nötig, ihm einen Maulkorb anzuziehen. Er hat meiner Mitarbeiterin die Arme komplett verkratzt, das war wirklich nicht mehr schön. Auch wenn die Hunde zu alt sind und die Prozedur einfach zu anstrengend für sie wird, müssen wir das den Besitzern. Das wichtigste ist das Wohl des Hundes: Wir sind ja keine Tierquäler, sondern Tierpfleger!»

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