In Eiken krachts im Gebälk: Nach den Rücktritten der drei Gemeinderäte Gerhard Zumsteg, Guido Schmidlin und Beat Schöni in kurzer Zeit demissioniert jetzt auch Peter Balzer, wie die Gemeindeverwaltung im amtlichen Bulletin am Dienstag mitteilte.

Die az wollte von den Eikern wissen, wie sie auf den Rücktritt des Gemeindeammanns reagieren, und hörte sich gestern im Dorf um. Dabei zeigt sich, dass eine gewisse Verunsicherung in der Bevölkerung herrscht. Viele wünschen sich mehr Klarheit in der ganzen Angelegenheit. Sie wollen wissen, wo in Eiken der Hund begraben liegt und wie es weitergehen soll.

Die meisten äusserten sich nur anonym zum Thema, weil zurzeit nur Mutmassungen angestellt werden können. Die Verantwortlichen selber hüllen sich vorerst in Schweigen und informieren die Bevölkerung im Rahmen einer Infoveranstaltung am 16. Dezember.

Meinungen gehen auseinander

Unklarheit herrscht vor allem in Bezug auf die Rolle von Peter Balzer bei den Rücktritten der verschiedenen Gemeinderäte. «Ich kenne ihn zwar nicht persönlich, aber die Rücktrittswelle scheint mit der Art, wie er die Geschäfte geleitet hat, in Zusammenhang zu stehen. Ganz unschuldig wird er ja nicht sein», meint ein älterer Herr, der an der Hauptstrasse wohnt.

Dass im Gremium nicht nur Harmonie pur herrschte, weiss auch Manfred Baumann: «Die Spannungen im Gemeinderat waren schon lange gegen aussen spürbar. Es herrschte ein recht vergiftetes Klima, in dem sich die Zusammenarbeit eher schwierig gestaltet hat. Aber jetzt geht es nicht darum, Einzelpersonen abzuschiessen, sondern es gilt, Lösungen zu finden.».

Der Führungsstil von Peter Balzer fand aber auch Rückhalt in der Bevölkerung, wie ein alteingesessener Eiker erklärt: «Ich habe das Gefühl, dass Balzer den Laden aufräumen wollte und seine Linie durchgezogen hat. Das ist natürlich nicht allen gut bekommen. Aber ich finde, als Chef darf er das auch.»

Uneinigkeit herrscht auch in Bezug auf die gebildete Interessengemeinschaft aus fünf ehemaligen Gemeinderäten. Von der Haltung: «Ich bin sicher, dass die IG eine gute Lösung präsentieren wird.» Bis zur Meinung: «Ich kann mir gut vorstellen, dass Balzer von dieser Seite unter Druck gesetzt wurde» gehen die Ansichten auseinander.

Die Eiker halten sich aber in den Spekulationen vorerst zurück und richten den Blick lieber in die Zukunft. «Ich hoffe jetzt einfach, dass die Dorfbevölkerung aufgerüttelt wird und sich die alteingesessenen Eiker für die Gemeinde einsetzen», meint eine Hausfrau. Dem pflichtet Baumann bei: «Eiken hat Probleme, die bewältigt werden müssen, wie der Verkehr oder die Finanzen. Darum brauchen wir eine starke Legislative.» Doch der Blick nach vorne ist aufgrund der vergangenen Ereignisse auch getrübt.

«Aufgrund der Turbulenzen, überlegen sich die Leute im Dorf zweimal, ob sie sich im Gemeinderat engagieren wollen», findet einer der Befragten. «Ich hoffe jetzt für Eiken, dass nicht jemand vom Kanton eingesetzt werden muss. Das wäre traurig», meint ein Einwohner aus Eiken Ost.