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Im Fricktaler Trinkwasser sind Pestizide selten

Trinkwasser-Brunnen in Aarau: Im Fricktal freut man sich über Trinkwasser von guter Qualität. (Archiv)

Trinkwasser-Brunnen in Aarau: Im Fricktal freut man sich über Trinkwasser von guter Qualität. (Archiv)

Trinkwasserbelastung mit chemischen Mitteln hat zugenommen – Proben in den Bezirken Laufenburg und Rheinfelden sind jedoch im grünen Bereich

Die Wasserversorger schlagen Alarm: Prüfungen der nationalen Grundwasserbeobachtung haben ergeben, dass an jeder fünften Messstelle von Trinkwasserfassungen die Pestizidbelastung über dem Toleranzwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter liegt. Aufgrund dieser Messerergebnisse sammelt ein Komitee derzeit Unterschriften für eine Initiative, mit welcher der generelle Einsatz von synthetischen Pflanzenmitteln verboten werden soll.

Müssen sich die Fricktaler also nun sorgen machen, wenn sie ihren Durst mit einem Schluck Leitungswasser löschen wollen? «Nein», sagt Anja Kopetz, Mediensprecherin vom kantonalen Departement für Gesundheit und Soziales. Sie verweist auf die 23 Trinkwasserproben, die im Jahr 2016 in den Bezirken Laufenburg und Rheinfelden erhoben wurden. Diese Messungen lieferten Ergebnisse für 397 Substanzen von Pflanzenschutzmitteln. 370 Resultate ergaben den Befund «nicht nachweisbar» bei einer Nachweisgrenze von 0,02 Mikrogramm pro Liter. Über der Nachweisgrenze lagen die Werte von 27 Einzelanalysen. «Die Konzentrationen dieser Rückstände lagen im Bereich von 0,02 bis 0,09 Mikrogramm pro Liter – und damit alle unter dem Toleranzwert», sagt Kopetz.

Massnahmen sind überflüssig

Auch die Werte in Wegenstetten liegen seit Jahren im grünen Bereich. Die Quellwasserfassungen liegen alle ausserhalb des Dorfes, wo es weder Industrie noch landwirtschaftliche Betriebe gibt. «Konsequentere Schutzmassnahmen sind deswegen nicht nötig», sagt Brunnenmeister Robert Moosmann. Dennoch stellt er fest, dass es einige Landwirte mit dem Einsatz von Pestiziden übertreiben. Doch deswegen gleich ein generelles Verbot für den Einsatz von Pestiziden auszusprechen, hält er für unangemessen.

Dies sieht sein Kollege Andreas Schib, Brunnenmeister in Möhlin, ähnlich: «Unser Trinkwasser ist hygienisch in einem einwandfreien Zustand. Mit solch einem Verbot würde man den Landwirten nur unnötig das Leben schwer machen», sagt er.

Auch Gemeindeschreiber Roger Erdin, sieht keinen Anlass für stärkere Schutzmassnahmen: «Unsere Wasserversorgung wird über die Grundwasserfassung Heimenholz sichergestellt. Diese liegt mit sämtlichen Schutzzonen vollständig im Wald. Auch die Schutzzonen der Quellfassung liegen weitgehend im Wald», sagt er.

In Gipf-Oberfrick wurde im Jahr 2012 das Schutzzonenreglement für die Grundwasserfassung erneuert. «Sauberes Trinkwasser ist unabdingbar. Daher gilt es, die notwendigen Massnahmen zu treffen, dass dies erreicht werden kann», sagt Gemeindeschreiber Urs Treier. Mit dem neuen Reglement wurden landwirtschaftliche Tätigkeiten im Fassungsbereich der Schutzzone untersagt. In der engeren Schutzzone sind nur noch landschaftliche Tätigkeiten unter Berücksichtigung des Biolandbaus gestattet, wobei kein flüssiger Hofdünger ausgebracht werden darf.

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