Fricktal

Im Fricktal schlossen 18 Poststellen seit 2000: Welches ist die nächste?

In 15 Fricktaler Gemeinden gibt es noch eine Poststelle (siehe Karte unten), weitere Schliessungen könnten folgen. AZ Archiv

In 15 Fricktaler Gemeinden gibt es noch eine Poststelle (siehe Karte unten), weitere Schliessungen könnten folgen. AZ Archiv

Im Fricktal haben seit 2000 18 Poststellen ihre Türen geschlossen. Damit bleiben noch 15 übrig. Weitere Schliessungen könnten folgen.

Was noch vor 15 Jahren im ganzen Fricktal zum Dorfbild gehörte, ist heute fast eine Art Luxus geworden: eine Poststelle. Neun Poststellen gingen während der Schliessungswelle der Schweizerischen Post zwischen 2000 und 2003 verloren. Weitere – etwa in Gansingen, Oeschgen und zuletzt Kaisten – folgten wenige Jahre später.

Heute gibt es im Fricktal noch 15 Poststellen. In zehn Gemeinden (oder Dorfteilen in Fusionsgemeinden; siehe Karte) wird eine sogenannte Postagentur betrieben. Eine Aussenstelle, meist in einem Dorfladen, die gewisse Dienstleistungen der Post abdeckt. So können etwa Pakete und Briefe aufgegeben und abgeholt sowie Einzahlungen getätigt werden. In vielen Gemeinden und Dorfteilen, die weder Poststelle noch -agentur haben, bietet die Post einen Haus-Service.

Der Grossteil der Poststellen wurde aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen. «Seit einigen Jahren registriert die Post Rückgänge bei der Nachfrage am Schalter», sagt Erich Schmid, Kommunikationsverantwortlicher Poststellen. So sind seit dem Jahr 2000 die Briefaufgaben um zwei Drittel und die Anzahl Einzahlungen um einen Drittel zurückgegangen. Gerade Letztere würden für die Poststellen «ein gewisses Fundament» bilden, wie Schmid erklärt. «Sinkt die Nachfrage weiter, bricht ihnen die Existenzgrundlage weg.»

Prozess nicht abgeschlossen

Drohen also weitere Schliessungen? Gerade in Zeiningen kommen immer wieder entsprechende Gerüchte auf. Zuletzt, als die Postverteilung vor rund einem Jahr umgestellt wurde. Briefe und Pakete werden seither von Möhlin aus geliefert. Damals hiess es vonseiten der Post, dass diese Umorganisation keinerlei Einfluss auf die Zukunft der Poststelle habe.

Schmid gibt zu einzelnen Gemeinden keine Auskunft, auch aus Rücksichtnahme auf das Personal. Er verneint nur vehement, dass der Prozess abgeschlossen sei: «Die Überprüfung der Poststellen läuft weiter.» Stehe bei einer Stelle eine Veränderung zur Diskussion, werde aber zuerst das Gespräch mit den Behörden gesucht.

Umgebung spielt eine Rolle

Denn in der Evaluation spielen laut Schmid verschiedene Faktoren eine Rolle. Unter anderem die Umgebung. Also: Wo die nächste Poststelle liegt und wie sie erreichbar ist. Davon profitieren kleinere Gemeinden – wie etwa Herznach, das zwar nicht zentral liegt, dessen Poststelle aber auch von der Bevölkerung von Ueken und Zeihen (Postagenturen) genutzt wird. Oder Wallbach, mit rund 1900 Einwohnern eine mittelgrosse Gemeinde, ebenfalls am Rande des Fricktals.

«Wallbach ist etwas abgelegen. Es wäre ein grosser Aufwand für die Bevölkerung, wenn sie für den Gang zur Post in eines der Nachbardörfer müsste», sagt Gemeindeschreiber Thomas Zimmermann. Das könnte bei den Erwägungen der Post eine Rolle spielen. Kommt hinzu, dass auch viele Mumpferinnen und Mumpfer seit der Schliessung der eigenen Poststelle jene in Wallbach nutzen. Und: Ein Vorteil der Wallbacher Stelle sei der Standort des regionalen Steueramts gleich nebenan, sagt Zimmermann. «Das sorgt für Briefverkehr – genauso wie das Gewerbe.»

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