Fricktal Windkraft

Im Fricktal gibts viel Wind um die Windenergie

2007 und 2008 wurden in Zeiningen bereits Windmessungen gemacht – nun wurde der Standort in den Richtplan aufgenommen. archiv

2007 und 2008 wurden in Zeiningen bereits Windmessungen gemacht – nun wurde der Standort in den Richtplan aufgenommen. archiv

In Gansingen ist die Enttäuschung über die Aufnahme des Laubberges als möglicher Standort für eine Windkraftanlage in den Richtplan gross. In Zeiningen hingegen freut man sich über die Berücksichtigung des Standortes Hundsruggen.

Am Dienstag hat der Grosse Rat des Kantons Aargau entschieden, welche Standorte für mögliche Windkraftwerke in den kantonalen Richtplan aufgenommen werden.

Unbestritten war dabei das Gebiet Burg bei Oberhof. Gestrichen wurde das Gebiet Wessenberg. Soweit folgte der Grosse Rat den Vorschlägen der Kommission für Umwelt, Bau, Verkehr, Energie und Raumordnung (UBV).

Abweichend waren zwei weitere Entscheide über Standorte im Fricktal. Das Gebiet Laubberg wurde in den Richtplan aufgenommen. Ebenso fand auf Antrag von Grossrat Roland Agustoni (GLP, Rheinfelden) das Gebiet Hundsruggen in Zeiningen Aufnahme in den Richtplan.

Dieses Gebiet war in den Standortdiskussionen in letzter Zeit eher in den Hintergrund gedrängt worden.

Messungen in den Jahren 2007/08

In Zeiningen verfolgen die Brüder Heini und Edi Freiermuth das Projekt schon seit Jahren. Bereits in den Jahren 2007 und 2008 waren mittels eines 48 Meter hohen Mastes Windmessungen erfolgt.

«Damals gab es noch keine Vorgaben seitens des Kantons», führte Edi Freiermuth gegenüber der Aargauer Zeitung aus, «unser Projekt entspricht aber den aktuellen Vorgaben des Kantons.»

Dies bestätigt auch Roland Agustoni, der den Antrag im Grossen Rat erfolgreich einbrachte. «Für mich ist die Windkraft ganz wichtig», so der Grossrat, «wo Projekte möglich sind, sollten sie meiner Meinung nach auch verfolgt werden.»

Als Einzelstandort geeignet

Als Stolperstein für das Zeininger Projekt könnte sich erweisen, dass der Regierungsrat wünscht, dass an allen Standorten mindestens drei baugleiche Anlagen errichtet werden können.

Dies wäre am vorgesehenen Standort der Brüder Freiermuth nicht möglich. Der Beschluss des Grossen Rates zu diesem Punkt steht noch aus, das Geschäft wurde auf den nächsten Dienstag vertagt. Roland Agustoni hat allerdings einen Antrag eingereicht, der auch Einzelanlagen ermöglichen soll.

«Unser Vorteil ist, dass es sich nicht um einen Kretenstandort handelt. Die Zufahrt zum vorgesehenen Standort ist bereits erschlossen», erläutert Edi Freiermuth und hofft, dass dies am kommenden Dienstag berücksichtigt wird.

Er fügt aber an, dass zu einem späteren Zeitpunkt im Gebiet durchaus noch weitere Anlagen erstellt werden könnten.

Auch die Gemeinde Zeiningen steht hinter dem Projekt. Wie Gemeindeschreiber Marius Fricker ausführte, hat sich der Gemeinderat vor der gestrigen Grossratssitzung ans Parlament gewandt und zum Ausdruck gebracht, dass der Gemeinderat die Aufnahme in den Richtplan befürwortet.

«Der Gemeinderat Zeiningen betrachtet dieses Projekt als sehr gutes Beispiel zur Umsetzung des Energieleitbildes der Gemeinde Zeiningen zur Förderung erneuerbarer Energie», so Fricker weiter.

Grosser Ärger in Gansingen

In Gansingen herrscht dagegen ob des gestrigen Entscheides grosser Ärger. «Seit zwei Jahrzehnten beschäftigt der Laubberg die Gemeinde Gansingen», so Vizeammann Mario Hüsler.

«Immer wieder wurden seitens des Kantons Vorschriften erlassen, die wir bei Bauherren durchsetzen mussten. Jüngst wurde die Schutzzone vergrössert und nun will das gleiche Departement in diesem Gebiet Windkraftanlagen errichten», ärgert sich Hüsler.

Diese Diskrepanz sei unverständlich, so der Vizeammann weiter. Es gehe dabei nicht um die Frage pro oder contra Windkraft.

Der Gansinger Vizeammann hofft deshalb immer noch, dass der gestrige Entscheid im Grossen Rat noch korrigiert wird. «Die Schlussabstimmung ist noch ausstehend», so Hüsler und möglicherweise gebe es am kommenden Dienstag auch noch Rückkommensanträge.

«Mehrere Grossräte haben mir gesagt, dass es sich bei den Abstimmungsresultaten vom vergangenen Dienstag eher um zufällige Ergebnisse handle», so Mario Hüsler.

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