Frick
Im Eichenwaldreservat kommt seltene Vogelart vor, die auf der roten Liste steht

Revierförster Stefan Landolt vom Forstbetrieb Thiersteinberg führte 60 Interessenten durch das Eichenwaldreservat in Frick. Dabei zeigte sich, dass es eine Vogelart gibt, die sich dort besonders heimisch fühlt.

Franz Wülser
Drucken
Teilen
Waldumgang in Frick
3 Bilder
Die Ausführungen von Biologin Stefanie Burger stossen am Waldumgang auf grosses Interesse
Vorführung des mit einer Sägezange versehenen Baggers am Fricker Waldumgang

Waldumgang in Frick

Franz Wülser

Bei prächtigstem Frühlingswetter durften gegen 60 Wald- und Naturliebhaber in Frick einen informativen Waldumgang geniessen. Die Biologin Stefanie Burger von der Abteilung Wald informierte über die Bedeutung des Gebiets Moos/Seckenberg als Eichenwaldreservat von kantonaler Bedeutung.

Nach der Besammlung beim ehemaligen Schützenstand Ritzelten musste zunächst einmal die respektable Steigung des Steigs überwunden werden, bis man den ersten Informationsposten erreicht hatte. Dort erklärte Förster Landolt, wie die Holzsortimente direkt im Wald per Laptop und GPS erfasst werden und dann die Daten per Mausklick ins Büro und Sägewerkes zur Weiterbearbeitung übermittelt werden.

Im Gebiet Nessi demonstrierte Maschinist Martin Schmid eindrücklich sein Geschick mit dem Umgang eines mit einer Sägezange versehenen Baggers. In Kürze konnte er grössere Mengen von Astmaterial bis zu manndicken Stämmen zerkleinern und aussortieren. Beim nächsten Posten zeigte Michael Fischer, Forstwart und Teamleiter des Forstbetriebs, beim Fällen einer Weisstanne mit faulem Kern, dass auch nach Einzug der EDV und Vollmechanisierung nach wie vor Muskelkraft und handwerkliche Fertigkeiten beim Waldbau gefragt sind.

Die Biologin Stefanie Burger von der Abteilung Wald informierte beim dritten Posten über das Naturschutzprogramm Wald des Kantons und über die Bedeutung und Kartierung des Eichenwaldes im Gebiet Moos/Seckenberg. Die Eiche ist in diesem Gebiet überdurchschnittlich vertreten und wurde bereits von früheren Förstern bewusst gefördert. Entstanden ist ein besonderes Refugium für die Vogelwelt.

So kommt dort der seltene Mittelspecht vor, der auf der roten Liste der gefährdeten Arten steht. Die Art benötigt zur Nahrungssuche Baumkronen mit grobrindigen Ästen und Stammbereichen. Der Bestand ist gefährdet und langfristig wird er sich nur halten können, wenn grossflächige Wälder mit der Eiche als Hauptbaumart bestehen bleiben. Im Gebiet konnten drei Reviere des Mittelspechtes im Umfang von je etwa 10 Hektaren nachgewiesen werden. Somit dürfte knapp ein Dutzend dieser seltenen Buntspechtart dort Unterschlupf finden.

Geplant ist im Gebiet Moos/Seckenberg ein Eichenwaldreservat im Umfang von etwa 120 Hektaren, in welchem weiterhin eine eingeschränkte Holznutzung möglich sein wird. Wie Stefanie Burger ausführte, werde die Nutzungseinschränkung aufgrund der Kartierung genau berechnet, vertraglich geregelt und durch Mittel des Kantonalen Naturschutzprogrammes Wald abgegolten.

Der lehrreiche Waldumgang endete schliesslich beim gemeinsamen Grillieren und bei ungezwungenen Gesprächen am Ausgangsort.

Aktuelle Nachrichten