Die befristete Asylunterkunft im ehemaligen A3-Werkhof in Frick kann voraussichtlich im Spätherbst in Betrieb genommen werden. Der Gemeinderat hat das Baugesuch bewilligt und die beiden hängigen Einsprachen abgewiesen. «Es gab aus unserer Sicht keinen Grund, das Baugesuch abzulehnen», sagt Gemeindeammann Daniel Suter. Ob einer der Einsprecher seine Einwendung weiterzieht, ist derzeit noch offen. Beim Kanton hofft man das natürlich nicht, denn dies könnte einen Bezug um Monate verzögern. Suter will sich zum Risiko eines Weiterzugs nicht äussern.

Mit der Bewilligung hat der Kanton gestern auch das überarbeitete Konzept präsentiert. Dieses überrascht in drei Punkten.

Weniger Asylsuchende: Geplant war eine Unterkunft für bis zu 300 Asylsuchende. Das Projekt wurde nun redimensioniert. In Frick werden maximal 180 Asylsuchende untergebracht. Dieser Schritt erfolgte laut Balz Bruder, Mediensprecher im Departement Gesundheit und Soziales, nach dem Verzicht der «Shelters for Refugees» – statt der Flüchtlingszelte werden Wohncontainer in einer der beiden Werkhofhallen aufgestellt – primär aus «Kosten-Nutzen-Überlegungen». In Frick ist man über die Redimensionierung nicht unfroh. «Die Belastung der Gemeinde ist so natürlich kleiner», sagt Suter. Die Unterkunft soll in zwei bis vier Etappen bezogen werden. Die ersten Asylsuchenden sollen «im Lauf des vierten Quartals 2016» einziehen.

Nur Männer: Aus der gemischten Unterkunft – allein reisende Männer und Familien – wird eine reine Männerunterkunft; die Familien werden an anderen Orten untergebracht. Die Fokussierung hat neben den Kostengründen auch damit zu tun, dass «feste oberirdische Bauten für die Unterbringung von Familien grundsätzlich besser geeignet sind, auch wenn die Unterbringung im A3-Werkhof ebenfalls zumutbar gewesen wäre». Suter sieht in der Fokussierung keinen Nachteil. «Familien bleiben bei einem positiven Asylentscheid eher im gleichen Dorf wohnen als allein reisende Männer.»

Länger als geplant: Die Asylunterkunft ist lediglich eine Zwischennutzung des Areals; danach soll im ehemaligen Werkhof das kantonale Katastrophen-Element (KKE) untergebracht werden. Umbaubeginn war ursprünglich im Herbst 2017 vorgesehen. Doch das Projekt, das mit der Teilsanierung des Zivilschutzzentrums in Eiken verknüpft ist, verzögert sich um mindestens ein Jahr (az berichtete). Der A3-Werkhof kann somit voraussichtlich bis 2019 als Asylunterkunft betrieben werden. Die nun erteilte Bewilligung sieht eine maximale Nutzungsdauer von drei Jahren ab dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme vor, also wohl bis Herbst 2019. Klar ist für Bruder aber auch, dass man mit Zwischennutzungen für Asylunterkünfte «definitiven Nutzungen nie im Wege steht».

Anschlussprojekt umstritten

Das Anschlussprojekt – also die Unterbringung des KKE in Frick – ist politisch umstritten. Auch in Frick: «Der Werkhof befindet sich an einer Top-Lage. Dafür gibt es bessere Nutzungsmöglichkeiten, als darin Feuerwehrschläuche zu lagern», sagt Suter. Er plädiert – wie auch die FDP und die SVP in der Vernehmlassung – für eine gewerbliche Nutzung. «Was wir nicht wollen und auch verhindern werden, ist, dass das KKE nicht kommt und die Asylunterkunft zur Endlosschlaufe wird.» Eine Verlängerung der Betriebsbewilligung «wird es nicht geben», so Suter.

Die Zusammenarbeit bezeichnen Kanton und Gemeinde als «vertrauensvoll» und «konstruktiv». Das ist für Suter zentral. Denn im Sicherheits- und Betreuungskonzept sei zwar vieles geregelt, «doch das A und O wird es sein, situativ auf nicht vorhersehbare Ereignisse zu reagieren».

Suter ist überzeugt, dass die Asylsuchenden in Frick gut aufgenommen werden. «Die Stimmung im Dorf ist abwartend-positiv.» Man werde die Entwicklung genau beobachten und notfalls intervenieren, verspricht er. Zudem werde man die Polizeipräsenz an neuralgischen Orten im Dorf – etwa dem Bahnhof – verstärken.

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