Kaisten
Im Dorf hat nun der Geist des Haldejoggeli das Sagen

Mit der Freilassung des Fasnachtsgeistes gehen in den nächsten 20 Tagen alle närrischen Schandtaten im Dorf auf die Kappe des Haldejoggelis.

Susanne Hörth
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Narrenvater Marco Zaugg (links) nimmt den Schlüssel für das Regierungsgebäude von Gemeinderat Willy Burkhalter entgegen.

Narrenvater Marco Zaugg (links) nimmt den Schlüssel für das Regierungsgebäude von Gemeinderat Willy Burkhalter entgegen.

Susanne Hörth

Lange bevor der gespenstische Schein von Fackeln die Dunkelheit durchbricht, sind laute, monotone Klänge sind zu vernehmen. Auf einem Leiterwagen wird eine grosse Mostflasche herangerollt. Darin der Geist der Kaister Fasnacht. Lange triste Monate musste er in seinem Flaschenverlies in der Tüfelschuchi ausharren. Mit seiner Freilassung geht nicht nur für ihn eine Zeit des Wartens zu Ende. Für viele Fasnachtsbegeisterte hat am Donnerstag die so sehnsüchtig erwartete schöne, fünfte Jahreszeit begonnen.

Auf dem Joggeliplatz lässt Zeremonienmeister Daniel Winter den Haldejoggeligeist noch etwas in seinem gläsernen Gefängnis knurren und grollen. Doch dann schmetterte Winter die Flasche mit voller Wucht an den Joggelistein. Ein lauter Knall, noch mehr Rauch und schon ist der Fasnachtsgeist in der Zuschauermenge verschwunden. Laut einem mit der Fasnachtsgesellschaft Chaischter Haldejoggeli geschlossenen Pakt, darf er nun 20 Tage lang sein närrisches Unwesen im Dorf treiben.

Vor so viel Narrenmacht kapituliert auch der Kaister Gemeinderat. Ratsmitglied Willy Burkhalter übergibt denn auch Narrenvater Marco Zaugg den Schlüssel für das Regierungsgebäude. Die Übergabe verknüpft Willy Burkhalter mit den besten Wünschen für eine närrisch-schöne Fasnachtszeit und mit einigen schelmischen Seitenblicke auf die Nachbargemeinde Laufenburg.

Bis in der Nacht auf Aschermittwoch der Haldejoggeligeist in einer schaurigen Zeremonie wieder in seine Flasche zurückverbannt wird, stehen noch diverse Fasnachtsaktivitäten im Dorf auf dem Programm.