Unglaublich geschickt balancieren die farbenprächtigen Aras mit einem Fuss auf der Stange, mit dem anderen halten sie die Walnuss fest, die sie flink mit ihrem Schnabel öffnen und deren Inhalt sie mit sichtbarem Genuss fressen. Ginge es nach ihnen, könnte der Fototermin wahrscheinlich öfter stattfinden.

Vor genau zwei Jahren eröffnete Rolf Lanz in Privatinitiative am Ortsausgang von Zeihen den Vogelpark Ambigua. Seitdem entwickelt er sich prächtig zu einem grünen Paradies für Papageien, Sittiche, Kakadus und Amazonen. Munter drehen sie ihre Runden in der neuen, riesigen Flugvoliere, 34 Meter lang, elf Meter breit, sieben Meter hoch.

Die Graupapageien trällern in ihrer ebenfalls neuen Gesellschaftsvoliere eine etwas krächzende Melodien, neugierig schauen die vom Aussterben bedrohten nachtblauen Hyazinthenaras und der weisse Tritonkakadu, die bei artgerechter Haltung bis zu 90 Jahre alt werden können. Schöne, gepflegte Teichanlagen, grüne Bäumchen, Pflanzen, gemütliche Sitzbänke und ein jetzt grösseres Beizli machen den Park zu einer idyllischen Ruheinsel.

Der Park ausgebaut

Was im Frühjahr 2015 mit 48 Volieren, 32 Arten und 170 Tieren begann, konnte sich zu einer Oase mit nunmehr 72 Volieren, 60 Arten und 320 Tieren vergrössern, die in ihren Häusern und Aussenanlagen weit mehr Platz haben, als der vom Tierschutzgesetz vorgeschriebenen Raum pro Grosspapageienpaar.

Der Vogelpark Zeihen ist einzigartig mit der grossen Anzahl seiner Papageien. Ausser im Zürcher Zoo, der noch vier Vögel dieser Art hat, gibt es in Schweizer Zoos keine mehr.

Das Engagement des pensionierten Chefs Rolf Lanz mit seinen fünf ehrenamtlichen Helferinnen sowie der Tierpflegerin ist enorm. Sie gestalteten die Anlage zu einem Besuchermagnet, nicht nur für die Region. Gäste kommen aus der gesamten Schweiz und aus Deutschland. Regelmässig kommen Schulklassen, im vergangenen Jahr gab es 71 Führungen für Firmen und Klubs, das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen organisierte für Tierschützer und Kantonstierärzte hier ein Tagesseminar.

Besondere Liebe für Ara Ambigua

Mit einigem Stolz bemerkte Vogelpark-Leiter Rolf Lanz, dass er auf Einladung zur europaweiten Jahrestagung für bedrohte Tierarten in Karlsruhe ein Referat über die Ara Ambigua gehalten hat und meint: «Dieser Papageienart gehört meine besondere Liebe. Die Tiere sind unauffällig und willensstark, geradlinig und niemals böse. In Mittelamerika sind sie fast ausgestorben.»

Seine Leidenschaft für Vögel begann schon in früher Kindheit, als er vom Grossvater eine Krähe zur Pflege bekam. Seit 30 Jahren nun sind es die Papageien und die Zucht der Grossen Aras.

Sein Motto für dieses Jahr ist: Wird der Regenwald vernichtet, gibt es auch keine Papageien mehr. Um für dieses Thema zu sensibilisieren, sind von Juni bis Dezember wieder einige Veranstaltungen wie zum Beispiel Züchtertreffen, Grillabende, Ferienspass für Kinder oder Dinner mit den Papageien in der grossen Flugvoliere, 30 verschiedenen Vögeln sowie einem Vier-Gang-Menü im Programm. Seit diesem Jahr kommen ausserdem die Tierpflegelehrlinge der Schweizer Armee in den Vogelpark, um hier ihr Praktikum zu absolvieren.

Neben dem täglichen Einsatz für seine Vögel und der erfolgreichen Zucht von Goldsittichen, Gebirgsloris, Graupapageien, Ziegensittichen und Agaporniden hat Rolf Lanz auch schon wieder in der Schweiz und in Deutschland Anfragen für Vorträge.

VogelparkAmbigua: Der Vogelpark an der Chängelmatt 1 in Zeihen hat bis zum 29. Oktober zu folgenden Zeiten geöffnet: mittwochs und samstags, jeweils 13 bis 18 Uhr; sonntags, 11 bis 18 Uhr, mit Grill.