Wölflinswil

Illegaler Graffiti-Streifzug beim Schulhausgelände und der Bushaltestelle schockiert Bewohner

Schulhauswart Franz Meier bedauert, dass Vandalen sich um die Konsequenzen ihres Delikts foutieren.

«Aktuell sind illegale Graffiti kein Thema», erklärt Rolf Dunkel, Gemeindeschreiber von Kaiseraugst. Durch viele Bewegungen, Zu- und Wegzüge, sowie grosse Wohnüberbauungen sei Anonymisierung in Kaiseraugst immer ein Thema. «Im Moment haben wir mit einem Vandalenzug zu tun, der in den letzten Tagen einen höheren Sachschaden verursacht hat.»

Kaum anonym ist das Tausend-Seelen-Dorf Wölflinswil, wo am vergangenen Wochenende das Schulhausgelände und der Weg zur Bushaltestelle mit illegalen Graffiti verunstaltet wurden. Der Gemeinderat hat Anzeige gegen unbekannt ­eingereicht. Hinweise auf die Täterschaft sind an die Gemeindekanzlei (0628676040) oder die Kantonspolizei in Frick (0628711333) zu richten.

Waren die Täter an der Turnershow am Samstag?

Auf einem Rundgang mit Franz Meier, seit bald 19 Jahren Schulhauswart und Wölflinswiler Ortsbürger, fällt auf, dass es sich immer um dieselben violetten Tags handelt, die bis dato jedoch nicht entziffert werden konnten. Die Tags befinden sich auf den Storen des Schulhauses, dem hölzernen Fahrradunterstand, der Aussenfassade der Garage Brem, auf einer gegenüberliegenden Lampensäule und schliesslich am Bushaltestellenhäuschen Mühlmet. «Auf dem Kasten des Scheibenreinigers bei der Tankstelle strahlt uns ein Smiley entgegen», fügt Franz Meier hinzu.

Der Wölflinswiler Schulhauswart ist überzeugt, dass die Sprayereien mit der Turnershow am vergangenen Samstag nichts zu tun haben. «Aus allen Sportvereinen haben sich 150 Erwachsene und 150 Kinder beteiligt und 300 Besucher angezogen. Bei meinem Rundgang am Samstagabend kurz vor Mitternacht habe ich keine Verunstaltung bemerkt», schildert Franz Meier.

Diese Art Vandalismus war kein Thema mehr

Anderer Meinung ist der Buschauffeur, der die Fahrt Richtung Oberhof am Sonntagmorgen um 6.32 Uhr übernommen und die Graffiti zu diesem Zeitpunkt gesehen hat. Er könne sich gut vorstellen, dass die Täter vor ihrem Graffiti-Streifzug an der Turnershow gewesen seien. Ihm sei bei den eingestiegenen Jugendlichen ein hoher Alkoholkonsum aufgefallen. «Bei der nächsten Haltestelle mussten sie aussteigen», so der Chauffeur.

Er widme sich nun der Reinigung der Storen, erklärt Franz Meier. Mühsam werde die Entfernung der Tags auf den Holzbrettern des Velounterstandes. «Die Täter foutieren sich darum, dass ihre Verunstaltungen einerseits die Allgemeinheit etwas kosten und andererseits von jemandem entfernt werden müssen.» Seit dem Graffiti-Streifzug vor zehn Jahren mit Schäden von 10'000 Franken war diese Art Vandalismus kein Thema mehr.

Langeweile sei der Grund für das Sprayen

«2010 habe ich Tele M1 informiert und prompt wurden die Täter in Densbüren mit denselben Tags erwischt.» Als Grund hätten die Jugendlichen, alle zwischen 16 und 18 Jahren, Langeweile angegeben. In der Zwischenzeit gibt es in Wölflinswil keine Oberstufenschüler mehr und tagsüber weniger disziplinarische Auseinandersetzungen.

Selber in mehreren Vereinen wie der Feuerwehr oder der Männerriege tätig, mache er jeweils vor der Heimkehr einen Halt beim Schulhaus. «S`isch guet, dass dr doo sit. S`git e böse Schulhuswart do z`Wölflinswil», sage er den Kindern und Jugendlichen, die abends den Spielplatz, Waldrand, Fussballplatz oder im Sommer das Schwimmbad aufsuchen.

Die Ironie werde nur von wenigen Jugendlichen erfasst. «Neben Authentizität ist Humor meine Devise. Drohungen bringen nichts», ist Franz Meier überzeugt. «Wenn ich die Jungen erwische, konfrontiere ich sie mit ihrem Handeln, indem ich sie imitiere und bei Littering zum Beispiel ebenfalls den nahe gelegenen Mülleimer umwerfe.»

Kein offizieller Jugendtreff in Wölflinswil

«Mit Blick auf die letzten 20 Jahre sind Vandalismus oder Ruhestörungen immer wieder Thema», erklärt Sascha Roth, Gemeindeschreiber in Stein. Letztes Jahr an Ostern brachten Täter nach einer Party im Klubhaus des FC Stein auf dem Weg zum Bahnhof 25 Schmierereien an Gebäuden und Gegenständen an. Aktuell gebe es aber keine Sprayereien, sagt Roth.

Stein betreibt mit Eiken und Münchwilen zusammen eine professionelle Jugendarbeit. Während die Jugendzone 43 in Stein und Eiken offizielle Treffpunkte mit sinnvollen Freizeitbeschäftigungen anbietet, fehlt ein solcher in Wölflinswil.

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