Rheinfelden
Ihre Werke haben keinen Titel - und das völlig bewusst

Mal meditativ, mal luftig leicht, mal zart und fliessend: Die Bilder von Sylviane Luginbühl haben einen eigenen Zauber. Die Künstlerin zeigt eine Auswahl ihrer Arbeiten bis zum 29. Mai in der Frühlingsausstellung im Hotel Schützen in Rheinfelden. Bei der Eröffnung ihrer Einzelschau erzählte sie im Gespräch mit Kuratorin Doris Horvath einiges über ihre Bildsprache und Technik.

Merken
Drucken
Teilen
Sylviane Luginbühl zeigt in der Frühlingsausstellung im Rheinfelder Hotel Schützen einige ihrer Werke. Die Betrachter sollen dabei selber entscheiden, was sie sehen. zvg

Sylviane Luginbühl zeigt in der Frühlingsausstellung im Rheinfelder Hotel Schützen einige ihrer Werke. Die Betrachter sollen dabei selber entscheiden, was sie sehen. zvg

Picasa

«Ich bin naturverbunden», sagt die in Lausanne aufgewachsene und in Rheinfelden lebende Malerin über sich. In ihren Bildern arbeitet sie mit Naturpigmenten und selbst hergestellten Farben, verwendet Tusche, Asche, Kreide sowie Schichten eines handgeschöpften Papiers. Dezente, harmonische Farbtöne prägen ihre Arbeiten.

Bewusst gibt Sylviane Luginbühl ihren abstrakten Bildern keine Titel. Jeder Betrachter kann etwas anderes darin sehen. Die aufblühenden und aufstrebenden Formen in einem Bild erinnern an eine Blume, an Vegetatives, Organisches. Andere Werke lassen in ihren schwebenden weiss-blauen Farbspuren an Himmel oder Nordlichter denken.

Papiere aus Thailand und Nepal

Luginbühl, die sich nach ihrem aktiven Berufsleben verstärkt der künstlerischen Arbeit widmet, bringt immer wieder Anklänge an Kalligraphisches in die zarten vielschichtigen Bilder ein. Auch einen feinen Materialreiz und eine zarte, fernöstlich anmutende Poesie erhalten die Arbeiten – durch die Papiere, die Sylviane Luginbühl verwendet: handgeschöpftes Papier aus Thailand und Nepal. Schicht auf Schicht dieses Papiers wird aufeinander geklebt, mit Pigmenten und Tusche bearbeitet. Durch den natürlichen Fluss der Farben entstehen fliessende Spuren im Bild.

Neben diesen Papier-Arbeiten, die etwas Leichtes, Transparentes, Meditatives haben, zeigt Sylviane Luginbühl auch grossformatige Bilder in anderem Stil: kraftvoller, fester in den Formen, mit grossen Farbflächen und impulsiver Gestik, aber auch mit naturnahen Formen. Kleine subtile Bilder hinter Plexiglas verraten, dass die Künstlerin gerne experimentiert. (AZ)